COPD

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine häufig vorkommende Krankheit der Atemwege, die in verschiedenen Stadien verläuft. Sie ist nicht heilbar und wird durch unterschiedliche medizinische Maßnahmen gelindert. Neben therapeutischen Interventionen steht Ihnen die Rehabilitation als wichtigste Möglichkeit der Symptomlinderung und Alltagserleichterung zur Verfügung.

Definition COPD

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (englisch: chronic obstructive pulmonary disease = COPD) umfasst verschiedene Formen von Erkrankungen der Lunge und Bronchien, darunter das Lungenemphysem und die chronisch obstruktive Bronchitis. Sie sind in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) unter dem ICD-Code J44 gelistet.

Bei einem Lungenemphysem wird der Körper aufgrund von teilweise zerstörten beziehungsweise überblähten Alveolen (Lungenbläschen) nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt. Die Symptome sind in erster Linie Kurzatmigkeit und eine damit verbundene Verringerung der Leistungsfähigkeit. Die chronisch obstruktive (obstruktiv = verengend) Bronchitis zeichnet sich durch eine Atemwegsverengung aus, die mit einer vermehrten Infektanfälligkeit einhergeht.

Spezifisch für die COPD ist die Irreversibilität der Erkrankung. Einmal bestehende Symptome und Krankheitszeichen sind nicht heil- oder rückführbar. Die zentralen Symptome werden als sogenannter AHA-Effekt bezeichnet. Dies sind Auswurf, Husten und Atemnot, die sich jeweils im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung sukzessive verschlechtern.

Ursachen einer COPD

Der Hauptrisikofaktor, der eine Krankheitsentstehung begünstigt, ist das Rauchen. Durchschnittlich 80 bis 90 Prozent aller Erkrankungen aus dem COPD-Spektrum haben ihren Ursprung im Zigarettenrauch. Dies betrifft sowohl das aktive Rauchen als auch das Passivrauchen.

Untersuchungen zufolge führt jahrzehntelanges Rauchen bei etwa 50 Prozent aller Raucher im Verlauf des Lebens zu einer chronischen Bronchitis. Von diesem Betroffenen entwickeln 20 Prozent die Krankheit COPD, darunter dreimal so viele Männer im Vergleich zu Frauen. Das Passivrauchen führt ebenso zu einer Erkrankung, wenn eine entsprechende Langjährigkeit und Regelmäßigkeit gegeben sind.

Neben dem Zigarettenrauch sind auch andere Risikofaktoren möglich, die eine COPD-Entstehung begünstigen. Hierzu gehören beispielsweise hohe Feinstaubbelastungen und eine hohe Luftverschmutzung. Einige Krankheitsfälle gehen darüber hinaus auf genetische Ursachen zurück. Dazu zählt die Erbkrankheit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (ALPHA-1), bei der die Leberzellen eine zu geringe oder fehlerhafte Menge des Enzyms bilden. Die Stoffwechselkrankheit führt mit der Zeit zu einer Zersetzung des Lungengewebes.

Verlauf der Krankheit

Die Entstehung einer COPD ist schleichend. Ihre zunächst gesunde Lunge ist in der Lage sich selbst zu reinigen. Werden die Schadstoffe, zu denen vor allem der Zigarettenrauch gehört, dauerhaft der Lunge zugeführt, versagt diese Reinigungsfähigkeit mit der Zeit. Die Flimmerhärchen der Lunge, deren Aufgabe in einem Abtransport kleiner Partikel besteht, stellen nach und nach ihren Dienst ein und verkleben. Es entstehen chronische Entzündungen, die zu einer vermehrten Schleimbildung führen. Es kommt zu zunehmender Atemnot, und der produzierte Schleim lässt sich mit der Zeit nur noch schwer abhusten.

Der Prozess vollzieht sich über Jahre. Zu Beginn ist ein gelegentliches Husten festzustellen. Später kommen Auswurf und Kurzatmigkeit hinzu. Die Abstände zwischen den einzelnen Symptomen werden kürzer. Die immer schlechtere Lungenfunktion führt zu einer deutlich geringen Sauerstoffversorgung des Blutes. Es entstehen Infektionen, Lungenentzündungen und die spezifische Herzschwäche „Cor pulmonale“ (Lungenherz). Im deutlich fortgeschrittenen Krankheitsstadium wird die COPD lebensbedrohlich und geht mit einer geringeren Lebenserwartung einher.

Auf dem Thorax-Röntgenbild lassen sich leichte COPD-Formen aber nur schwer erkennen. Auch bei einer schweren COPD-Erkrankung ist das Röntgen des Brustkorbs meist überflüssig.
© StockPhotoPro - stock.adobe.com

Diagnosestellung

Für eine gesicherte Diagnose informiert sich der Arzt zunächst über Ihre Krankengeschichte. Häufig verwechseln Patienten die Erkrankung zunächst mit Asthma, da die Anfangsbeschwerden ähnlich sind.

