Osteoporose

Eine Osteoporose ist eine Knochenerkrankung, die mit einer verminderten Knochendichte und einer Störung der Architektur des Knochens einhergeht. Es besteht ein deutlich erhöhtes Risiko Knochenbrüche zu entwickeln. Besonders gefährlich sind Brüche von Wirbelkörpern und des Oberschenkelhalses.

Welche Ärzte sind spezialisiert auf die Diagnostik und Therapie der Osteoporose?

Osteologen sind Ärzte, die auf die Behandlung von Knochenerkrankungen spezialisiert sind. Osteologen können Internisten (Rheumatologen oder Hormonspezialisten), Orthopäden oder Gynäkologen sein. In besonders spezialisierten Rehabilitationszentren (klinisch-osteologisches Zentrum DVO) arbeiten alle drei Berufsgruppen eng zusammen. Der Internist kennt sich besonders gut mit dem Stoffwechsel des Knochens aus. Der Orthopäde hat sich auf das Zusammenspiel von Knochen und Muskeln und auf die Haltung der Wirbelsäule spezialisiert. Gynäkologen untersuchen die weiblichen Hormone, die den Knochen vor dem Abbau schützen.

Patienten, die sich wegen einer Osteoporose in einer Rehabilitation befinden, sollten darauf achten, in ein spezialisiertes Zentrum zu gehen, weil nur dort alle Aspekte dieser Erkrankung berücksichtigt werden.

Welche Beschwerden werden verursacht?

Durch eine Osteoporose können Brüche der Wirbelkörper oder am Schenkelhals auftreten. Beides kann erhebliche Probleme verursachen. Wirbelkörperbrüche sind sehr schmerzhaft. Durch die Brüche kann ein ausgeprägter Rundrücken auftreten, der die gesamte Haltung des Körpers beeinträchtigt und zu Atemproblemen führen kann. Schenkelhalsbrüche müssen in den meisten Fällen operiert werden. Es ist sehr wichtig, dass die Patienten nach einem Schenkelhalsbruch frühzeitig mobilisiert werden um eine dauerhafte Bettlägerigkeit zu vermeiden.

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Diagnostik

Jede Osteoporose bedarf einer umfassenden Abklärung. Der Knochenspezialist (Osteologe) klärt ab, ob es andere Erkrankungen gibt, die zu der Osteoporose geführt haben. Erkrankungen, die eine Osteoporose begünstigen, sind entzündliche Rheumaerkrankungen, Bluterkrankungen, Hormonerkrankungen, Nierenerkrankungen und Darmerkrankungen. Chemotherapie, Medikamente, wie z.B. Kortison oder Antihormonmedikamente bei Brustkrebs oder Prostatakrebs, können ebenfalls zu einer Osteoporose führen.

Nur wenn alle möglichen Ursachen gründlich abgeklärt sind, kann eine gezielte Therapie erfolgen.

Welche Medikamente werden bei der Osteoporose eingesetzt?

Die Auswahl der Medikamente hängt von der zugrundeliegenden Ursache der Osteoporose ab.

  • Patienten, die eine Osteoporose aufgrund einer Rheumaerkrankung entwickelt haben, benötigen als erstes eine gute Therapie ihrer Rheumaerkrankung.
  • Ist eine Hormonerkrankung Ursache der Osteoporose, sollte zunächst eine Therapie der Hormonerkrankung erfolgen.

Die Knochenspezialisten (Osteologen) können ausrechnen, wie wahrscheinlich Knochenbrüche in den nächsten Jahren sind. In Abhängigkeit davon werden zusätzlich Medikamente ausgewählt, die den Knochen festigen.

Wie wird in einer Rehabilitation therapiert?

