Orthopädische Reha

Eine Orthopädische Rehabilitation bietet Patienten mit Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparats ein ganzheitliches Therapieprogramm. Dadurch sollen die Beweglichkeit und Stabilität, aber auch die Erwerbsfähigkeit verbessert und wiederhergestellt werden.

Welche Bereiche umfasst die Orthopädie?

Die Orthopädie befasst sich mit Krankheiten und Fehlbildungen des menschlichen Stütz- und Bewegungsapparates, also des oberen und unteren Extremitätenbereichs. Das medizinische Personal konzentriert sich dabei auf das Zusammenspiel der Knochen, Muskeln, Sehnen und Gelenke. Ein Orthopäde ist Ihr Facharzt, wenn Sie aufgrund von Erkrankungen in Ihrer Beweglichkeit und Körperhaltung eingeschränkt sind. Da die Ursachen für die unterschiedlichen Erkrankungen zahlreich sein können, muss der Orthopäde bei der Diagnose und Behandlung in verschiedene Richtungen denken.

Eine Orthopädische Reha behandelt Erkrankungen und Einschränkungen des Stütz- und Bewegungsapparats, deren Ursache sein können:

  • Unfälle und Sportverletzungen, z.B. die Sprunggelenksfraktur,
  • chronische Krankheiten (zum Beispiel Rückenschmerzen),
  • entzündlich-rheumatische Krankheiten,
  • degenerative Gelenkerkrankungen (zum Beispiel Arthrose),
  • Tumore
  • oder Infektionen.

Als Anschlussheilbehandlung wird eine Orthopädische Rehabilitation nach Operationen und Gelenkimplantationen angeordnet. Dies ist beispielsweise nach Wirbelsäulenoperationen oder einer Knie-TEP der Fall.

Knie-Übungen nach einer Operation
© hedgehog94 / Fotolia

Was ist eine Orthopädische Reha?

Orthopädische Rehakliniken sind darauf spezialisiert, Sie während Ihrer Reha optimal zu versorgen und medizinisch zu betreuen. Das Angebot reicht vom spezialisierten Therapiepersonal über eine geeignete Sport- und Therapieausstattung bis hin zu ergonomisch anpassbaren Möbeln vor Ort. Dies alles soll Ihren Bewegungsapparat entlasten und fordern.

Eine Orthopädische Rehabilitation zeichnet sich durch die folgenden Leistungen aus:

  • Physiotherapie,
  • Sporttherapie und Medizinische Trainingstherapie,
  • Physikalische Therapie mit Massagen, Kälte-, Wärme- oder Wasseranwendungen,
  • Ergotherapie,
  • Ärztliche Versorgung und Diagnostik,
  • Pflegerische Versorgung, inklusive Wundversorgung,
  • Sozialdienst und Psychologische Beratung,
  • Gesundheitsbildung und Ernährungsberatung,
  • Orthopädische Schuhtechnik und Orthopädie-Technik sowie
  • Rehabilitationsnachsorge.


Bei der Orthopädischen Rehabilitation wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt. Während Ihrer Reha richten die Experten den Fokus darauf, Ihre Beweglichkeit und Stabilität so gut wie möglich wiederherzustellen. Aber auch andere Aspekte spielen bei der Rehabilitation eine wichtige Rolle, um Ihre Lebensqualität zu verbessern. Sie erfahren zum Beispiel mehr zu gesunder Ernährung, den Hintergründen Ihrer Erkrankung und lernen Strategien für den privaten und beruflichen Alltag. Sie sollen während Ihrer Reha neue Impulse erhalten, um danach wieder ein aktiveres Leben mit weniger Schmerzen führen zu können.

Wann ist eine Orthopädische Reha sinnvoll?

Eine Orthopädische Rehabilitation ist die richtige Maßnahme bei akuten Symptomen oder chronischen Krankheitsprozessen. Ob und wann Sie eine Reha mit orthopädischem Schwerpunkt benötigen, hängt nicht zwangsläufig vom Krankheitsbild ab, sondern vor allem vom Verlauf der Symptome und deren Prognose. In der Regel ist eine Orthopädische Rehabilitation dann sinnvoll, wenn Sie mittel- bis langfristig in Ihren Bewegungen und Haltungen unterstützt werden müssen.

In erster Linie betrifft diese Reha Patienten, die zuvor Operationen erfahren haben. Typischerweise sind es Operationen des Knies (z.B. ein Kreuzbandriss), der Hüfte, der Schulter, der Wirbelsäule und der Bandscheibe. Weiterhin werden die Leistungen Orthopädischer Rehakliniken empfohlen, wenn die Patienten unter Gelenk- oder Bandscheibenbeschwerden leiden bzw. gelitten haben. Darüber hinaus ist die orthopädische Reha eine sinnvolle Maßnahme bei Osteoporose, Skoliose, Arthrose oder Rheuma.

