COPD

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine häufig vorkommende Krankheit der Atemwege, die in verschiedenen Stadien verläuft. Bei der COPD sind die Atemwege verengt und entzündet. Die Erkrankung ist nicht heilbar, kann aber durch unterschiedliche medizinische Maßnahmen gelindert werden. Neben therapeutischen Interventionen steht Ihnen die Rehabilitation als wichtigste Möglichkeit der Symptomlinderung und Alltagserleichterung zur Verfügung.

Was ist COPD?

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (englisch: chronic obstructive pulmonary disease = COPD) ist eine schwere, fortschreitende Lungenerkrankung. Die Bezeichnung COPD umfasst verschiedene Formen von Erkrankungen der Lunge und Bronchien, darunter das Lungenemphysem (Lungenblähung) und die chronisch obstruktive Bronchitis. Sie sind in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) unter dem ICD-Code J44 gelistet.

Bei einem Lungenemphysem wird der Körper aufgrund von teilweise zerstörten beziehungsweise überblähten Lungenbläschen (Alveolen) nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt. Die Betroffenen leiden in erster Linie an Kurzatmigkeit bzw. Atemnot und eine damit verbundene Verringerung der Leistungsfähigkeit. In der Anfangszeit der Krankheit kommt es meist nur bei körperlicher Belastung zu Kurzatmigkeit. Später tritt bei Patient:innen mit einem Lungenemphysem die chronische Atemnot auch im Ruhezustand auf.

Bei etwa 20 Prozent der Patient:innen mit einer chronischen Bronchitis entwickelt sich die Erkrankung zu einer chronisch obstruktive Bronchitis (COB). Diese ist gekennzeichnet durch eine Atemwegsverengung (obstruktiv=verengt), die mit einer vermehrten Infektanfälligkeit einhergeht.

Bei Betroffenen von COPD liegen meist eine chronisch-obstruktive Bronchitis zusammen mit einem Lungenemphysem vor.

Ist COPD heilbar?

Spezifisch für die COPD ist die Irreversibilität der Erkrankung. Einmal bestehende Symptome und Krankheitszeichen sind also nicht heilbar bzw. kann der normale Lungenzustand nicht wiederhergestellt werden.

Symptome der COPD

Die zentralen Symptome werden als sogenannter AHA-Effekt bezeichnet. Dies sind:

  • Auswurf
  • Husten
  • Atemnot

Die Intensität der Beschwerden nehmen im Verlauf der Erkrankung zu. Die Atemnot tritt auch ohne körperliche Aktivitäten auf, der Husten wird hartnäckiger und der Auswurf lässt sich nur noch sehr schwer abhusten. Auch kommt es vermehrt zu akuter Bronchitis und Lungenentzündungen.

Der geringere Sauerstoffgehalt im Blut zeigt sich manchmal durch eine bläuliche Färbung von Fingerspitzen, Zehenspitzen und Lippen. Auch kann der Sauerstoffmangel Trommelschlegelfinger (kolbenförmige Auftreibungen der Fingerendglieder) mit Uhrglasnägeln (in Längsrichtung übermäßig gebogene Fingernägel) verursachen.

COPD ist allerdings nicht nur eine Lungenkrankheit, sondern kann zu den Systemerkrankungen gezählt werden, bei denen viele verschiedene Organe des Körpers betroffen sind. Zu den Beschwerden gehören auch ein zunehmender Leistungsverfall, schneller Gewichtsverlust, eine Veränderung der Muskelmasse und der Knochendichte sowie psychische Probleme. Etwa 40-70% der Erkrankten leiden unter Angst und Depressionen. Das Ausmaß ist dabei nicht vom Schweregrad der COPD abhängig.

Im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf kann es zu einem „Cor pulmonale“ (Lungenherz) kommen. Bei einem „Cor pulmonale“ entwickelt sich eine Rechtsherzschwäche, ausgelöst durch eine vergrößerte und somit geschwächte rechte Herzhälfte. Folgen können Wassereinlagerungen in Beinen und Bauch sein, Herzversagen und Versagen der Atemmuskulatur drohen.

Ein ausgeprägtes Lungenemphysem zeigt sich durch einen Fassthorax: Der Brustkorb hat dauerhaft die Position und Form wie beim Einatmen.

