Lungen-OP

Operationen an der Lunge haben in der Regel die Entfernung von Teilen des Lungengewebes zur Folge. Eine Krebserkrankung zählt zu den häufigsten auslösenden Ursachen, die einen Eingriff erforderlich machen. Eine Behandlung der Lunge mit ihren unterschiedlichen chirurgischen Methoden ist Bestandteil der Thoraxchirurgie (Thorax = Brustkorb). Nach der Behandlung schließt sich meist eine Reha-Maßnahme im Rahmen der Nachsorge an.

Gründe für eine Lungen-OP

Der kleinste Eingriff an einer Lunge ist die Entnahme einer Gewebeprobe. Ihr Arzt hat damit die Möglichkeit, zunächst grundsätzlich eine Diagnose zu stellen. Größere Operationen sind meist mit der Entfernung von Teilen der Lunge, beispielsweise dem Lungenlappen oder einem vollständigen Lungenflügel verbunden. Dieser tiefgreifende Einsatz ist notwendig, um bei Lungenkrebs den Tumor und die zugehörigen Krebszellen zu entfernen.

Auch ein Lungenemphysem (Überblähung der Lunge), das im fortgeschrittenen Stadium von massiven Atembeschwerden begleitet wird, ist ein Grund für eine Operation. Die Krankheit ist häufig Teil der COPD (englisch: Chronic Obstructive Pulmonary Disease), der chronisch-obstruktiven Bronchitis, die mit einer Verengung der Atemwege einhergeht.

Die Lunge ist mit einem Lungenfell überzogen. Dieses ist mit dem Rippenfell verbunden und ermöglicht die Lungenausdehnung innerhalb des Brustkorbs. Wenn das Rippenfell von einem Tumor befallen ist, nimmt der Arzt eine chirurgische Entfernung vor. Auch ein Pneumothorax (Luftansammlung im Rippenspalt) begründet einen Eingriff.

Darstellung eines Lungenemphysems
Darstellung eines Lungenemphysems © Markus Schnatmann / Fotolia

Verlauf der Behandlung

Bei einer Lungen-OP befinden Sie sich in einer Halbseiten-Lage. Ihr Chirurg setzt an der Randposition des Schulterblattes einen Schnitt, um von dort aus ein Auseinanderspreizen der Rippen zu ermöglichen. Hochauflösende Computerbilder bieten Ihrem Arzt einen genauen Überblick. Je nach Größe und Position des Tumors entscheidet Ihr Operateur über das Ausmaß der Gewebeentfernung. Die Möglichkeiten und Details hat er vor dem Eingriff mit Ihnen ausführlich besprochen.

Die unterschiedlichen Verfahren der Operation

Die Gewebeprobe zur Diagnose entnimmt Ihr Arzt mittels Bronchoskopie (Lungenspiegelung). Auch das schonende Abtragen kleiner Tumoren ist auf diese Weise möglich. Eine neuere Form der Lungenspiegelung ist die ELVR (endoskopische Lungenvolumenreduktion). Diese Spiegelung ermöglicht die Reduzierung einer Lungenüberblähung und die damit verbundene Verbesserung der Atmung.

Die chirurgischen Operationen haben ihre Namen nach dem Ausmaß des zu entfernenden Gewebes.

  • Lobektomie: Entnahme eines Lungenlappens
  • Pneumektomie: Entfernung eines vollständigen Lungenflügels
  • Segmentresektion: Entfernung eines Segmentes (Teil) der Lunge
  • Lungentransplantation: Einpflanzung eines neuen Organs von einem Spender (Therapie der Wahl bei vollständigem Funktionsausfall der Lunge)

Eventuelle Komplikationen während der Operation

Wie bei allen chirurgischen Eingriffen sind prinzipiell auch bei einer Operation an der Lunge Komplikationen möglich. Ihr Arzt bespricht diese in einem Aufklärungsgespräch detailliert mit Ihnen. Komplikationen sind beispielsweise Wundheilungsstörungen oder Infektionen, eventuell Schmerzen oder entzündliche Prozesse. Eine umsichtige Behandlung und Nachsorge helfen, diese Risikofaktoren zu minimieren.

