Krebs

Bei Krebs handelt es sich um verschiedene Erkrankungen, in deren Verlauf gesundes Gewebe durch eine unkontrollierte Vermehrung von entarteten Zellen zerstört wird. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen Krebsleiden die häufigste Todesursache dar.

Was ist Krebs?

Bei Krebs handelt es sich um krankhafte Veränderungen an den Körperzellen. Dabei kommt es zu einer Vermehrung der Krebszellen. Sind die Körperzellen gesund, verlaufen ihr Wachstum, ihre Entwicklung und Teilung sowie ihr Absterben problemlos ab. Bei Krebszellen fehlt jedoch diese Regelung. So kommt es wieder und wieder zu ihrer Teilung, sodass sie schließlich eine Geschwulst bilden. Mediziner bezeichnen bösartige Krebszellen auch als maligne Zellen. Diese Zellen dringen immer tiefer in angrenzendes Gewebe vor, wo sie sich vermehren und das gesunde Gewebe mehr und mehr zerstören.

Ärzte sprechen häufig von einem Krebstumor. Unter einem Tumor wird eine Verhärtung oder Schwellung verstanden. Allerdings gibt es auch gutartige (benigne) Tumore. Zu den gutartigen Tumoren gehören unter anderem Lipome (Fettgeschwülste), Muttermale, Hämangiome (Gefäßgeschwülste) sowie Myome (Muskelzellgeschwülste). Der Unterschied zu den bösartigen Tumoren besteht bei den gutartigen Tumoren darin, dass von ihnen keine Zellen in das gesunde Gewebe gelangen. Dagegen können bösartige Tumore das Entstehen von sogenannten Metastasen (Tochtergeschwülsten) zur Folge haben.

Häufigkeit

Am höchsten fällt das Krebsrisiko bei älteren Menschen aus. Während das mittlere Erkrankungsalter bei Männern 68 Jahre beträgt, liegt es beim weiblichen Geschlecht bei 69 Jahren. Allein in Deutschland kommt es pro Jahr bei ca. 450.000 bis 500.000 Menschen zu Krebsneuerkrankungen. Zu den tödlichsten Krebsarten zählen dabei Lungenkrebs, Brustkrebs und Darmkrebs.

Krebszelle in der Blutbahn
Krebszelle in der Blutbahn © psdesign1

Welche Krebsarten gibt es?

Mediziner unterscheiden zwischen zwei verschiedenen Arten von Krebserkrankungen. Dabei handelt es sich um

  • solide (feste oder harte) Tumore sowie
  • bösartige Hämoblastosen.

Zur Gruppe der soliden Tumore zählen Karzinome, die aus entarteten Hautdeckzellen (Epithelzellen), Drüsenzellen oder Schleimhautzellen entstehen, sowie Sarkome, die sich zum Teil aus Muskelzellen, Knochenzellen, Fettzellen oder entarteten Bindegewebszellen bilden.

Die Entstehung von bösartigen Hämoblastosen erfolgt aus den Blutzellbestandteilen oder den blutbildenden Organen. Eine Form der Hämoblastose stellt die Leukämie dar.

Was sind die häufigsten Krebserkrankungen?

Insgesamt gibt es mehr als 300 unterschiedliche Krebsarten. Ihre Häufigkeit variiert dabei nach Geschlecht. So leiden Frauen vor allem unter:

Die häufigsten Krebserkrankungen bei Männern sind:

  • Prostatakrebs
  • Lungenkrebs
  • Darmkrebs
  • Blasenkrebs
  • Hautkrebs
  • Nierenkrebs
  • Mundhöhlen- und Rachenkrebs
  • Non-Hodgkin-Lymphome
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Leukämie (Blutkrebs)
  • Leberkrebs

Ursachen und Risikofaktoren

Trotz der intensiven Forschungsbemühungen ist es noch immer nicht gelungen, die genauen Ursachen von Krebserkrankungen zu ergründen. Es wird angenommen, dass zahlreiche Risikofaktoren sich auf die Entstehung von Krebs auswirken. In manchen Fällen verbergen sich hinter einer Krebskrankheit genetische Auslöser. Aber auch die Lebensweise der betroffenen Personen ist von Bedeutung. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

  • eine genetische Veranlagung
  • eine ungesunde Ernährungsweise wie der Verzehr von zu viel rotem Fleisch, ein erhöhter Konsum von Alkohol sowie ein Mangel an Ballaststoffen, Obst und Gemüse, wodurch die Gefahr von Krebserkrankungen in der Magen-Darm-Region ansteigt
  • Tabakkonsum, der für die Entstehung von Lungenkrebs oder Krebserkrankungen an den Atemwegen verantwortlich sein kann
  • ionisierende Strahlung wie Röntgenstrahlen, Radonstrahlen oder Strahlenunfälle
  • Umweltgifte
  • intensive UV-Strahlung, die Hautkrebs auslösen kann
  • bestimmte Infektionen wie HPV-Infektionen (humane Papillomviren) oder Hepatitis-B-Infektionen

Symptome von Krebs

Ein typisches Merkmal von Krebserkrankungen ist, dass sie im frühen Stadium meist keine oder nur geringfügige Symptome auslösen. Allerdings können verschiedene Warnzeichen ein Hinweis auf eine Tumorerkrankung sein, wenngleich sich nicht immer Krebs hinter ihnen verbergen muss. Treten die Beschwerden jedoch über einen längeren Zeitraum auf, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Als mögliche Krebssymptome gelten:

  • ständiger Husten, der mit blutigem Auswurf und Heiserkeit einhergeht
  • Hautveränderungen
  • Blut im Stuhl
  • dauerhafte Verdauungs-, Magen-, Darm- oder Schluckbeschwerden
  • Knoten, die sich unter der Haut, der weiblichen Brust oder den männlichen Hoden ertasten lassen
  • unklare Schmerzen
  • Blässe und Blutarmut
  • chronische Müdigkeit und Leistungsschwäche
  • ständige Schmerzen beim Wasserlassen
  • Wunden oder Geschwüre, die nicht heilen
  • dauerhafte Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust, der sich nicht erklären lässt

Diagnose von Krebserkrankungen

Eine frühe Diagnose von Krebs ist überaus wichtig, weil sie die Behandlungsaussichten deutlich verbessert. So erhöhen sich die Heilungschancen, je früher der Tumor entdeckt wird. Den ersten Schritt der Diagnostik stellt die ausführliche Befragung des Patienten dar. Dabei lässt sich der Arzt die Symptome, die Lebensumstände und die Krankheitsgeschichte schildern. Im Anschluss an die Anamnese findet eine körperliche Untersuchung statt.

Zur Lokalisierung der genauen Tumorposition kann der Arzt auf verschiedene Untersuchungsmethoden zurückgreifen. So liefert unter anderem die Blutuntersuchung wichtige Aufschlüsse. Eine denkbare Option stellt dabei das Bestimmen von Tumormarkern im Blut dar. Bei Tumormarkern handelt es sich um körpereigene Stoffe, die sich bei einigen Krebserkrankungen vermehren. Dabei werden diese Substanzen entweder selbst von den Tumorzellen gebildet oder zur Bildung angeregt.

Von Bedeutung sind außerdem Röntgenuntersuchungen. Zum Beispiel lassen sich durch Röntgenaufnahmen rein zufällig und ohne Verdacht Tumore oder Metastasen entdecken. Weitere wichtige Untersuchungsverfahren sind

  • die Sonographie (Ultraschalluntersuchung),
  • die Skelettszintigraphie zum Aufspüren von Tochtergeschwülsten,
  • die Computertomographie (CT) sowie
  • die Magnetresonanztomographie (MRT).

Als besonders wichtig gilt die operative Entnahme von Gewebeproben (Biopsie), die anschließend in einem Labor analysiert werden.

Behandlung von Tumorerkrankungen

Da jede Tumorerkrankung von Mensch zu Mensch unterschiedlich verläuft, ist eine individuelle Abstimmung der Behandlung erforderlich. So richtet sich die optimale Krebsbehandlung nach der Tumorart sowie deren Ausbreitung. Die Krebstherapie verfügt über drei Grundsäulen. Dabei handelt es sich um:

Im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs ist es mitunter möglich, den Tumor zu entfernen. Falls erforderlich, kann anschließend eine Chemotherapie erfolgen. In deren Rahmen kommen spezielle Zytostatika (Zellgifte) zum Einsatz. Sie besitzen die Eigenschaft, das Vermehren der Krebszellen zu stoppen oder deren Absterben zu bewirken. Sie greifen jedoch auch die gesunden Körperzellen an. Diese erholen sich allerdings im Unterschied zu den Krebszellen wieder.

Bei einer Strahlentherapie werden die Krebszellen gezielt mit Elektronenstrahlung oder Röntgenstrahlen bekämpft. Dieses Vorgehen bewirkt eine zielgerichtete Schädigung der Tumorzellen, wodurch wiederum der Tumor an Umfang verliert oder nicht mehr weiterwächst.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind

  • die Hormontherapie, die bei hormonabhängigen Krebsarten wie Prostatakrebs oder Brustkrebs zur Anwendung gelangt,
  • die Antikörpertherapie (Immunbehandlung), in deren Verlauf spezielle Antikörper die Krebszellen angreifen, sowie
  • die zielgerichtete Krebstherapie, bei der zielgerichtete Arzneimittel gegen die Tumorzellen vorgehen.

Reha nach der Krebsbehandlung

Eine Tumortherapie kostet den Krebspatienten viel Kraft, sodass es ihm anschließend oft schwerfällt, wieder in sein gewohntes Leben zurückzukehren. Bei diesem Übergang helfen ihm Rehabilitationsmaßnahmen. Darüber hinaus sichert die onkologische Rehabilitation den Therapieerfolg und wirkt möglichen Spätfolgen oder Einschränkungen der Erkrankung entgegen. Innerhalb der Reha-Phase finden medizinische Behandlungen statt, die die physischen Auswirkungen der Krebserkrankungen abmildern oder sogar beseitigen.

Zu den Reha-Maßnahmen zählen unter anderem

  • eine Beratung über die richtige Ernährung bei Krebskrankheiten,
  • eine Physiotherapie sowie
  • ausreichend Bewegung.

Fazit

Krebs stellt keineswegs automatisch ein Todesurteil dar. Wird die schwere Erkrankung frühzeitig erkannt, lässt sich oftmals eine Heilung ermöglichen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Krebsfrüherkennungsuntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen.

Zuletzt geändert am: 02.10.2018

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