Die Symptome der Lungenerkrankung sind individuell unterschiedlich. Trotzdem lassen sich die an COPD Erkrankten in zwei Typen einteilen:

  • Pink Puffer (rosa Keucher): Die COPD ist hauptsächlich geprägt durch die Symptome des Lungenemphysems. Die verengten Atemwege verursachen Luftnot. Der Körper muss viel Energie für die Atemhilfsmuskulatur aufwenden. Die Sauerstoffversorgung kann dadurch auf einem normalen Niveau gehalten werden. Durch die Anstrengung sind die Patient:innen aber häufig untergewichtig.
  • Blue Bloater (blaue Huster): Die Betroffenen leiden deutlich weniger an Atemnot als die Pink Puffer. Ausgeprägter ist hingegen die chronisch obstruktive Bronchitis mit Husten und Auswurf. Der Körper wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was sich durch eine bläuliche Verfärbung der Haut zeigt. Die Patient:innen sind meist übergewichtig und haben häufiger ein „Cor pulmonale“.

Plötzliche Verschlechterung - Die COPD Exazerbation

Die Krankheit kann sich immer plötzlich verschlechtern. Man spricht in diesem Fall von einer Exazerbation. Die Anzeichen dafür sind:

  • zunehmende Atemnot
  • vermehrter Husten
  • mehr und veränderter Auswurf beim Husten
  • Müdigkeit
  • Engegefühl im Brustbereich
  • Fieber

Bei schweren Formen kann es zu Wassereinlagerungen in den Beinen und einer Bewusstseinseintrübung kommen.

Hauptursache für Exazerbationen sind Viren und Bakterien, weshalb sie in der nasskalten Jahreszeit besonders häufig auftreten. Auch das Einatmen von Zigarettenrauch, Abgasen oder Qualm kann Auslöser für die plötzliche Verschlechterung sein. Betroffene sollten einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, wenn sie die oben genannten Anzeichen bei sich bemerken, da die Behandlung daran angepasst werden muss. In seltenen Fällen ist sogar ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus nötig. Dort werden die Patient:innen durch eine nicht-invasive Beatmung (NIV) unterstützt. Nur beim Versagen der NIV oder anderen schwerwiegenden Gründen werden die Betroffenen invasiv beatmet (durch Beatmungsschlauchs in der Luftröhre). Die Anzeichen sollten ernstgenommen und frühzeitig behandelt werden, da die Exazerbationen dann milder verlaufen und das Fortschreiten der Krankheit abgebremst werden kann.

Unterschied COPD und Asthma

Die Lungenkrankheiten COPD und Asthma lösen oft ähnliche Beschwerden aus und können deshalb leicht verwechselt werden. Die Unterscheidung ist allerdings sehr wichtig, da die Behandlungsansätze speziell auf die Erkrankung abgestimmt sein müssen. Durch eine ausführliche Untersuchung und eine umfassende Anamnese können die beiden Erkrankungen gut voneinander unterschieden werden. Wichtige Unterscheidungsmerkmale sind:

  COPD Asthma
Atemnot bei Belastung oder dauerhaft anfallsartig
Husten klaren oder bräunlichen Auswurf meistens trockener Husten
Verengung der Atemwege

medikamentöse Behandlung nicht vollständig möglich

medikamentöse Behandlung

Alter in der Regel ab einem Alter von 40 Jahren meist in Kindheit oder Jugend

Ursachen einer COPD

Der Hauptrisikofaktor, der die Krankheitsentstehung begünstigt, ist das Rauchen. Durchschnittlich 80 bis 90 Prozent aller Erkrankungen aus dem COPD-Spektrum haben ihren Ursprung im Zigarettenrauch. Dies betrifft sowohl das aktive Rauchen als auch das Passivrauchen.

Untersuchungen zufolge führt jahrzehntelanges Rauchen bei etwa 50 Prozent aller Raucher:innen im Verlauf des Lebens zu einer chronischen Bronchitis. Von diesen Betroffenen entwickeln 20 Prozent die Krankheit COPD, darunter dreimal so viele Männer im Vergleich zu Frauen. Das Passivrauchen führt ebenso zu einer Erkrankung, wenn dies regelmäßig und über mehrere Jahre erfolgt.

