Asthma

Wer unter Asthma bronchiale leidet, ist in seinem Alltag meist stark eingeschränkt: Bereits beim Treppensteigen oder beim Tragen schwerer Gegenstände fällt das Atmen schwer, und auch die ständige Gefahr eines Asthmaanfalls stellt für die Betroffenen eine immense Belastung dar. Eine Reha kann dazu beitragen, den Patienten den Umgang mit der Erkrankung zu erleichtern und die Lebensqualität somit nachhaltig verbessern.

Was ist Asthma und welche Symptome treten bei der Erkrankung auf?

Bei Asthma bronchiale sind die Atemwege dauerhaft entzündet und zudem überempfindlich, sodass sie schneller verschleimen als bei gesunden Menschen. Betroffene leiden vor allem in körperlichen Belastungssituationen unter Kurzatmigkeit, die schlimmstenfalls in einen Asthmaanfall mit schwerer Atemnot ausarten kann. Aus diesem Grund müssen Asthmatiker immer ein Notfallspray bei sich haben. Dieses enthält Wirkstoffe, die die Atemwege im Akutfall weiten können. Weitere mögliche Symptome von Asthma bronchiale sind nächtlicher Husten und ein Engegefühl in der Brust.

Welche Therapien kommen bei Asthma bronchiale zum Einsatz?

Ärzte befolgen bei der Behandlung von Asthma zwei Strategien: Mithilfe von Langzeitmedikamenten versuchen sie, die Entzündung in den Atemwegen langfristig zu hemmen. Im Idealfall verhindern die Medikamente akute Beschwerden und Asthmaanfälle. Für den Fall, dass dennoch akute Symptome auftreten, erhält der Patient entzündungshemmende und abschwellende Medikamente, die sofort wirken und nach Bedarf eingenommen werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Inhalationstherapie mit abschwellenden Medikamenten ausgesprochen wichtig.

Eine junge Frau inhaliert mit einem Asthmaspray.
© RFBSIP / Fotolia

Wie ist der Ablauf einer Reha bei Asthma?

Der Begriff Rehabilitation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Wiederherstellung“ oder „Wiederbefähigung“. Die Reha umfasst also Maßnahmen, die Asthmatiker dazu befähigen sollen, wieder ein möglichst normales Leben zu führen. Eine Rehabilitation, bei der sämtliche Therapien auf die Atemwege fokussiert sind, wird auch als pneumologische Reha bezeichnet.

Zu Beginn der Reha steht eine gründliche ärztliche Untersuchung. Mithilfe der Ergebnisse erstellen die Therapeuten einen individuellen Reha-Therapieplan. Dieser setzt sich meist aus folgenden Bausteinen zusammen:

  • Patientenschulungen
  • Lungensport
  • Atemtherapie
  • Inhalationstherapie
  • Krankengymnastik

Darüber hinaus findet eine fachärztliche Überprüfung und gegebenenfalls eine Optimierung des Medikamentenplans statt. Außerdem können die Patienten psychologische Hilfen in Anspruch nehmen. Weitere Bausteine der Reha bei Asthma sind Informationsveranstaltungen zur Schadstoff- und Allergenvermeidung, zur Ernährungsberatung und – besonders wichtig – zur Nikotinentwöhnung.

Die Dauer einer Reha bei Asthma variiert stark – in der Regel nimmt sie jedoch etwa vier bis sechs Wochen in Anspruch. Darüber hinaus ist zwischen ambulanter und stationärer Reha zu unterscheiden. Bei einer stationären Reha hält sich der Patient über den gesamten Zeitraum der Maßnahme in einer Reha-Klinik auf. In vielen Fällen kommt auch eine ambulante Rehabilitation infrage: Der Patient wird – falls erforderlich – morgens von einem Fahrdienst abgeholt und zur Reha-Einrichtung gefahren. Nach Ende der Therapiemaßnahmen kann er den Abend und die Nacht zu Hause verbringen.

Therapeutische Maßnahmen in der Reha

Die Rehabilitation bei Asthma umfasst eine Vielzahl an Maßnahmen, die alle das gleiche Ziel verfolgen: Die Symptome des Asthmas sollen auf ein Minimum beschränkt werden. Außerdem soll der Patient einen besseren Umgang mit der Erkrankung erlernen und so seine Lebensqualität erhöhen.

