Reha für Kinder und Jugendliche

Ist Ihr Kind erheblich krank und besteht die Chance, dass es wieder gesund wird, ist eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll. Krankheiten im Kinder- und Jugendalter haben Einfluss auf verschiedene Lebensbereiche, z.B. das soziale Umfeld der Kinder, die Leistungen in der Schule oder Ausbilung und das Selbstwertgefühl. Es ist wichtig, dass die Krankheiten rechtzeitig behandelt werden, um einen chronischen Verlauf vorzubeugen, Folgeschäden zu vermeiden, die Lebensqualität zu steigern und gute Voraussetzungen für einen Bildungsabschluss zu schaffen. Ohne die Unterstützung von Vater oder Mutter können die meisten Kinder die Genesungsphase nur schlecht bewältigen. Nicht nur die Krankheit hat bei den Kindern viele Ängste wachgerufen, auch die fremde Krankenhausumgebung riss sie aus ihrem gewohnten Umfeld heraus.

Bei welchen Krankheiten ist eine Reha sinnvoll?

  • Erkrankungen der Atemwege (z.B. Asthma, Chronische Bronchitis)
  • Erkrankungen der Verdauungsorgane
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Erkrankungen der Nieren- und Harnwege
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes) und starkes Übergewicht
  • chronische Erkrankungen der Haut (z. B. Neurodermitis)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Skoliose)
  • psychische Auffälligkeiten

Bei häufig wiederkehrenden oder ernsten Erkrankungen ihres Kindes sollten Sie nicht zögern, Ihren Haus- oder Kinderarzt auf eine Rehabilitationsmaßnahme anzusprechen. Er wird alle nötigen Schritte einleiten, damit Ihr Kind langfristig gesünder wird und es bleibt. Ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik kann besonders dann von Vorteil sein, wenn ambulante Versuche nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben und junge Menschen sich schwer tun, neue Gewohnheiten anzunehmen. Ein Ortswechsel und der Austausch mit Gleichgesinnten und Leidensgenossen kann hilfreich sein.

Zahlreiche Rehakliniken widmen sich ausschließlich der Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Größere Kinder können den dreiwöchigen Aufenthalt durchaus alleine bewerkstelligen, die Anwesenheit der Eltern ist nicht unbedingt erforderlich. Wie die Jugend-Reha oder Kinder-Reha im Detail gestaltet wird, muss mit Arzt und Träger besprochen werden.

Ein kleiner Junge wird bei der Ausführung von Übungen von einer Therapeutin unterstützt.
© Olesia Bilkei / Fotolia

Wie läuft eine Reha für Kinder und Jugendliche ab?

Damit sich ein nachhaltiger Behandlungserfolg einstellen kann, dauert eine Kinder- und Jugendreha meistens mehrere Wochen. Der Aufenthalt findet losgelöst von der gewohnten Umgebung statt und dauert mindestens vier Wochen. Abhängig von der Schwere der Erkrankung und dem gesamten Gesundheitszustand wird die tatsächliche Aufenthaltsdauer gemeinsam mit den Eltern und Therapeuten festgelegt.

Besonders der Austausch mit gleichaltrigen Leidensgenossen hilft vielen Kindern und Jugendlichen, mit Krankheiten besser umgehen zu können und trägt zur Genesung bei. Die jungen Patientinnen und Patienten wohnen daher meistens in Gruppen mit Kindern ähnlichen Alters oder mit vergleichbaren Erkrankungen.

Kern des Aufenthaltes in der Rehaklinik ist ein individuell abgestimmter und auf die Kinder und Jugendlichen zugeschnittener Therapieplan. Dieser wird am Anfang des Klinikaufenthaltes erarbeitet und orientiert sich an den gemeinsam besprochenen Therapiezielen. Im Laufe des Aufenthaltes wird der Plan regelmäßig überprüft und an die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen angepasst.

Wer trägt die Kosten?

Wenn Sie Ihr Kind begleiten, können Sie enorme seelische Unterstützung leisten. Eine Rehamaßnahme verbessert die Leistungsfähigkeit Ihres Kindes, so dass es wieder voll am Familienalltag und Schulunterricht teilnehmen kann. Die Reha-Kosten hierfür trägt die Deutsche Rentenversicherung. Auch die Reisekosten sowie die Nebenkosten für eine Begleitperson gehören zu den Leistungen. Sogar die Kosten für eine Haushaltshilfe können je nach persönlicher Situation übernommen werden.

So stellen Sie einen Antrag für Ihre Kinder

Für die Beantragung einer Rehabilitationsmaßnahme ist der erste Ansprechpartner immer der Hausarzt. Reha-Empfehlungen werden außerdem von Kinder- und Jugendärzten sowie Kinder- und Jugendpsychiatern ausgesprochen. Der Haus- oder Kinderarzt führt alle notwendigen Untersuchungen durch.

Im zweiten Schritt stellen Sie den Antrag an den Kostenträger. Die Deutsche Rentenversicherung und Ihre Krankenversicherung sind bei der Erbringung von Rehabilitationsleistungen von Kindern und Jugendlichen gleichberechtigt zuständig. Dem ausgefüllten Antragsformular muss der ärztliche Bericht sowie der medizinische Befund beigelegt werden. Hat der Träger den Reha-Antrag schriftlich bewilligt, melden Sie Ihr Kind und ggf. sich selbst in einer Klinik an und machen einen Termin aus. Je nach Grunderkrankungen empfiehlt Ihnen der Kostenträger eine Klinik, Sie können aber auch eine Wunschklinik angeben.

Mutter-Kind-Kuren und Reha mit Kind

Bei einer Reha für Kinder und Jugendliche steht die medizinische Therapie der Heranwachsenden im Mittelpunkt. Eltern können ihre Kinder ggf. in die Reha begleiten, sind aber selbst keine Patienten. Im Vergleich dazu geht es bei Mutter/Vater-Kind-Kuren sowohl um die Gesundheit der Eltern als auch der Kinder. Benötigt ein Elternteil eine stationäre Rehamaßnahme ist es unter Umständen möglich, eine Reha mit Kind als Begleitung wahrzunehmen.

Artikel vom Expertengremium Reha lektoriert, 08.10.2020

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