Neben dem Zigarettenrauch sind auch andere Risikofaktoren möglich, die eine COPD-Entstehung begünstigen. Hierzu gehören beispielsweise hohe Feinstaubbelastungen und eine hohe Luftverschmutzung. Einige Krankheitsfälle gehen darüber hinaus auf genetische Ursachen zurück. Dazu zählt die Erbkrankheit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (ALPHA-1), bei der die Leberzellen eine zu geringe oder fehlerhafte Menge des Enzyms bilden. Die Stoffwechselkrankheit führt mit der Zeit zu einer Zersetzung des Lungengewebes.

Häufigkeit und Verbreitung von COPD

Die Häufigkeit von COPD hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Etwa 15% der deutschen Bevölkerung über 40 Jahren leiden an der Erkrankung, bei den über 70-jährigen sind es sogar 27%. Es wird angenommen, dass es außerdem eine hohe Dunkelziffer nicht diagnostizierter Erkrankungen gibt. Nach Schätzungen sind weltweit etwas 600 Millionen Menschen betroffen. COPD steht an dritter Stelle der häufigsten Todesursachen weltweit.

Diagnose einer COPD

Für eine gesicherte Diagnose informiert sich der Arzt / die Ärztin zunächst über Ihre Krankengeschichte. Häufig verwechseln Patient:innen die Erkrankung zunächst mit Asthma, da die Anfangsbeschwerden ähnlich sind.

Falls Sie rauchen, wird die Dauer und Häufigkeit erfragt sowie die detaillierten Symptome, darunter Husten und Atemnot. Mit einem Stethoskop hört der Arzt oder die Ärztin Ihre Lunge ab. Sind bei dieser Untersuchung Auffälligkeiten festzustellen, erfolgt in der Regel eine Überweisung in eine Praxis oder Klinik, die auf Erkrankungen der Lunge spezialisiert ist.

Bei der fachärztlichen Untersuchung werden verschiedene Tests durchgeführt, vor allem das Atmen durch einen Spirometer zur Feststellung des Lungenvolumens. Darüber hinaus wird der Sauerstoffgehalt Ihres Blutes gemessen. Hierzu findet eine Blutgasanalyse statt, die detailliert Auskunft über die Effektivität der Lungenfunktion bietet. Außerdem kann gezielt nach einem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel gesucht werden, der bei COPD häufig vorliegt.

Auch Röntgenuntersuchungen, Computertomografie (CT) und ein EKG können zur Diagnosesicherung durchgeführt werden. Dadurch können insbesondere andere mögliche Diagnosen wie Tumore, Lungenentzündungen oder eine eingeschränkte Herzfunktion ausgeschlossen werden.

Bei der COPD-Diagnose besteht eine Klassifizierung anhand der vier Schweregrade nach der GOLD-Einteilung. Die Einstufung entscheidet über die therapeutischen Maßnahmen und die damit verbundene Rehabilitation.

Auf dem Thorax-Röntgenbild lassen sich leichte COPD-Formen aber nur schwer erkennen. Auch bei einer schweren COPD-Erkrankung ist das Röntgen des Brustkorbs meist überflüssig.
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Verlauf der Krankheit

Die Entstehung einer COPD ist schleichend. Ihre zunächst gesunde Lunge ist in der Lage, sich selbst zu reinigen. Werden die Schadstoffe, zu denen vor allem der Zigarettenrauch gehört, dauerhaft der Lunge zugeführt, versagt diese Reinigungsfähigkeit mit der Zeit. Die Flimmerhärchen der Lunge, deren Aufgabe in einem Abtransport kleiner Partikel besteht, stellen nach und nach ihren Dienst ein und verkleben. Es entstehen chronische Entzündungen, die zu einer vermehrten Schleimbildung führen. Es kommt zu zunehmender Atemnot und der produzierte Schleim lässt sich mit der Zeit nur noch schwer abhusten.

Der Prozess vollzieht sich über Jahre. Zu Beginn ist ein gelegentliches Husten festzustellen. Später kommen Auswurf und Kurzatmigkeit hinzu. Die Abstände zwischen den einzelnen Symptomen werden kürzer. Die immer schlechtere Lungenfunktion führt zu einer deutlich geringen Sauerstoffversorgung des Blutes. Es entstehen Infektionen, Lungenentzündungen und die spezifische Herzschwäche „Cor pulmonale“.

