Stationäre Reha

Was ist eine stationäre Reha? Wer braucht eine stationäre Reha und welche Erkrankungen werden behandelt?

Ziel einer stationären Reha ist es, Betroffenen zu ermöglichen, angemessen mit ihrer jeweiligen Erkrankung umzugehen und einen selbstbestimmten Alltag führen zu können. Dies betrifft sowohl die private als auch die berufliche Komponente. Da vor allem chronische Erkrankungen oftmals nicht vollständig heilbar sind, soll im Rahmen einer Reha zumindest eine Besserung der Situation des Betroffenen herbeigeführt sowie ein Fortschreiten der Erkrankung vermieden werden.

Charakteristisch für eine stationäre Rehabilitation - und anders als bei einer ambulanten Rehabilitation - ist eine ganztägige Unterbringung in der jeweiligen Reha-Einrichtung - mit Übernachtung und Verpflegung. Für die Unterkunft und Verpflegung können auf freiwilliger Basis Zuzahlungen für den Patienten oder die Patientin entstehen (Komfortleistungen).

Große Vorteile einer stationären Reha sind, dass entsprechende Einrichtungen für alle Erkrankungen zur Auswahl stehen und sich die Patient:innen voll auf eine Besserung ihrer gesundheitlichen Verfassung konzentrieren können, da sie durch den stationären Charakter der Reha aus ihrem Alltag losgelöst sind.

Stationäre Reha
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Wer hat Anspruch auf eine stationäre Reha?

Grundsätzlich hat jeder deutsche Bürger und jede deutsche Bügerin Anspruch auf eine Reha. Dies ist im Paragraphen 4 des SGB I geregelt. Entsprechend gilt eine medizinische Rehabilitation als eine Pflichtleistung der Krankenkassen, obwohl die zuständigen Kostenträger sowohl die gesetzliche / private Krankenversicherung als auch die gesetzliche Rentenversicherung sein können.

Als wichtige Voraussetzungen für die Bewilligung einer Reha durch den jeweils zuständigen Kostenträger gilt neben der medizinischen Notwendigkeit auch eine positive Rehabilitationsprognose.

Generell kann ein/eine Patient:in jederzeit eine Reha beantragen. Diese wird häufig sofort bewilligt, wenn zuvor ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus erfolgt ist (unter dem Begriff „Anschlussheilbehandlung“). Ist die Reha beendet, lässt sich eine medizinische Reha jedoch erst nach vier Jahren erneut beantragen - sofern es sich um keine medizinisch dringenden Fälle handelt.

Was ist beim Antrag für eine stationäre Reha zu beachten?

Verordnen muss eine medizinische Reha der Hausarzt / die Hausärztin oder ein Facharzt / eine Fachärztin. Dieser muss die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme ausreichend begründen. Anschließend kann ein Antrag auf Reha gestellt werden. Sollte die Rentenversicherung der Kostenträger sein, dann ist das Antragsformular der Rentenversicherung zu verwenden. Je besser bzw. genauer der Antrag auf Reha formuliert wird, umso besser sind die Aussichten auf eine Bewilligung durch den Kostenträger.

Zu empfehlen ist es, alle notwendigen Unterlagen mit dem Antrag zusammen einzureichen. Hierzu zählen beispielsweise Arzt- oder Krankenhausberichte. Nun wird der Antrag vom Kostenträger geprüft und entweder bewilligt oder abgelehnt. Diese Prüfung kann durchaus einige Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Im Falle einer Ablehnung besteht für den Betroffenen die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen. Auch dieser sollte genau begründet sein.

Stationäre Reha Antrag
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Wie läuft eine stationäre Reha ab?

Zu Beginn der Reha erfolgt ein Gespräch mit dem fachärztlichen Personal der Rehabilitationseinrichtung. Gemeinsam mit dem Arzt / der Ärztin werden die Ziele bzw. Fortschritte besprochen, die der Patient / die Patientin während der Reha erreichen soll. Die weiteren Tage sind vor allem bestimmt durch den Therapieplan, der vom fachärztlichen Personal festgelegt wurde. Pro Tag sind vier bis fünf Termine üblich. Am Ende der Reha erfolgt eine Abschlussuntersuchung durch das fachärztliche Personal. Dieses fertigt einen Bericht an, der dem Kostenträger übermittelt wird. Zum Abschluss erhält der Patient / die Patientin noch einige Tipps, wie auch im Alltag möglichst lange vom Reha-Erfolg profitiert werden kann.

Wie lange dauert eine Reha?

In aller Regel wird eine medizinische Reha für eine Dauer von drei Wochen bewilligt. Unter bestimmten Umständen kann die Maßnahme jedoch auch verlängert werden. Sollte der Arzt / die Ärztin eine solche Verlängerung vorschlagen, kann der Patient / die Patientin dies annehmen, muss es aber nicht. Am besten wird gemeinsam mit dem fachärztlichen Personal beraten, ob eine Verlängerung sinnvoll ist. Bei Zustimmung des Betroffenen beantragt die Reha-Klinik eine Verlängerung beim Kostenträger, der dieser widersprechen oder zustimmen kann.

Wie sieht das Angebot an Therapien bei einer Reha aus?

Welche Therapien im Einzelnen angeboten werden, ist von verschiedenen Umständen abhängig:

  • Einrichtung: Nicht in jeder Einrichtung werden bei den gleichen Krankheiten auch dieselben Reha-Maßnahmen angeboten.
  • Zuständiges ärztliches Personal: Dieses bestimmt die Therapien für den Betroffenen individuell für das Krankheitsbild.
  • Erkrankung: Die Reha-Maßnahmen werden genau auf den Betroffenen und die jeweilige Krankheit ausgerichtet. So wird ein Betroffener mit Parkinson-Erkrankung andere Therapien verordnet bekommen als ein Adipositas-Betroffener.

Beispielhafte Angebote in Reha-Kliniken sind folgende Therapien:

  • Ernährungsberatungen
  • Wassergymnastik
  • Psychotherapie
  • Rückenschule
  • Physiotherapie (einschließlich spezifischer Gruppenbehandlung)
  • Entspannungskurse
  • Massagen
  • gerätegestütztes Muskelaufbautraining

Wie wird die Lohnfortzahlung organisiert?

Arbeitnehmer:innen haben während der Zeit einer Reha Anspruch auf Entgeltfortzahlung für eine Dauer von sechs Wochen. Sollte dieser Anspruch aufgrund einer gleichartigen Vorerkrankung bereits aufgebraucht sein, dann besteht nach den sechs Wochen Anspruch auf Krankengeld für die Dauer der Reha-Maßnahme. Grundlegende Voraussetzung für diesen Anspruch ist jedoch, dass der Betroffene unmittelbar vor Beginn der Reha Arbeitseinkünfte erzielt und Beiträge zur Rentenversicherung abgeführt hat.

zuletzt geändert am: 12.10.2021

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