Reduktion von Stürzen: Stürze stellen bei Osteoporose ein Risiko für Knochenbrüche dar. Eine Reihe von Erkrankungen können für die Stürze verantwortlich sein. Es erfolgen eine gründliche Untersuchung der Sturzneigung und eine Abklärung der zugrundeliegenden Ursachen (strukturiertes Sturz-Assessment). Eine Schwäche der Oberschenkelmuskulatur, eine schwere Kniegelenkarthrose, Nervenerkrankungen, Kreislaufprobleme, nächtlicher Harndrang und einige Medikamente können Stürze begünstigen. Die Therapiepläne in der Rehabilitation orientieren sich an diesen Grunderkrankungen.

Kräftigung der Muskulatur: Ein Wirbelkörperbruch führt zu einer Abschwächung der Bauch- und Rückenmuskulatur. Viele Patienten mit Osteoporose haben eine schwache Oberschenkelmuskulatur, was zu vermehrten Stürzen führen kann. Eine vorsichtige Kräftigung der abgeschwächten Muskulatur ist ein wichtiges Therapieelement.

Förderung der Koordination: Unter Koordination versteht man das Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen. Dieses Zusammenspiel ist wichtig um das Gleichgewicht zu halten und so Stürze zu vermeiden. In vielen spezialisierten Rehabilitationskliniken werden Sturzprophylaxe-Übungen angeboten.

Reduktion von Schmerzen: Wirbelkörperbrüche führen zu starken Schmerzen. Die Schmerzen wiederum führen zur Immobilität und Schonhaltung. Eine adäquate Schmerzlinderung ist zwingend erforderlich, um Mobilität zu erhalten. Die richtige Auswahl der Medikamente ist nicht einfach, da einige Medikamente Stürze fördern können. Hilfreich sind in dieser schwierigen klinischen Situation oft ergänzende nicht-medikamentöse Ansätze. Eine aktivierende Wirbelsäulen-Orthese hilft beispielsweise, Schmerzen zu lindern und sorgt für einen Trainingseffekt der Wirbelsäulenmuskulatur. 

Information über die Erkrankung: Ein gut informierter Patient kann besser mit einer komplexen Erkrankung umgehen als ein uninformierter Patient. In Schulungen werden Ursachen der Osteoporose, medikamentöse Therapien, Bewegungstherapien und Ernährung besprochen.

Ernährung: Eine „knochengesunde Ernährung“ mit ausreichenden Mengen Calcium und Vitamin D ist Grundlage jeder Osteoporose-Therapie. Es bietet sich an, die Kenntnisse auch in Form von gemeinsamem Kochen in der „Lehrküche“ zu vermitteln. Das Lernen erfolgt dort beiläufig während des Kochens und macht viel Spaß.

Umgang mit der Erkrankung: Durch die Stärke der Schmerzen und die daraus folgenden körperlichen Einschränkungen wird die Erkrankung oft als sehr belastend erlebt. Im Rahmen von Gesprächsgruppen geht es um die Verbesserung des Umgangs mit Einschränkungen durch die Erkrankung.

Beruf: Die berufliche Situation ist ein zentrales Thema der Rehabilitation. Hierbei ist es wichtig darauf zu achten, dass übermäßige Hebebelastungen unterbleiben, da hierdurch Wirbelkörperbrüche begünstigt werden können.

Nachsorge/Selbsthilfe: Nur wenn Anwendungen nach der Rehabilitation weitergeführt werden, kann ein dauerhafter Rehabilitationserfolg sichergestellt werden. Bereits während der Rehabilitation werden die anschließenden Anwendungen geplant.

Fazit

Die Rehabilitation von Patienten mit Osteoporose sollte in spezialisierten Kliniken stattfinden, in denen Internisten/Rheumatologen, Orthopäden und Gynäkologen eng zusammenarbeiten. Solche Zentren werden durch die medizinischen Fachgesellschaften zertifiziert (Klinisch-osteologisches Schwerpunktzentrum DVO). Die Therapie der Osteoporose orientiert sich an der zugrundeliegenden Ursache und an funktionellen Einschränkungen, die gezielt in der Rehabilitation behandelt werden.

zuletzt geändert am: 17.06.2019

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