Stadien der COPD

COPD wird in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt, die in den sogenannten GOLD Richtlinien (Global initiative for chronic Obstructiv Lung Disease) festgelegt wurden. Die Einteilung erfolgt hauptsächlich anhand der Einsekundenkapazität (FEV1), also der Luftmenge, die der Patient oder die Patientin innerhalb einer Sekunde forciert ausatmen kann.

GOLD 1 (Anfangsstadium): Die Lungenfunktion beträgt noch mindestens 80% der altersentsprechenden Lungenfunktion.

GOLD 2 (mittelschwere COPD):  Die Lungenfunktion geht auf bis zu 50% des Sollwerts zurück.

GOLD 3 (schwere COPD): Die Lungenfunktion beträgt in diesem Stadium nur noch 30-50% des Sollwerts.

GOLD 4 (sehr schwere COPD): Im letzten Stadium beträgt die Lungenfunktion weniger als 30% vom Normalwert.


Daneben findet auch eine Beurteilung der Symptomausprägung in Grad 0 bis Grad 4 statt:

Schwergrad Symptome

Grad 0
Risikogruppe

Atemnot bei intensivem Training

Grad 1
leichtgradig

Kurzatmigkeit bei leichten körperlichen Anstrengungen

Grad 2
mittelgradig

Aufgrund von Atemnot muss bei normalem Gehtempo angehalten werden.

Grad 3
schwer

Bereits nach 100 Metern Gehstrecke muss eine Pause zum Luftholen eingelegt werden.

Grad 4
sehr schwer

Aufgrund der Atemnot ist es nicht möglich, die Wohnung zu verlassen.

Auch plötzliche Verschlechterungen der chronischen Krankheit werden bei der Feststellung des Schweregrads berücksichtigt und durch die zusätzlichen Buchstaben A - D verdeutlicht. Sie zeigen an, wie stark die Symptome ausgeprägt sind und wie häufig Exazerbationen auftreten. A zeigt dabei die geringste und D die stärkste Ausprägung an.

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei COPD?

Im deutlich fortgeschrittenen Krankheitsstadium wird die COPD lebensbedrohlich und geht mit einer geringeren Lebenserwartung einher. Durchschnittlich ist die Lebenserwartung bei COPD um circa neun Jahre verringert.

Die individuelle Lebenserwartung ist von verschiedenen Faktoren wie Nikotinkonsum, Exazerbationen, Alter und Begleiterkrankungen abhängig. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Einsekundenkapazität (FEV1). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei:

  • 10 Jahren, wenn die Einsekundenkapazität mehr als 1,25l beträgt,
  • 5 Jahren, wenn die Einsekundenkapazität zwischen 0,75l und 1,25l beträgt und
  • 3 Jahren, wenn die Einsekundenkapazität unter 0,75l beträgt.

Patient:innen sollten wissen, dass der FEV1-Wert jährlich um durchschnittlich 30ml geringer wird. Falls weiterhin geraucht wird sinkt der Wert sogar um 90ml pro Jahr.

Therapie einer COPD

Bei der nicht heilbaren Erkrankung steht die medikamentöse Linderung der Atembeschwerden im Fokus der Behandlung. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen im Bedarfsfall atemwegserweiternde Medikamente verordnen. Hierbei gibt es Medikamente für eine dauerhafte Einnahme und andere Medikamente, die in einer akuten Atemnotsituation eingenommen werden.

Gegen entzündliche Prozesse in der Lunge sind Kortisonpräparate häufiges Mittel der Wahl im Rahmen der Therapie. Eine Langzeitbehandlung mit diesem Medikament sollte vermieden werden, bei akuten Verschlechterungen kann Kortison aber ratsam dennoch sein. Bei Problemen mit dem Abhusten kommen schleimlösende Medikamente zum Einsatz. Auch eine Sauerstofftherapie mit Hilfe einer Beatmungsmaske ist eine Behandlungsmöglichkeit im fortgeschrittenen Krankheitsstadium.

Körperliches Training wie Ausdauer- oder Kraftsport kann die Lebensqualität und die Belastbarkeit der Betroffenen deutlich verbessern. Durch eine gezielte Atemtherapie können die Patient:innen außerdem Atemtechniken und Körperhaltungen erlernen, die die Belüftung der Lunge verbessern.

