Rehakliniken in Deutschland

Bedeutung von Rehakliniken für die Patientenversorgung

Rehakliniken stellen in der Versorgungskette für Patienten einen wesentlichen Leistungsträger dar. Nach einer akuten Erkrankung oder Unfällen ist es die Aufgabe der Rehabilitation, die Patienten bestmöglich bei der Genesung zu unterstützen. Teilweise kann aber die vollständige Wiederherstellung der Gesundheit nicht erreicht werden. In diesen Fällen ist es das Ziel der Reha, das Fortschreiten des Krankheitsprozesses aufzuhalten und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Patienten sollen ihr Leben trotz chronischer Krankheiten oder eventueller Einschränkungen selbstbestimmt fortsetzen und sowohl im Privat- als auch im Arbeitsleben teilnehmen können.

In der Bundesrepublik werden jährlich rund 2 Millionen Patienten in landesweit über 1.100 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen behandelt (Statistisches Bundesamt 2017). Je nach Größe der Einrichtungen besitzen die Rehakliniken unterschiedliche Fachabteilungen. Die häufigsten Abteilungen sind:

Aber auch onkologische, neurologische sowie kardiologische Fachabteilungen sind deutschlandweit in vielen Rehakliniken zu finden. Im Bereich der Onkologie erfolgt meist eine Spezialisierung der Kliniken auf die Behandlung von Patienten mit bestimmten Krebsarten.

Rehakliniken in Deutschland mit Stand Jahr 2017: Bayern 260, Baden-Württemberg 193, Nordrhein-Westfalen 138, Niedersachsen 119, Hessen 94, Schleswig-Holstein 62, Mecklenburg-Vorpommern 60, Sachsen 53, Rheinland-Pfalz 53, Thüringen 33, Brandenburg 27, Sachsen-Anhalt 21, Berlin, Hamburg, Bremen (Stadtstaaten) 13

Rehakliniken in den Bundesländern

Deutschlandweit stehen Patienten rund 164.000 Betten in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen zur Verfügung. In Ballungsgebieten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, Leipzig oder Köln sind nur wenig stationäre Rehakliniken zu finden. Trotz der großen Einwohnerzahlen in urbanen Regionen gibt es die meisten Rehakliniken in ländlichen Gebieten, welche reizvolle Landschaften aufweisen. Besonders beliebt ist die Lage am Wasser, in der Nähe von Bergen bzw. Gebirgen oder in Regionen mit viel Waldflächen. Die Nähe zur Natur soll während einer Reha auch in der therapiefreien Zeit die Möglichkeit geben, sich aktiv erholen zu können.

In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen mit Bremerhaven gibt es zusammen weniger als 20 Rehakliniken. Besonders im Vergleich zu den hohen Einwohnerzahlen sind somit innerhalb der Städte nicht genug Reha-Plätze vorhanden. Die Versorgung dieser Gebiete übernehmen hauptsächlich die angrenzenden Bundesländer Brandenburg bzw. Niedersachen.

In Brandenburg sind mehrere Rehakliniken in Orten wie Lübben oder Burg im UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald zu finden. Auch gibt es weitere Einrichtungen wie bspw. in Brandenburg an der Havel, Bad Belzig oder in der Umgebung von Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Auch der älteste Kurort Bad Freienwalde im Nordosten des Bundeslandes ist nur 60 km von Berlin entfernt und nahe der Oder.

Bad Oeynhausen und Bad Nenndorf sind beliebte Orte für eine Reha oder Kur in Niedersachsen. Besonders viel besucht sind Einrichtungen in der Lüneburger Heide oder Rehkliniken direkt an der Nordsee, da für Patienten mit Erkrankungen der Atemwege die Meeresluft ein wesentlicher Genesungsaspekt ist. Spaziergänge im Wattenmeer sind dabei nicht nur Aktivitäten in der behandlungsfreien Zeit sondern oft fester Bestandteil der Therapiepläne. Ähnliches gilt auch für Schleswig-Holstein mit dem Ostseebad Damp, der Insel Sylt oder auch Bad Schwartau. Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind häufig Rehakliniken am Meer zu finden, in dem Fall an der Ostsee. Im Ostseeheilbad Zingst, auf Rügen oder auch im Ostseebad Ahrenshoop finden Patienten geeignete Rehakliniken. Außerdem sind in diesen Regionen häufig spezialisierte Einrichtungen für die Rehabilitation und Vorsorge für Eltern und Kinder in Form von Vater/Mutter-Kind-Kuren angesiedelt.

In der Mitte Deutschlands befinden sind im Bundesland Hessen bekannte staatlich anerkannte Heilbäder wie Bad Wildungen und Bad Orb. Zwischen den Orten Bad Wildungen und dem benachbarten Schwesterheilbad Reinhardshausen befindet sich mit 50 Hektar Europas größter Kurpark. Neben Bad Frankenhausen, Bad Salzungen oder auch dem Heilbad Heiligenstadt zieht in Thüringen besonders die Region Thüringer Wald mit dem Rennsteig eine Vielzahl von Patienten an.