Die Nachsorge

Die Belastungen einer Lungen-OP sind für Körper und Psyche erheblich. Viele Patienten erleben ein hohes Maß an Beanspruchung und Erschöpfung. Dementsprechend wichtig ist eine umsichtige Nachsorge, bei der eine Regeneration und abschließende Gesundung möglich sind. Hierzu stehen unterschiedliche Varianten einer Reha-Behandlung zur Verfügung. Ihr behandelnder Arzt bespricht mit Ihnen, welche Form vor dem Hintergrund Ihres Krankheitsbildes besonders gut geeignet ist.

Voraussetzungen für eine rehabilitative Maßnahme

Die Voraussetzung für den Beginn einer Reha ist die abgeschlossene medizinische Behandlung Ihrer ursächlichen Lungenerkrankung. Neben den regelmäßigen Untersuchungen im Rahmen der Nachsorge steht Ihnen eine Reha zu, die stationär, teilstationär sowie ambulant möglich ist. Für welche Form Sie sich entscheiden, liegt einerseits an den Behandlungsempfehlungen Ihres Arztes und andererseits an Ihren persönlichen Bedürfnissen. Manche Patienten schätzen die Option, in ihrem gewohnten Umfeld zu verbleiben, während sich andere bessere an einem anderen Ort erholen.

Hervorgehobene Lungenflügel
© yodiyim / Fotolia

Ziele der Rehabilitation

Die Reha dient in erster Linie der vollständigen Wiederherstellung Ihrer Gesundheit in körperlicher und seelischer Hinsicht. Hierzu stehen während der Maßnahme verschiedene Entspannungsverfahren oder auch psychologische Unterstützung zur Krankheitsbewältigung bereit. Bei Bedarf haben Sie die Möglichkeit, auf diverse therapeutische Angebote zurückzugreifen, darunter Massagen, Ernährungsberatung, Ergotherapie, Inhalationstherapie und ähnliche mehr.

Dauer der Reha

Die Dauer der rehabilitativen Maßnahme beträgt in der Regel drei Wochen. Über die eigentliche Maßnahme hinaus bespricht Ihr Therapeut weiterführende Optionen für den Bedarfsfall mit Ihnen, darunter beispielsweise eine längere ambulante Psychotherapie mit wöchentlichen Sitzungen zur Unterstützung. Auch ein Entspannungskurs zur regelmäßigen Anwendung im Nachhinein ist für viele Patienten eine hilfreiche Option.

Hinweise zur Antragstellung

Bei der Antragstellung ist Ihnen zunächst Ihr behandelnder Arzt behilflich, der mit Ihnen die Kriterien und Ihren Bedarf bespricht. Darüber hinaus sind der Sozialdienst der Klinik, in der Sie operiert wurden, zuständig und ebenso die Reha-Servicestellen der Krankenkasse. Auch der Rentenversicherungsträger offeriert Materialien und Hilfestellungen zum Reha-Antrag, vor allem vor dem Hintergrund der späteren Rückkehr in den Beruf.

Fazit

Lungenerkrankungen, die einen chirurgischen Eingriff erfordern, stellen für viele Patienten eine hohe Belastung dar. Neben der eigentlichen Krankheitsbehandlung gilt es zur gewohnten Stabilität zurückzufinden. Auch Veränderungen der Lebensgewohnheiten gehören meist dazu. Eine umsichtige Nachsorge, besonders verbunden mit einer Reha-Maßnahme, ist wesentlicher Bestandteil der vollständigen Genesung. Das Wahrnehmen dieser unterstützenden Angebote ist gleichzeitig die beste Prävention (Vorbeugung). Sie ermöglicht im Idealfall die langfristige Bewältigung von Alltag und Beruf. Das Einholen von ausführlichen Informationen und die Beratung durch eine Reha-Servicestelle sind dabei sinnvolle Möglichkeiten bei Ihrer Planung.

Artikel vom Expertengremium Reha lektoriert, 18.06.2018

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