Atherosklerose

Bei einer Atherosklerose (ICD-Code: I70) kommt es zu einer krankhaften Einlagerung von Fetten in die innere Wandschicht der arteriellen Blutgefäße, das sogenannte Endothel. Besonders häufig sind die arteriellen Beingefäße, die Gabelung der Halsschlagader und die Herzkranzgefäße betroffen.

Was versteht man unter Atherosklerose?

Im Volksmund wird die Atherosklerose auch als Arterienverkalkung bezeichnet. Bei den Einlagerungen handelt es sich jedoch keinesfalls um Kalk. Jedoch können die sogenannten atherosklerotischen Plaques Kalziumsalze enthalten, die zur Gefäßverhärtung beitragen.

Im Krankheitsverlauf verdicken und verhärten die arteriellen Blutgefäße zunehmend. Dadurch wird der Querschnitt der Arterien eingeschränkt - der Durchlass durch die “Rohre” wird kleiner. Zudem verlieren die eigentlich flexiblen Gefäße an Elastizität.

In der Folge sind der Blutfluss, die Durchblutung und damit auch die Sauerstoffversorgung der betroffenen Bereiche eingeschränkt. Bei einem Riss der sklerotischen Arterien können Blutgerinnsel entstehen, die das Gefäß komplett verschließen. Medizinische Notfälle wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sind die Folge.

Das menschliche Herz
Das Herz © Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Ist die Atherosklerose gleichzusetzen mit einer Arteriosklerose?

In der Pathologie, einem Fachbereich der Medizin, wird der Begriff Arteriosklerose für eine Reihe von Erkrankungen der Arterien genutzt. Der wichtigste und am häufigsten vorkommende Vertreter dieser Erkrankungsgruppe ist die Atherosklerose. Auch die primäre Mediaverkalkung gehört zu den Arteriosklerosen.

Diese Unterscheidung hat sich jedoch weder im klinischen noch im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt. Deshalb wird der Begriff Arteriosklerose häufig synonym zu der Bezeichnung Atherosklerose verwendet.

Wie entsteht eine Atherosklerose? Was sind Ursachen und Risikofaktoren?

Die genaue Entstehung der Atherosklerose ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich sind Schäden der inneren Arterienschicht Ausgangspunkt des Krankheitsgeschehens. Über diese kleinsten Verletzungen gelangt Cholesterin in die Gefäßwände. Das kann zu Entzündungsreaktionen und Oxidationen führen. Dabei entstehen Plaques, auch Atherome genannt. Diese atherosklerotischen Plaques verbinden sich im Krankheitsverlauf und bilden so eine Schicht, die zunehmend das Blutgefäß verengt und in seiner Funktion einschränkt.

Ein Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Atherosklerose ist das Alter. So finden sich ab dem 80. Lebensjahr bei nahezu allen Menschen atherosklerotische Veränderungen. Auch das männliche Geschlecht und die familiäre Neigung zur Atherosklerose gelten als unbeeinflussbare Risikofaktoren.

Zu den vermeidbaren Risikofaktoren gehören hingegen Bewegungsmangel und Übergewicht. Erhöhte Cholesterinwerte im Blut (Hypercholesterinämie) sowie die Stoffwechselerkrankungen Diabetes mellitus und Gicht erhöhen ebenso das Erkrankungsrisiko. Menschen mit hohem Blutdruck haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für atherosklerotische Gefäßveränderungen.

Darstellung einer Gefäßverengung
Verengtes Blutgefäß durch Atherosklerose © peterschreiber.media - stock.adobe.com

Welche Symptome treten auf?

Über viele Jahre zeigt die Atherosklerose keine Symptome und bleibt deshalb häufig unbemerkt. Erst bei hochgradigen Gefäßeinengungen oder bei Gefäßverschlüssen kommt es zu Funktionseinschränkungen bzw. zum Infarkt und damit auch zu Beschwerden.

Die Symptome hängen vor allem davon ab, in welchem Bereich sich die Erkrankung manifestiert. Sind vorwiegend die Herzkranzgefäße betroffen, entwickelt sich eine Koronare Herzkrankheit (KHK) mit

  • Herzrhythmusstörungen,
  • Kurzatmigkeit oder
  • Brustenge (Angina pectoris)
  • bis hin zum Herzinfarkt.

Eine mögliche Folge der chronischen Durchblutungsstörung ist auch die chronische Herzinsuffizienz. Die nachlassende Pumpleistung des Herzens äußert sich zum Beispiel durch Wassereinlagerungen (Ödeme), Kurzatmigkeit oder Atemnot sowie eine nachlassende Leistungsfähigkeit.

Gefäßverengungen des Gehirns können nicht nur einen Schlaganfall hervorrufen, sondern auch zu Demenz führen. Ebenso können sich Gefäßaussackungen, sogenannte Aneurysmen, bilden, die beim Platzen zu lebensbedrohlichen Blutungen führen.

Durchblutungsstörungen der Beine oder Arme wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) sind eine weitere Folge der Atherosklerose. Die Betroffenen haben zunächst Schmerzen beim Gehen oder in späteren Stadien auch in Ruhe. Bei ausgeprägten Durchblutungsstörungen kann das Gewebe aufgrund der fehlenden Sauerstoffversorgung komplett zerstört werden (Nekrose).

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei bestehender Atherosklerose sollten Sie zunächst zur Prävention weiterer Ablagerungen Risikofaktoren ausschließen. Versuchen Sie Ihr Körpergewicht zu reduzieren, wenn Sie übergewichtig sind. Ein Verzicht auf das Rauchen ist ebenso anzuraten wie die Senkung zu hoher Cholesterinwerte durch entsprechende Medikamente.

Zu den medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gehören ferner Arzneimittel zur Senkung der Triglyceride im Blut sowie blutverdünnende Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Clopidogrel. Diese sollen die Bildung von Blutgerinnseln verhindern und den Blutfluss in den Arterien verbessern.

Bei stark verengten Gefäßen können invasive Eingriffe nötig sein. Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen erhalten beispielsweise einen Bypass, bei einer atherosklerotisch verengten Beinarterie erweitert der Chirurg das betroffene Gefäß.

Wie erfolgt die Reha nach der Behandlung?

Größere chirurgische Eingriffe erfordern einen anschließenden Aufenthalt in einer Reha-Klinik. Aber auch bei atherosklerotischen Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall ist die Rehabilitation wichtig. In der Reha nehmen die Patienten unter anderem an Bewegungstherapien oder Ernährungsberatungen teil. Ärztliche Schulungsangebote gehören häufig ebenso zum Therapieangebot wie die psychologische Betreuung.

Wie lässt sich einer Atherosklerose vorbeugen?

Eine konsequente blutdrucksenkende Behandlung sowie der strikte Verzicht auf das Rauchen sind wichtige Maßnahmen zur Prävention. Menschen mit Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder Gicht müssen mithilfe einer Diät und gegebenenfalls auch einer medikamentösen Therapie richtig eingestellt werden.

Pflegen Sie außerdem einen gesunden Lebensstil! Regelmäßige Bewegung, vor allem Ausdauersport und moderater Kraftsport, wirken sich ebenso positiv auf die Gefäßgesundheit aus wie eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Gemüseanteil und vorwiegend pflanzlichen Fetten und Ölen.

Über die Freisetzung von Botenstoffen und bestimmten Blutzellen kann Stress die Entstehung von atherosklerotischen Plaques begünstigen. Maßnahmen zur Stressbewältigung wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung gehören deshalb ebenfalls zu den sinnvollen Präventionsmaßnahmen.

zuletzt geändert am: 01.10.2019

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