Gebärmutterentfernung

Das Robert-Koch-Institut stellt fest, dass jede sechste Frau über Sechzig eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) hinter sich hat. Moderne Operationstechniken und umfassende Nachsorge helfen den Patientinnen, nach dem Eingriff ihr Leben wieder aktiv anzugehen. Trotzdem handelt es sich um eine ernstzunehmende Operation. Die folgenden Abschnitte führen Sie umfassend in das Thema ein und informieren über alle wichtigen Aspekte im Zusammenhang mit der Hysterektomie.

Wann spricht die Medizin von einer Hysterektomie?

Die Wurzel des Begriffes liegt im Griechischen. Dort bedeutet "hystéra" Gebärmutter und "ektomé" steht für herausschneiden. Eine andere Bezeichnung ist Uterusexstirpation; sie stammt aus dem Lateinischen. "uterus" heißt Gebärmutter und "exstirpare" bedeutet beseitigen.

In einigen Fällen entfernen die Ärzte zusätzlich die Eierstöcke. Der Name dieses Eingriffes ist Hysterektomie oder Uterusextirpation mit Adnexen. Der Gebärmutterhals (Zervix) bleibt erhalten.

Wie viele Frauen sind davon betroffen?

Das Robert-Koch-Institut berichtet von rund 130.000 Operationen pro Jahr. Die Uterusextirpation steht auf Platz eins der häufigsten chirurgischen Eingriffe in der Frauenheilkunde. Die Patientinnen sind zwischen 18 und 79 Jahre alt; etwa die Hälfte der Eingriffe trifft Frauen zwischen 40 und 49 Jahren.

Die Forscher entdeckten drei Faktoren, die mit der Anzahl der Hysterektomien zusammenhängen.

  1. Frauen mit niedrigerem Bildungsgrad werden häufiger operiert.
  2. Übergewicht macht eine Operation wahrscheinlicher.
  3. Je mehr Kinder eine Frau geboren hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Hysterektomie
Gebärmutter und Eierstöcke
Gebärmutter und Eierstöcke © magicmine / Fotolia

Diese Beschwerden führen Frauen zum Arzt

Die Patientinnen gehen mit unterschiedlichen Beschwerden zum Frauenarzt: akute Schmerzen im Unterleib, starke Regelblutungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Manchmal entdeckt der Gynäkologe bei der Vorsorgeuntersuchung Verwachsungen im Beckenbereich.

Wann empfiehlt der Arzt eine Operation?

Etwa 90 Prozent der Eingriffe führen die Mediziner aus folgenden Gründen durch:

  • funktionelle Erkrankungen, wie schwere Menstruationsstörungen
  • gutartige Tumore, wie Myome
  • Endometriose
  • Uterusprolaps
  • schwere Entzündungen

Lediglich neun Prozent der Patientinnen werden aufgrund einer bösartigen Erkrankung operiert. Karzinome an der Gebärmutter, am Gebärmutterhals oder den Eierstöcken sind meist die Auslöser. In seltenen Fällen kommt es nach einer Geburt zu unstillbaren Blutungen. Um das Leben der Frau zu retten, müssen die Mediziner die Gebärmutter entfernen.

So verläuft die Hysterektomie

Der Gynäkologe hat bei gutartigen Erkrankungen drei unterschiedliche Möglichkeiten, die Gebärmutterentfernung durchzuführen:

  • die Entfernung durch die Scheide (vaginale Exstirpation),
  • per Bauchspiegelung (laparoskopische Hysterektomie) oder
  • ein Schnitt durch die Bauchdecke, abdominale Hysterektomie genannt.

Bösartige Krebserkrankungen erfordern teilweise radikalere Eingriffe, die auch Beckenboden-Plastiken einschließen können. Die Chirurgen nutzen dafür eine abdominale Hysterektomie.

Patientinnen bleiben etwa eine Woche im Krankenhaus. Nach sieben Tagen zieht der Arzt die Fäden.

Jeder chirurgische Eingriff – so auch die Hysterektomie – birgt Risiken: Probleme mit der Narkose, verletzte Nachbarorgane, Infektionen und schlechte Wundheilung plagen die Betroffenen. Normale Folgen einer Uterusexstirpation dagegen sind:

  • Schmerzen aufgrund der Operation in den ersten zwei Tagen
  • vaginale Schmierblutungen bis zu 14 Tage nach dem Eingriff
  • Probleme beim Toilettengang

Nachsorge, Rehabilitation, Verhaltenshinweise

Für gutartige Erkrankungen gilt: Die Patientin erhält bei ihrer Entlassung eine Krankschreibung für etwa drei Wochen. Während dieser Zeit muss sie sich schonen. Ärzte gehen davon aus, dass die Frau nach vier Wochen wieder voll belastbar ist. Eine spezielle Rehabilitation ist nicht notwendig. Die meisten Gynäkologen ordnen lediglich eine unterstützende Physiotherapie an.

Nach den vier Wochen darf sich die Patientin wieder voll belasten: Sie kann Sport treiben, Autofahren, Geschlechtsverkehr haben – ihrem normalen Leben nachgehen.

Krebsbedingte Eingriffe müssen natürlich intensiver begleitet werden. Eine Rehabilitation ist sinnvoll, um die schwere Erkrankung zu verarbeiten und körperliche Kraft aufzubauen.

Welche langfristigen Folgen hat die Operation?

Nach der Operation kann die Frau keine Kinder mehr gebären. Ohne Gebärmutter macht sie auch keine Menstruation mehr durch. Allerdings kann eine leichte Periode weiterhin auftreten, wenn der Gebärmutterhals erhalten bleibt. Die Hysterektomie verschlechtert die Blutversorgung der Eierstöcke. Dadurch tritt die Frau möglicherweise früher in die Menopause, also in die Wechseljahre, ein. Einige Patientinnen nehmen merklich an Gewicht zu.

Die meisten Frauen fühlen sich nach einer erfolgreichen Operation befreit: Sie müssen keine Angst mehr vor einer unerwünschten Schwangerschaft haben und die lästige Regelblutung gehört ebenfalls der Vergangenheit an. Die Vorstellung, keine "vollständige Frau" mehr zu sein, tritt nur noch vereinzelt auf.

Gebärmutter entfernen: ja oder nein?

Bei gutartigen Erkrankungen kann die Frau meist entscheiden, ob sie eine die Operation durchführen möchte. Eine "Muss-OP" steht nur bei bösartigen Tumoren an.

Bei Myomen reicht zum Beispiel, wenn sie durch "Ausschälen" entfernt werden. Genauso könnte es helfen, sie mit Ultraschallwellen zu bestrahlen oder sie zu zerstören, indem der Arzt die Blutzufuhr kappt.

Gebärmuttersenkungen lindert die Patienten am besten mit gezieltem Beckenbodentraining. Eine Physiotherapie reicht dafür aus. Schwere Blutungen kann der Arzt unter Umständen mit einer Hormonspirale stoppen.

Vor allem, wenn die Frau noch einen Kinderwunsch hegt, muss sie genau abwägen, ehe sie einer Uterusextirpation zustimmt. Eine zweite ärztliche Meinung unterstützt sie dabei, für sich die richtige Entscheidung zu treffen.

Fazit zur Gebärmutterentfernung

Die Hysterektomie ist für Ärzte ein Routineeingriff. Trotzdem braucht eine Frau umfassende Informationen und eine individuelle Aufklärung – auch über Alternativen zur Operation. Auf dieser Basis kann sie eine vernünftige Entscheidung treffen.

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