Bei schweren Krankheitsverläufen im späten Stadium, die nicht mehr auf eine medikamentöse Therapie oder eine Reha-Maßnahme ansprechen, ist gegebenenfalls eine Operation denkbar, die der Erleichterung der Atmung dient. Dazu können beispielsweise die ballonartig erweiterten Bronchien entfernt werden, die benachbartes Lungengewebe wegdrücken und die Lungenfunktion beeinträchtigen. Dieser Eingriff wird auch als Bullektomie bezeichnet. In seltenen Fällen besteht auch die Möglichkeit einer Lungenvolumenreduktion. Dabei werden Ventile in die überblähten Lungenabschnitte eingesetzt, die sich beim Einatmen schließen und beim Ausatmen öffnen. Auf diese Art und Weise wird die Lungenüberblähung reduziert und die Atemnot gelindert. Eine letzte Option ist die Lungentransplantation, die in Einzelfällen zur Anwendung kommt.

Rehabilitation nach der Behandlung

Von COPD Betroffene haben alle vier Jahre Anspruch auf Rehabilitation, wenn:

  • sie sich durch die Erkrankung im Alltag eingeschränkt fühlen,
  • die Erwerbstätigkeit bedroht ist,
  • die Symptome sich deutlich verschlechtert haben,
  • die Erkrankung ein starkes psychisches Leiden auslöst.

Die Reha-Maßnahmen bei COPD bestehen aus einem strukturierten Programm von mindestens drei Wochen Dauer. Sie dienen in erster Linie

  • dem Training der Atemmuskulatur,
  • der Erarbeitung von Kraft und Ausdauer,
  • der Stabilisierung des Immunsystems und
  • der umfassenden Patientenschulung.

Die Reha ist wesentlicher Baustein im Umgang mit einer COPD. Sie wird Sie befähigen, mit der Krankheit im Alltag zurechtzukommen und so lange wie möglich stabil zu bleiben. Ihre Leistungsfähigkeit wird gestärkt und Sie gewinnen Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit den Symptomen. Wenn Sie eine Rauchentwöhnung wünschen, wird Ihnen diese im Rahmen der Rehabilitation ermöglicht. Ebenso stehen Ihnen bei Bedarf alle Möglichkeiten einer begleitenden psychologischen Betreuung offen. Zusätzlich können je nach Klinik und Bedürfnissen des Betroffenen Angebote wie Physiotherapie, Ergotherapie, Sozialberatung, Ernährungsberatung, Entspannungsverfahren und Atemtherapie in Anspruch genommen werden.

Was können Betroffene selbst tun?

Neben der medizinischen Betreuung können Patient:innen mit COPD durch den eigenen Lebensstil den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Die wichtigste Aufgabe besteht in einem sofortigen Ende des Rauchens. Die Krankheit lässt sich nicht mehr verbessern, wohl aber hinauszögern und in einem frühen Stadium aufhalten. Weiterhin werden sämtliche lungenschädigenden Einflüsse vermieden, beispielsweise berufliche Tätigkeiten, die mit Schadstoffen verbunden sind. Auch Entzündungen und Erkrankungsoptionen sind so weit wie möglich einzugrenzen. Da Infekte bei Personen mit COPD Exazerbationen auslösen und die Lebenserwartung somit senken können, sollten Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken und COVID-19 unbedingt durchgeführt werden. Auch kann der Besuch von und der Austsuch in Selbsthilfegruppen den Betroffenen helfen.

Um Ihr Immunsystem nachhaltig und langfristig zu stärken, ist ein gesundheitsförderlicher Lebensstil hilfreich. Dies umfasst in erster Linie eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung sowie ein angemessenes Körpergewicht.

Fazit

Die Diagnose COPD stellt Patient:innen vor eine große Aufgabe. Sie ist nicht heilbar und bedeutet eine lebenslange Herausforderung im Umgang mit vielfältigen Symptomen, vor allem Atemnot und Entzündungen. Gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit aktiv sehr viel tun, um den Krankheitsverlauf zu verzögern und Ihre Gesundheit zu stärken. Ihr behandelnder Arzt oder Ihre Ärztin unterstützt Sie dabei ebenso wie das Angebot an rehabilitativen Maßnahmen, das Ihnen zur Verfügung steht.

zuletzt geändert am: 26.10.2021

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