Patienten mit chronischen Schmerzen fällt ein besonderes Augenmerk zu. Für diese Patienten gibt es das Spezialgebiet der Verhaltensmedizinischen Orthopädie (VMO), bei der neben der konventionellen Schmerztherapie eine intensive psychologische Betreuung eingesetzt wird. Hierauf haben sich einige Kliniken spezialisiert.

Ziele und Verlauf einer Orthopädischen Reha

Das oberste und zugleich allgemeine Ziel ist die Verbesserung von Bewegungs- und Haltungsmöglichkeiten und mehr Lebensqualität im Alltag. Je nach Zustand können Ihre Beschwerden ganz behoben werden oder aber Sie werden dahingehend gefördert, dass Sie trotz Ihrer Beschwerden in Ihrer Lebensqualität gestärkt werden und Ihre Autonomie möglichst lange erhalten bleibt.

Die Ziele im Überblick:

  • Minderung körperlicher, seelischer und sozialer Krankheitsfolgen,
  • Verbesserung der Gehstrecke,
  • Verbesserung der Fitness und Beweglichkeit,
  • Verbesserung der Beweglichkeit von Gelenken und Wirbelsäule,
  • Verbesserung von Ausdauer und Kraft.

Wie Ihre Reha konkret ablaufen wird, entscheidet der behandelnde Arzt zu Beginn der Maßnahme bei Ihrer Aufnahme in die Rehaklinik. In der Regel erhalten Sie sowohl einen Überblick über den gesamten Rehaverlauf, als auch wöchentliche Therapiepläne. Darin finden Sie Ihr tägliches Therapieprogramm, die ärztlichen Untersuchungen sowie medizinische Vorträge. Ihr Therapieplan wird in Absprache mit Ihrem Arzt erstellt und individuell auf Sie zugeschnitten. Gegen Ende der Rehabilitation wird überprüft, welche Fortschritte Sie machen konnten und ob die Therapieziele erreicht wurden.

Voraussetzungen und Kliniken für eine Orthopädische Reha

Ganz gleich, ob Sie wegen Krankheiten am Knie, Osteoporose oder einem Unfall behandelt werden müssen: Sie erfüllen die Voraussetzungen für eine Orthopädische Reha, wenn Ihre behandelnden Ärzte diese als notwendig erachten. Die Hauptkriterien sind:

  • Ihre Rehabilitationsbedürftigkeit ist festgestellt, das heißt, Sie brauchen den intensiven Therapieumfang einer Reha.
  • Sie sind rehabilitationsfähig und insgesamt dazu in der Lage, aktiv an der Reha und dem Therapieprogramm teilnehmen zu können.
  • Es besteht eine positive Prognose darüber, dass die Reha bei Ihren Beschwerden helfen wird.

Darüber hinaus sind die persönlichen Voraussetzungen der Deutschen Rentenversicherung und der Krankenkassen sowie die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen der Rentenversicherung ausschlaggebend. Hier sind die Erwartungen also immer in Relation zu dem (sozial)gesetzlichen Rahmen zu setzen, um Notwendigkeit, Art und Dauer einer Rehabilitation korrekt einschätzen zu können. Ebenso ist vor diesem Hintergrund zu entscheiden, welche Reha-Form angebracht ist, also stationär oder ambulant.

Orthopädische Rehabilitation wird von ausgewiesenen Rehakliniken mit dem Schwerpunkt der Orthopädie angeboten. Es gibt aber auch einige Rehakliniken, bei denen orthopädische Störungen als Nebenindikation zählen. Das heißt, deren Behandlungsschwerpunkte liegen in anderen Bereichen, aber begleitend bieten sie orthopädische Unterstützung an.

Orthopädische Reha - für den ganzen Menschen

Auch wenn eine Orthopädische Rehabilitation das Ziel hat, Ihre Beweglichkeit, gesunde Haltung und Erwerbsfähigkeit zu optimieren, so bieten die meisten Rehakliniken einen „ganzheitlichen“ Ansatz an, so dass auch andere Bereiche des menschlichen Lebens gefordert und gefördert werden. Ernährungstherapie, Entspannungstechniken oder psychologische Beratung sind hier nur drei mögliche Ergänzungen, um Ihre Rehabilitation in einem umfassenden Sinne anzustreben.

Artikel vom Expertengremium Reha lektoriert, 18.01.2018

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