Oberarmbruch

Ein Oberarmbruch, medizinisch auch Humerusfraktur genannt, verursacht starke Schmerzen und einen Funktionsverlust der Beweglichkeit. Ein Großteil der Frakturen betrifft den Schaftbereich des Oberarmes. In jedem Fall verlangt die Intensität der Symptome die umgehende Konsultation eines Arztes.

Wie man sich die genaue Diagnose eines Oberarmbruches und die darauffolgende Therapie vorstellen darf, sind einige der Fragen, die in diesem Beitrag beantwortet werden sollen. Berücksichtigung finden dabei auch einschlägige Rehamaßnahmen, die eine möglichst vollkommene Gesundung und damit auch Funktionsfähigkeit des betroffenen Armes zum Ziel haben.

Mögliche Ursachen einer Humerusfraktur

Oftmals kommt es zu einem Bruch des Oberarmes bei Stürzen. Hier sind Fahrradstürze oder Glatteisunfälle eine häufige Ursache. Zur Risikogruppe zählen ältere Menschen und das Vorhandensein von Osteoporose. Die Bevölkerung wird immer älter und es kommt oftmals zu Gang- und Standunsicherheiten. Zum anderen führen Krankheiten wie Osteoporose dazu, dass selbst ein leichter Sturz rasch in einem Knochenbruch resultiert. Frauen sind durchschnittlich 2- bis 3- mal häufiger betroffen als Männer.

Seltenere Ursachen sind Sportverletzungen, sowie andere Krankheiten, allen voran bösartige Tumore. Sind sie für den Bruch verantwortlich, so ist in der Medizin von einer krankhaften bzw. pathologischen Fraktur die Rede.

Definition eines Oberarmbruches (Humerusfraktur)

Nach der Röntgendiagnostik unterscheidet man unterschiedliche Frakturbereiche des Oberarmkochens. Grundsätzlich werden drei Formen einer Humerusfraktur unterschieden:

  • die distale Humerusfraktur,
  • die subkapitale Humerusfraktur sowie
  • die Humerus-Schaft-Fraktur.

Bei Letzterer befindet sich der Bruch am Schaft zwischen dem Ellbogen und dem Oberarmkopf. Mit der distalen Humerusfraktur wiederum werden Brüche, die sich direkt oberhalb des Ellbogens befinden, bezeichnet. Von einer subkapitalen Humerusfraktur spricht man, wenn der Bruch direkt unterhalb des Oberarmkopfes lokalisiert ist.

Besonders häufig kommt es am unteren Rand des Oberarmkopfes zu Frakturen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der an dieser Stelle besonders schmale und weiche Oberarmknochen selbst leichten Stürzen oder Schlägen nicht standzuhalten vermag.

Fraktur im Bereich des Oberarmes
© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Symptom und Diagnose einer Humerusfraktur

Wie bei allen Brüchen ist auch bei einem Oberarmbruch das Hauptsymptom der Schmerz mit einer typische Schonhaltung. Dabei hält der Patient den Arm mit der gesunden Hand eng am Körper, um Schmerzen zu minimieren.

Auch die restliche Symptomatik gibt rasch Aufschluss darüber, ob es sich hier um eine Humerusfraktur handelt. Bezeichnend sind die direkt nach dem verursachenden Ereignis auftretenden starken Schmerzen im Oberarm, die eine hohe Beeinträchtigung der Bewegung mit sich bringen.

Weitere Hinweise sind Schwellungen und Blutergüsse. Handelt es sich um einen schweren bzw. komplizierten Bruch, so äußert sich dieser in einer deutlichen Fehlstellung des Oberarmes. Ein Gefühl der Lähmung und andere Empfindungsstörungen wie beispielsweise ein Kribbeln in den betroffenen Partien kann auf eine Nervenverletzung verweisen.

Da eine starke Prellung vergleichbare Schmerzen wie bei einem Bruch nach sich ziehen kann, greift der Arzt zwecks Diagnosefindung auf Röntgenaufnahmen zurück. Das Untersuchungsergebnis ergibt meist einen eindeutigen Befund über die Schwere des Bruches und ist für die anschließende Therapie ausschlaggebend. Als weiterführende Diagnostik bei komplexen Brüchen des Oberarmkopfes dient die Computertomographie (CT). Eine CT Untersuchung hilft auch bei der Entscheidung, ob eine operative Versorgung notwendig ist.

Die verschiedenen Therapiemöglichkeiten einer Humerusfraktur

Ziel der Behandlung ist der Erhalt der schmerzfreien Mobilität der Schulter in Abhängigkeit der Art des Bruches, des Alters und dem Funktionsanspruch des Patienten. Dabei können über 90% der Schulterfrakturen konservativ therapiert werden.

Einteilung der Brüche:

  • Nicht verschobener Bruch: meist konservative Therapie möglich
  • Starke Fehlstellung: Die Bruchstelle muss unter Betäubung gerichtet werden.
  • Besonders schwerer und komplizierter Bruch: Der Arzt wird in der Regel eine Operation vorschlagen. Dabei besteht das vorrangige Ziel darin, die einzelnen Bruchstücke so zu fixieren, dass die bleibenden Schäden so gering wie möglich gehalten werden. Metallplatten und Schrauben, sowie andere Implantate können hier zur Stabilisation beitragen. Je nach Art des Bruches ist es möglich das Material nach ca. einem Jahr wieder zu entfernen. In wenigen Fällen wird es notwendig ein Kunstgelenk einzusetzen.

Wie bei konservativen Behandlungsmethoden, bei denen in der Regel ein Gilchristverband für bis zu drei Wochen zum Einsatz kommt, wird der Oberarm auch nach einer Operation mit einem Gipsverband oder einer Schiene gestützt.

Neben der anfänglichen Ruhigstellung und ausreichender Schmerzmedikation spielen krankengymnastische Übungen eine essentielle Rolle bei der Heilung einer Oberarmfraktur. Diese setzen in sanfter Form bereits kurz nach dem Unfall ein und sollten ausschließlich unter fachmännischer Anleitung erfolgen.

Reha nach der Behandlung

Maßnahmen zur gezielten Rehabilitation selbst nach der eigentlichen Therapie sind vor allem im Anschluss an operative Eingriffe erforderlich.

In der Regel wird etwa 3 bis 4 Wochen nach der Operation mit der Krankengymnastik begonnen.

Der Heilungsprozess erstreckt sich über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Wochen. Um eine Einsteifung der Schulter zu verhindern bedarf es intensiver Physiotherapie. Die Behandlung ist ambulant oder stationär möglich. Eine stationäre Reha dauert in der Regel drei Wochen.

Ist der Prozess der Wundheilung abgeschlossen, so können Bewegungsbäder verordnet werden, die gleichermaßen die Mobilität des Oberarmes und Schultergelenkes erhöhen sollen.

Weitere Tipps zur optimalen Genesung nach Oberarmbrüchen

  • Vermeiden Sie bis zur vollständigen Heilung der Knochen eine Belastung des betroffenen Armes mit mehr als 2 Kilogramm Gewicht.
  • Verzichten Sie außerdem auf jede Form der übermäßigen körperlichen Anstrengung, sei sie nun beruflich bedingt oder privater Natur.
  • Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt, wenn es während des Heilungsprozesses zu Symptomen wie anhaltenden Schmerzen, Schwellungen, Verfärbungen oder Steifheit kommt.

zuletzt geändert am: 06.06.2019

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