Falls Sie rauchen, wird die Dauer und Häufigkeit erfragt sowie die detaillierten Symptome, darunter Husten und Atemnot. Mit einem Stethoskop hört der Arzt Ihre Lunge ab. Sind bei dieser Untersuchung Auffälligkeiten festzustellen, erfolgt in der Regel eine Überweisung zu einem Lungenfacharzt.

Bei der fachärztlichen Untersuchung werden verschiedene Tests durchgeführt, vor allem das Atmen durch einen Spirometer zur Feststellung des Lungenvolumens. Darüber hinaus wird der Sauerstoffgehalt Ihres Blutes gemessen. Hierzu findet eine Blutgasanalyse statt, die detailliert Auskunft über die Effektivität der Lungenfunktion bietet.

Bei der COPD-Diagnose besteht eine Klassifizierung anhand von vier Schweregraden, die sogenannte GOLD-Einteilung (GOLD = Global Initiative für Chronic Obstructive Lung Disease). Die Einteilung entscheidet über die therapeutischen Maßnahmen und die damit verbundene Rehabilitation.

Möglichkeiten der Prävention

Die wichtigste Aufgabe besteht in einem sofortigen Ende des Rauchens. Die Krankheit lässt sich nicht mehr verbessern, wohl aber hinauszögern und in einem frühen Stadium aufhalten. Weiterhin werden sämtliche lungenschädigenden Einflüsse vermieden, beispielsweise berufliche Tätigkeiten, die mit Schadstoffen verbunden sind. Auch Entzündungen und Erkrankungsoptionen sind so weit wie möglich einzugrenzen, etwa durch Grippeschutzimpfungen und geeignete Hygienemaßnahmen.

Um Ihr Immunsystem nachhaltig und langfristig zu stärken ist ein gesundheitsförderlicher Lebensstil hilfreich. Dies umfasst in erster Linie eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung sowie ein angemessenes Körpergewicht.

Medizinische Behandlung

Bei der nicht heilbaren Erkrankung steht die medikamentöse Linderung der Atembeschwerden im Fokus. Ihr Arzt wird Ihnen im Bedarfsfall atemwegserweiternde Medikamente verordnen. Hierbei gibt es Medikamente für eine dauerhafte Einnahme und andere, die in einer akuten Atemnotsituation eingenommen werden.

Gegen entzündliche Prozesse in der Lunge sind Kortisonpräparate häufiges Mittel der Wahl und bei Problemen mit dem Abhusten schleimlösende Substanzen. Auch eine Sauerstofftherapie im Langzeitverlauf ist eine Möglichkeit im fortgeschrittenen Krankheitsstadium.

Bei schweren Krankheitsverläufen im späten Stadium, die nicht mehr auf eine medikamentöse Therapie oder eine Reha-Maßnahme ansprechen, ist gegebenenfalls eine Operation denkbar, die der Erleichterung der Atmung dient. Eine letzte Option ist die Lungentransplantation, die in Einzelfällen zur Anwendung kommt.

Rehabilitation nach der Behandlung

Die Reha-Maßnahmen bestehen aus einem strukturierten Programm von mindestens drei Wochen Dauer. Sie dienen in erster Linie

  • dem Training der Atemmuskulatur,
  • der Erarbeitung von Kraft und Ausdauer,
  • der Stabilisierung des Immunsystems und
  • der umfassenden Patientenschulung.

Die Reha ist wesentlicher Baustein im Umgang mit einer COPD. Sie wird Sie befähigen, mit der Krankheit im Alltag zurechtzukommen und so lange wie möglich stabil zu bleiben. Ihre Leistungsfähigkeit wird gestärkt und Sie gewinnen Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit den Symptomen. Wenn Sie eine Raucherentwöhnung wünschen, wird Ihnen diese im Rahmen der Rehabilitation ermöglicht. Ebenso stehen Ihnen bei Bedarf alle Möglichkeiten einer begleitenden psychologischen Betreuung offen.

Fazit

Die Diagnose COPD stellt Patienten vor eine große Aufgabe. Sie ist nicht heilbar und bedeutet eine lebenslange Herausforderung im Umgang mit vielfältigen Symptomen, vor allem Atemnot und Entzündungen. Gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit aktiv sehr viel tun, um den Krankheitsverlauf zu verzögern und ihre Gesundheit zu stärken. Ihr behandelnder Arzt unterstützt Sie dabei ebenso wie das Angebot an rehabilitativen Maßnahmen, das Ihnen zur Verfügung steht.

zuletzt geändert am: 03.05.2019

Beitrag jetzt teilen
E-Mail
Twitter
Facebook
Whatsapp

Autor

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf  2019/Dezember : Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über 4QD - Qualitätskliniken.de GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.qualitaetskliniken.de/

Unser Angebot erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige
Gesundheitsinformationen im Internet.