In der waldreichen Mittelgebirgslandschaft des Dreiländerecks Deutschland-Frankreich-Luxemburg besticht das Saarland mit einer im Vergleich zur Fläche großen Anzahl an Rehakliniken. Weiter entlang des Naturparks Saar-Hunsrück liegt das Bundesland Rheinland-Pfalz mit seiner durch Flüsse geprägten Landschaft. In den Gebieten rund um Mosel, Lahn und Mittelrhein befinden sich Rehakliniken z. B. in Bad Salzig, Bernkastel-Kues, Bad Kreuznach, Bad Dürkheim, Bad Sobernheim bis nach Wied im Westerwald. Auch liegt das für seine heißen Quellen bekannte Bad Ems in Rheinland-Pfalz. Dem Rhein abwärts folgend liegt das bevölkerungsreichste Bundesland, Nordrhein-Westfalen. Dort stehen Rehakliniken den Patienten sowohl in urbanen Gebieten wie in Köln, Essen, Duisburg oder Wuppertal als auch in Kurorten wie z. B. Bad Berleburg und Bad Oeynhausen zur Verfügung.

Zu den ältesten Moorheilbädern Deutschlands zählt der Kurort Bad Elster in Sachsen. Weitere Einrichtungen mit den verschiedensten fachlichen Schwerpunkten sind bspw. in Pulsnitz, Bad Düben, Bad Schandau in der sächsischen Schweiz oder auch Bad Brambach im Vogtland mit seinen radon- und kohlensäurehaltige Mineralquellen ansässig. Zwischen Dessau, Wittenberg und Torgau liegt im Bundesland Sachsen-Anhalt die Kurstadt Bad Schmiedeberg in der Dübener Heide. An der Saale, im Süden von Sachsen-Anhalt und nahe der Grenze zu Sachsen und Thüringen, befindet sich Heilbad Bad Kösen mit seiner langen Tradition als Kurort. Aber auch in den Städten wie Magdeburg und Dessau sind sowohl ambulante als auch stationäre Rehakliniken zu finden.

Ein großes Angebot an Rehakliniken ist auch im Süden der Republik zu finden. Ob in Bad Neustadt an der Saale, Nittenau, Bad Abbach oder Bad Kissingen - fast alle Indikationen werden im flächenmäßig größtem Bundesland Bayern abgedeckt. Auch landschaftlich finden Patienten ein ansprechendes Angebot: von einem beeindruckenden Blick auf die bayrischen Alpen aus Bad Reichenhall über Oberstdorf als Deutschlands südlichsten heilklimatischen Kurort direkt in den Alpen bis hin zu Schaufling im Bayerischen Wald. Ähnlich schaut es auch im benachbarten Baden-Württemberg aus. Im Nordwesten finden Patienten z. B. zwischen den Städten Heidelberg und Heilbronn das Soleheilbad Bad Rappenau, nahe der französischen Grenze die berühmte Kurstadt Baden-Baden oder im Dreiländereck Deutschland-Schweiz-Frankreich - in der Nähe von Freiburg und Basel - den Ort Bad Bellingen. Das höchstgelegene Sole-Heilbad Europas befindet sich in Bad Dürrheim. Auch der heilklimatische Kurort Höchenschwand im südlichen Hochschwarzwald bietet den Patienten einen direkten Blick auf die Alpen. Zwischen der Donau und dem Bodensee liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße der Kurort Bad Saulgau.

Bewertete Rehakliniken nach Bundesländern sortiert sind hier zu finden:

Wegweiser mit Aufschrift Rehabilitation
gustavofrazao – stock.adobe.com

Zugang zur medizinischen Rehabilitation

Im Gegensatz zu einem akuten Krankenhausaufenthalt, wo oft die Wohnortnähe für die Patienten eine wichtige Rolle spielt, ist dies bei der Reha von einer geringeren Bedeutung. Für den meist 3 bis 4-wöchigen Aufenthalt reisen die Patienten längere Strecken, um in einer spezialisierten Klinik behandelt zu werden. Oft ist dabei auch die Lage der Einrichtung aufgrund persönlicher Präferenzen oder medizinisch begründet entscheidend. So kann z. B. die Lage am Meer und die damit verbundene höhere Luftfeuchtigkeit den Gesundheitszustand bei Atemwegserkrankungen verbessern. Ebenso ist bei Herausforderungen im Bereich Sucht oder auch der Psychosomatik unter Umständen ein vorübergehender räumlicher Abstand zum eigentlichen Wohnort sinnvoll, um sich besser auf den Genesungsprozess in der Rehabilitation einlassen zu können.

Wiederum kann auch die Wohnortnähe bei der Reha wichtig sein, wenn bspw. die Transportfähigkeit eines Patienten nur eingeschränkt möglich oder der persönliche bzw. regelmäßige Kontakt mit Angehörigen der Patienten wichtig ist.

Die Beantragung von Rehabilitationsmaßnahmen erfolgt durch die Sozialdienste der Kliniken, wenn eine Anschlussheilbehandlung (AHB) direkt im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt notwendig ist. Alle anderen Formen der Rehabilitation werden von den Patienten mit Unterstützung des Haus- oder Facharztes selbst beantragt.

In Deutschland werden die Kosten für eine Reha übernommen von:

  • den Trägern der Rentenversicherung,
  • den Krankenkassen,
  • der Bundesagentur für Arbeit,
  • der gesetzlichen Unfallversicherung,
  • der Kriegsopferversorgung und der Kriegsopferfürsorge oder
  • den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe sowie den Sozialhilfeträgern.

Die Kostenträger teilen den Patienten bei der Bewilligung einer Reha mit, wann und in welcher Klinik der Aufenthalt stattfindet. Sollte der Patient eine andere aber trotzdem geeignete Rehaklinik als die zugewiesene Einrichtung bevorzugen, kann von dem Wunsch- und Wahlrecht Gebrauch gemacht werden.

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