Psychosomatische Reha

Psychosomatische Erkrankungen entwickeln sich immer mehr zu einer Volkskrankheit. Stress, Überlastung, Unterforderung, fehlende oder mangelhafte Bewältigungsstrategien sowie fehlgesteuerte psychische Prozesse führen zu körperlichen Leiden. Die Diagnose ist oftmals schwierig, die Therapie langwierig und die Rehabilitation umfassend. Der Grund ist, dass es sich um äußerst komplexe Zusammenhänge handelt. Die Psychosomatische Reha zielt auf Ihre körperliche Gesundung und psychische Stabilität, um Folgestörungen oder Rückfälle zu lindern oder dauerhaft auszuschließen.

Wer länger unter negativem Stress steht, wer zu Hyperstress neigt oder gar von Burnout betroffen ist, wird körperliche Symptome entwickeln. Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Reizdarm oder Kopfschmerzen sind nur die häufigsten. Ärzte und Betroffene denken in solchen Fällen selten an die Psychosomatik, sondern suchen eher nach physiologischen Ursachen.

Wurde allerdings ein signifikanter Zusammenhang zwischen Psyche und Physis ausgemacht, muss umfassend therapiert werden, um die Ursachen der Störungen zu beheben. Die Rehabilitation hilft, die körperlichen Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu erhöhen und psychische Determinanten positiv zu beeinflussen, so dass auch eine Prävention für die Zukunft erfolgt.

Indikationen für eine Psychosomatische Reha

Die wichtigsten Indikationen einer Psychosomatischen Rehabilitation sind:

  • ADHS,
  • Burnout,
  • Depression,
  • Abwehrschwäche,
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts,
  • orthopädische Erkrankungen wie Rückenleiden,
  • Atemwegserkrankungen wie Asthma,
  • Angststörungen oder
  • Schmerzsymptome ohne organische Ursachen,
  • Tinnitus,
  • Hautstörungen oder
  • Herzleiden wie das Broken-heart-Syndrom.

Psychosomatische Erkrankungen sind in der Bevölkerung mit ca. 5 bis 10 Prozent vertreten.

Vor der physischen Störung gibt es zumeist eine längere Phase geprägt von Trauer, Ärger, Unzufriedenheit, Stress, Resignation oder Unsicherheit. Die Betroffenen fallen meist in eine Krise, wenn in dieser Phase noch eine Kleinigkeit hinzukommt, die nicht mehr verarbeitet werden kann. Aufgabe der Therapie ist die Linderung der körperlichen Probleme und die Entkopplung der seelischen bzw. psychischen Blockaden von den körperlichen, um alle angemessen therapieren zu können.

Eine Frau sitzt auf dem Boden und hält eine Hand vor die Stirn. Psychische Blockaden belasten den Körper und können physische Auswirkungen haben.
© BillionPhotos.com / Fotolia

Ablauf, Kosten und Zuzahlung in Rehakliniken

Eine Psychosomatische Reha dauert laut Gesetzgeber drei Wochen. Da es sich aber um komplexe Störungen handelt, sind Verlängerungen möglich bzw. sogar notwendig. Die Praxis sieht vier bis sechs Wochen vor. Eine längere Behandlung stellt allerdings nicht zwangsläufig eine effektivere Behandlung dar.

Die Reha-Kosten werden in der Regel von den Kostenträgern, also vorrangig den Krankenversicherungen und Rentenversicherungen, getragen. Wenn keine Kostenübernahme genehmigt wird, muss man privat bezahlen, was sehr teuer werden kann, da die Tagessätze oft bei 500 Euro liegen. Damit Kranken- und Rentenversicherungen die Kosten übernehmen, muss ein medizinischer Befund mit entsprechender Diagnose und Rehabilitationsnotwendigkeit vorliegen.

Egal ob Psychotherapie oder eine Kombination aus Psychotherapie und physiologischen Therapien: Eine Zuzahlung von 10 Euro am Tag müssen alle Versicherten zahlen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Bei einem Rentenversicherungsträger muss man allerdings nur maximal 42 Tage zuzahlen. Bei einer Anschlussheilbehandlung sind es bei der Krankenkasse 28 Tage und beim Rentenversicherungsträger 14 Tage. Befreit sind Sie, wenn Sie im Kalenderjahr bereits für eine medizinische Leistung wie einen Krankenhausaufenthalt schon Zuzahlungen geleistet haben.

Für Arbeitgeber besteht eine Entgeltfortzahlungspflicht für den Reha-Zeitraum. Die Lohnfortzahlung ist auf sechs Wochen anberaumt. Ist dieses Zeitfenster geschlossen, übernehmen die Sozialleistungs- oder Sozialversicherungsträger die Leistungen.

Antrag und Bewilligung einer Kur

Bei einer Anschlussheilbehandlung übernimmt der Sozialdienst der Krankenhäuser die Anmeldung zur Reha und meistens wird Ihnen innerhalb von zwei Wochen ein Reha-Platz zugewiesen. Außerhalb dieser Maßnahme muss eine Reha via eigenem Antrag bestellt werden, wobei die Wartezeiten sehr lang sein können und eine Bewilligung streng geprüft wird. Sie müssen den Reha-Antrag ordentlich begründen und am besten mit ärztlichen Befunden darlegen, weshalb eine Reha für Sie notwendig ist. Hatten Sie kürzlich eine Reha, so besteht eine Wartefrist von vier Jahren für einen erneuten Antrag. Bei Ablehnung dürfen Sie Widerspruch einlegen.

Eine Psychosomatische Reha mit Kind oder Hund?

Bei einer Reha ist es möglich, die eigenen Kinder oder auch den Hund mitzunehmen. Allerdings gewähren das nicht alle Kliniken, so dass Sie zuvor nachfragen sollten – auch nach etwaigen Zusatzkosten.

Alles in allem ist eine Psychosomatische Reha eine wichtige Maßnahme zur Unterstützung Betroffener von psychisch bedingten Beschwerden. Sie dient der Linderung der Symptome und der psychotherapeutischen Arbeit mit dem Ziel, die Patienten langfristig belastbar zu machen.

Unsere Partner