Geriatrische Reha

Eine geriatrische Rehabilitation ermöglicht es älteren Patienten, direkt nach der Akut-Behandlung im Krankenhaus ihre Alltagsfähigkeit zurückzuerlangen. Auch wenn nur ein Teil von ihnen später wieder selbstständig leben kann, bewirkt die Reha-Maßnahme oft eine bessere Bewältigung des Alltags.

Was versteht man unter einer geriatrischen Reha?

Geriatrische Rehabilitation bezeichnet die Wiederherstellung der Selbstständigkeit älterer Patienten, die nach einer Operation oder schweren Krankheit in ihrem Alltag eingeschränkt sind. Sie erfolgt in stationärer oder teilstationärer Versorgung. Bei letzterer erhält der Kranke seine benötigten Anwendungen in der Reha-Klinik und verbringt den Rest des Tages und die Wochenenden zu Hause. Ziel der geriatrischen Reha ist es, die Pflegebedürftigkeit zu verhindern.

Die behandelten Patienten sind im Durchschnitt 80 Jahre alt und haben eine Haupterkrankung und zirka fünf ebenfalls behandlungsbedürftige Leiden. Auch, wenn manche der Reha-Patienten nicht wieder vollständig genesen, verbessert der Aufenthalt in der geriatrischen Einrichtung ihre Lebensqualität deutlich.

Die Antragstellung erfolgt über das behandelnde Krankenhaus oder durch einen Facharzt. Nach der Bewilligung durch die zuständige Krankenkasse sucht sich der Kranke seine Reha-Klinik selbst aus.

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Wann ist eine geriatrische Rehabilitation notwendig?

Die geriatrische Reha ist vor allem nach altersbedingten schweren Erkrankungen und Verletzungen durch Stürze erforderlich. Da letztere bei Menschen dieses Alters oft gehäuft auftreten, spricht der Mediziner auch vom sogenannten Sturz-Syndrom.

Weitere medizinische Indikationen, die eine Behandlung in einer geriatrischen Reha-Klinik erforderlich machen, sind:

  • stark eingeschränkte Mobilität infolge von Schlaganfall,
  • ein Unfall,
  • aktivierter Arthrose
  • chronische Schmerzen,
  • Inkontinenz,
  • gestörte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme,
  • häufiger Schwindel,
  • Altersdepression und
  • eine verringerte geistige Leistungsfähigkeit.

Darüber hinaus führen auch Diabetes mellitus und seine Spätfolgen, neurodegenerative Krankheiten wie Morbus Parkinson sowie Herz- und Gefäßerkrankungen zu einer Einweisung in eine geriatrische Reha-Klinik.

Die stationäre Reha erfolgt, wenn

  • der Patient nach dem Klinik-Aufenthalt noch eine ständige ärztliche Überwachung oder eine Pflege durch Pflegepersonal benötigt
  • die Erkrankung/Behinderung in einer ambulanten geriatrischen Reha nicht adäquat zu behandeln ist
  • es aus medizinisch-psychologischen Gründen notwendig ist, den Patienten aus seinem gewohnten sozialen Umfeld zu lösen.

Was sind die Voraussetzungen für eine geriatrische Rehabilitation?

Voraussetzungen für die Beantragung einer geriatrische Rehabilitation sind

  • höheres Lebensalter (mindestens 70 Jahre)
  • ein Rehabilitationsbedarf
  • eine Rehabilitationsfähigkeit
  • wenigstens zwei geriatrische Erkrankungen/Behinderungen

Nach Genehmigung des Antrags behandelt das geriatrische Team den Patienten drei bis vier Wochen stationär. Hat sich sein Zustand innerhalb dieser Zeit etwas verbessert, befürwortet der Arzt eine Verlängerung der Reha-Maßnahme. Dann ist eine erneute Antragstellung bei der Krankenkasse erforderlich.

Wie läuft eine geriatrische Reha ab?

Voraussetzung für die geriatrische Reha-Maßnahme ist die Begutachtung durch einen Facharzt. Dieser führt zuerst eine Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) und dann eine genaue körperliche Untersuchung durch. Anschließend erstellt er in Zusammenarbeit mit Pflegekräften, Therapeuten und dem Sozialdienst ein geriatrisches Gutachten, das den körperlichen, psychischen und sozialen Zustand der behandlungsbedürftigen Person beschreibt.

Es führt die medizinischen Probleme und Einschränkungen und über welches Reha-Potenzial der Patient verfügt. Danach stellt das geriatrische Team einen persönlichen Therapieplan auf und bestimmt die zur Durchführung der Behandlungen notwendigen Fachkräfte.

Das sind je nach Diagnose

  • Ärzte verschiedener Fachrichtungen (Innere Medizin, Orthopädie)
  • Pflegepersonal
  • Masseure
  • Ergotherapeuten
  • Physiotherapeuten
  • Logopäden
  • Ernährungsberater

Ab dem zweiten Tag in der Reha-Klinik erhält der Patient je nach Belastbarkeit zwei bis vier Therapien pro Wochentag und die dafür erforderlichen Hilfsmittel. Die Therapien dauern jeweils 15 bis 30 Minuten. Einmal pro Woche bespricht das geriatrische Team in einer Team-Sitzung den Behandlungserfolg und stimmt die weiteren Therapien darauf ab. Je nach Bedarf führt es noch zusätzlich Akut-Behandlungen durch, wie beispielsweise die Gabe von Infusionen. Bei gehbehinderten Patienten überprüfen die Fachkräfte die häuslichen Gegebenheiten und veranlassen bei Bedarf einen behindertengerechten Umbau.

In manchen Einrichtungen findet außerdem noch eine Einweisung der Angehörigen statt. Diese lernen dadurch den passenden Umgang mit den alters- und krankheitsbedingten Beschwerden des Patienten. In der Entlassungsphase stellt das geriatrische Team dem Patienten medizinisch-pflegerische Hilfe in seinem Zuhause bereit.

Was ist eine mobile geriatrische Rehabilitation?

Eine mobile geriatrische Reha ist eine Reha-Maßnahme, bei der das geriatrische Team den Patienten in seiner Wohnung mit Therapie und Pflege versorgt. Das entsprechend seiner geriatrischen Erkrankungen zusammengestellte Fachkräfte-Team führt die Therapien vor Ort durch, um beispielsweise eine Verschlechterung seines Zustands durch eine fremde Umgebung (Klinik) zu vermeiden. Die Unterstützung durch Angehörige wirkt sich dabei ebenfalls positiv aus.

Da die Gegebenheiten des häuslichen Umfelds in die Therapie mit einbezogen werden, ist der Behandlungserfolg oft nachhaltiger als bei einer stationären geriatrischen Rehabilitation. Die mobile geriatrische Reha eignet sich außerdem für schwer eingeschränkte ältere Patienten, bei denen eine stationäre Reha-Maßnahme nicht ausreicht.

Fazit

Mit einer geriatrischen Reha bekommt der erkrankte ältere Patient wenigstens einen Teil seiner früheren Selbstständigkeit zurück. Die Zusammenarbeit des multidisziplinären Teams sorgt für eine umfassende Behandlung seiner verschiedenen geriatrischen Krankheiten. Auch in der letzten Therapiephase in den eigenen vier Wänden unterstützt es seine Genesung durch die geeignete Pflege.

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