Reha mit Kind

Eine Rehabilitationsmaßnahme soll die körperliche und seelische Leistungsfähigkeit so gut wie möglich wiederherstellen und eine Eingliederung ins Berufsleben erleichtern. Sie soll auch einer möglichen Pflegebedürftigkeit und frühzeitigem Ausscheiden aus dem Berufsleben vorbeugen. Bei Rehabilitationsmaßnahmen werden stationäre und ambulante Vorsorgemaßnahmen unterschieden.

Versicherte Väter und Mütter haben Anspruch auf medizinische Vorsorgeleistungen in einer Einrichtung des Müttergenesungswerkes oder einer ähnlichen Einrichtung. Diese Leistung wird dann in Form einer Mutter-Kind-Maßnahme durchgeführt. Eine Rehabilitationsmaßnahme in Form einer Mutter-Kind-Kur oder Vater-Kind-Kur wird bewilligt, wenn die Erwerbsfähigkeit ohne sie erheblich gemindert würde. Laut Gesetzgeber hat eine Rehabilitation immer Vorrang vor Rente.

Reha-Maßnahmen mit begleitendem Kind

Ist bei Mutter oder Vater eine Reha-Maßnahmen notwendig und kann das Kind nicht vom anderen Elternteil oder einem Familienmitglied betreut werden, muss die erkrankte Person nicht auf die Kur verzichten. Häufig ist eine Rehabilitationsmaßnahme zur Festigung der Gesundheit nach einer Krebserkrankung (onkologische Reha) notwendig (Anschlussheilbehandlung). Auch chronische Erkrankungen unterschiedlichster Art können die Kur begründen.

Es gibt zahlreiche Kliniken, in denen eine Reha mit begleitendem Kind durchgeführt wird. Hierfür wurden spezielle Mutter-Kind-Programme entwickelt. In einer Mutter-Kind-Reha kann man beiden Seiten gerecht werden, denn es gibt eine qualifizierte Kinderbetreuung, sodass Eltern ihre Behandlungen ohne Zeitdruck, Stress und Schuldgefühle wahrnehmen können.

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Sehr gute Kinderbetreuungsangebote in der Reha mit begleitendem Kind

Damit die Kinder während Ihrer Therapie nicht sich selbst überlassen sind, gibt es neben Kindergärten für die Kleinsten auch Aktiv-Programme für größere Kinder. Die Kindergärten sind modern und pädagogisch sinnvoll ausgestattet, so dass sich jedes Kind wohlfühlen kann. Häufig haben die Kliniken auch Schwimmbäder, in denen Sie mit Ihrem Kind gemeinsam schwimmen können.

Da die Therapien auch in die Mittagszeit fallen können, nimmt man meist zu Abend eine gemeinsame Mahlzeit ein. Die Unterbringung erfolgt in geräumigen, ansprechenden Zimmern. Ausführliche Informationen werden bereits vorab versandt, so dass sich die Familien gut vorbereiten können.

Reha-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche

Ist Ihr Kind erheblich krank und besteht die Chance, dass es wieder gesund wird, ist eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll. Krankheiten im Kinder- und Jugendalter müssen rechtzeitig behandelt werden, um einen chronischen Verlauf vorzubeugen. Ohne die Unterstützung von Vater oder Mutter können die meisten Kinder die Genesungsphase nur schlecht bewältigen. Nicht nur die Krankheit hat bei den Kindern viele Ängste wachgerufen, auch die fremde Krankenhausumgebung riss sie aus ihrem gewohnten Umfeld heraus.

Wenn Sie Ihr Kind begleiten, können Sie sehr enorme seelische Unterstützung leisten. Eine Reha Maßnahme verbessert die Leistungsfähigkeit Ihres Kindes, so dass es wieder voll am Familienalltag und Schulunterricht teilnehmen kann. Die Reha-Kosten hierfür trägt die Deutsche Rentenversicherung. Auch die Reisekosten sowie die Nebenkosten für eine Begleitperson gehören zu den Leistungen. Sogar die Kosten für eine Haushaltshilfe können je nach persönlicher Situation übernommen werden.

Bei welchen Krankheiten ist eine Reha-Kur sinnvoll?

  • Erkrankungen der Atemwege
  • Erkrankungen der Verdauungsorgane
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Erkrankungen der Nieren- und Harnwege
  • Stoffwechselerkrankungen
  • chronische Erkrankungen der Haut (z. B. Neurodermitis)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates

Zahlreiche Rehakliniken widmen sich ausschließlich der Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Bei größeren Kindern ist die Anwesenheit der Eltern nicht unbedingt erforderlich. Wie die Jugend-Reha oder Kinder-Reha im Detail gestaltet wird, muss mit Arzt und Träger besprochen werden.

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So stellen Sie einen Antrag für eine Mutter-Kind-Reha

Egal, ob Sie selbst eine Rehabilitationsmaßnahme benötigen oder Ihr Kind, der erste Ansprechpartner ist immer Ihr Hausarzt. Reha-Empfehlungen werden außerdem von Kinder- und Jugendärzten sowie Kinder- und Jugendpsychiatern ausgesprochen. Ihr Haus- oder Kinderarzt führt alle notwendigen Untersuchungen durch.

Im zweiten Schritt stellen Sie den Antrag an den Kostenträger. Die Deutsche Rentenversicherung und Ihre Krankenversicherung sind bei der Erbringung von Rehabilitationsleistungen von Kindern und Jugendlichen gleichberechtigt zuständig. Dem ausgefüllten Antragsformular muss der ärztliche Bericht sowie der medizinische Befund beigelegt werden. Hat der Träger den Reha-Antrag schriftlich bewilligt, melden Sie sich und Ihr Kind in einer Klinik an und machen einen Termin aus. Je nach Grunderkrankungen empfiehlt Ihnen der Kostenträger einer Klinik, Sie können aber auch eine Wunschklinik angeben.

Fazit

Es gibt viele Situationen, die eine Reha mit Kind erforderlich machen. In den ersten Jahren ist eine gemeinsame Kur sinnvoll. Größere Kinder können den dreiwöchigen Aufenthalt durchaus alleine bewerkstelligen. Auch als erkrankte Mutter oder Vater steht Ihnen je nach Schwere der Krankheit und Familiensituation eine Kur zu. Damit Ihr Kind auch während dieser Zeit betreut ist, können Sie es in eine speziell hierfür ausgestattete Klinik mitnehmen. Bei häufig wiederkehrenden oder ernsten Erkrankungen ihres Kindes sollten Sie nicht zögern, Ihren Haus- oder Kinderarzt auf eine Rehabilitationsmaßnahme anzusprechen. Er wird alle nötigen Schritte einleiten, damit Ihr Kind langfristig gesünder wird und es bleibt.

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