1. Lungensport

Ein wichtiger Aspekt in jeder Asthma-Reha ist der Lungensport. Die Patienten treiben hier unter professioneller Anleitung Sport, der genau dosiert und an den individuellen Zustand des Betroffenen angepasst wird. Denn: Viele Asthmatiker befinden sich in einem Teufelskreis aus Atemnot, körperlicher Schonung und Trainingsmangel, der die Atemnot zusätzlich verstärkt. Sport bei Asthma kann diesen Teufelskreis durchbrechen, die Belastbarkeit des Einzelnen verbessern und so das Risiko für Atemnot und Asthmaanfälle verringern. Dass Lungensport wirksam ist, ist wissenschaftlich erwiesen. Viele Ärzte erachten diese Therapiemaßnahme sogar als genauso wichtig wie die Einnahme von Medikamenten.

2. Asthmaschulung

Was für den Lungensport gilt, gilt auch für die Asthmaschulung. Die Patienten werden mit Techniken und Selbsthilfemaßnahmen vertraut gemacht, die das Atmen erleichtern. Auch gezieltes Treppensteigen und Gehen, um die Techniken einzuüben, ist ein wichtiger Aspekt der Asthmaschulung. Selbst schwerkranke Asthmatiker können so wieder mobilisiert werden. Eine regelmäßige Asthmaschulung ist zudem ein unverzichtbarer Teil des Nachsorgekonzepts nach der Reha.

3. Tabakentwöhnung

Wer unter Asthma leidet, sollte schnellstmöglich mit dem Rauchen aufhören. Der Nikotinentzug fällt den meisten Betroffenen jedoch ausgesprochen schwer. In der Reha werden daher verhaltenstherapeutische Maßnahmen sowie medikamentöse Entwöhnungshilfen angeboten, um den Patienten den Schritt in ein rauchfreies Leben zu erleichtern. Die Chancen, während der Reha mit dem Rauchen aufzuhören, sind sehr hoch, denn in den Einrichtungen herrscht absolutes Rauchverbot.

Wann und wie oft kann eine Reha bei Asthma durchgeführt werden?

Eine Reha ist dann angezeigt, wenn trotz umfangreicher Therapie schwerwiegende Krankheitszeichen bestehen, beispielsweise:

  • Atemnot
  • Husten mit Auswurf
  • Einschränkungen beim Treppensteigen, Tragen, Gehen

Auch nach einer Behandlung der Atemwege im Krankenhaus, bei einer Bedrohung der Erwerbsfähigkeit, bei drohender Pflegebedürftigkeit oder bei krankheitsbedingten Problemen in der Schule, im Studium oder in der Ausbildung sollten Sie Ihren Arzt auf das Thema Reha ansprechen. Gleiches gilt, wenn Ihr Asthma seelische Folgen hat und zu Ängsten, sozialem Rückzug oder Depressionen geführt hat.

Nach der Reha müssen in der Regel vier Jahre vergehen, bis eine erneute Rehabilitation möglich wird – es sei denn, eine weitere Maßnahme ist dringend medizinisch erforderlich.

Wer ist Kostenträger der Reha bei Asthma?

Wer die Kosten einer Reha bei Asthma übernimmt, hängt in erster Linie davon ab, ob der Patient berufstätig ist oder nicht. Bei Arbeitnehmern, Arbeitslosen und Erwerbsgeminderten ist die Deutsche Rentenversicherung der Kostenträger, bei Rentnern und Familienversicherten (also auch im Fall einer Kinder-Reha oder einer Mutter-Kind-Reha) ist die Krankenkasse zuständig.

Drei identische Gesundheitskarten liegen überschneidend auf einem Tisch.
© Stockfotos-MG / Fotolia

Fazit

Eine Reha kann Asthmatikern den Umgang mit ihrer Erkrankung deutlich erleichtern. Patienten erhalten viele wertvolle Tipps, mit deren Hilfe Sie auch in Notsituationen die Ruhe bewahren. Außerdem wird die körperliche Belastbarkeit mithilfe von leichtem Training und Atemtherapie verbessert, sodass der Betroffene nach der Reha wieder ein aktiveres Leben führen kann.

Artikel vom Expertengremium Reha lektoriert, 18.06.2018

Unsere Partner