Depression

Depressionen sind eine ernstzunehmende Erkrankung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, Depressionen seien weltweit die häufigste Ursache für gesundheitliche Beeinträchtigung. Das Gesundheitssystem in Mitteleuropa stellt den Betroffenen wirksame und umfassende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Auf dieser Seite erhalten Sie grundlegende Informationen über die Erkrankung der unipolaren Depression. Der Fokus liegt dabei auf der beruflichen Rehabilitation nach einer Depression.

Diagnose: Depression oder Stimmungstief?

Gefühle – auch negative – gehören zum Leben. Nicht jedes emotionale Tief ist eine Depression. Nur ein Mediziner kann eine eindeutige Diagnose stellen. ICD-10, der Diagnose-Katalog der Weltgesundheitsorganisation, legt die Kriterien dazu fest (ICD-Code: F.32).

Sie führt diese drei Hauptkriterien an:

  • gedrückte Stimmung
  • verminderter Antrieb
  • Interessenverlust an

Hinzu kommen folgende Zusatz-Symptome:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • vermindertes Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle
  • pessimistischer Blick in die Zukunft
  • Suizidgedanken
  • verminderter Appetit
  • Schlafstörungen

Eine Erkrankung liegt vor, wenn eine bestimmte Anzahl an Symptomen über einen längeren Zeitraum gleichzeitig auftreten. Je nachdem, wie ausgeprägt die Symptome sich zeigen und den Alltag des Betroffenen beeinträchtigen, unterscheidet die Medizin leichte, mittlere und schwere depressive Episoden.

Ein Mann liegt nachdenklich im Bett. Die Anzeichen einer Depression sind vielfältig. Auch Schlafstörungen und ein pessimistischer Zukunftsblick sind Charakteristika für eine Depression.
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Depression und Burnout – die neuen Volkskrankheiten?

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe geht davon aus, dass rund acht Prozent aller Bundesbürger zwischen 18 und 79 Jahren im Laufe eines Jahres an einer Depression erkranken. Depressionen sind eine Variante möglicher psychischer Erkrankungen. Ob die Zahl der Betroffenen seit Jahren steigt, wird in der Forschung teilweise kontrovers diskutiert.

Tatsache ist: Die moderne Hirnforschung und gesamtgesellschaftliche Entwicklungen führten dazu, dass die Sensibilität gegenüber psychischen Leiden stieg. Depressive Menschen nehmen dadurch vermehrt ärztliche Hilfe in Anspruch und sprechen auch im persönlichen Umfeld über ihre Erkrankung.

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass Burnout keine medizinische Diagnose darstellt. Häufig steckt hinter dem Krankheitsbild des Burnout eine depressive Symptomatik.

Depressionen sind eine Stoffwechselstörung des Gehirns, die das Erleben und Verhalten eines Menschen beeinflussen. Wie der folgende Abschnitt zeigt, ist diese Störung gut behandelbar. Sie ist weder Stigma, noch lebenslange Diagnose.

Therapie der Depression

Der Facharzt behandelt eine akute depressive Episode nach den offiziellen Versorgungsleitlinien von Bundesärztekammer, Krankenkassen und medizinisch-wissenschaftlicher Arbeitsgemeinschaft.

Gemeinsam mit dem Betroffenen bespricht der behandelnde Arzt die passenden Therapiemaßnahmen. Bei leichten Depressionen ist es wahrscheinlich, dass der Arzt beobachtet, ob die Beschwerden zeitnah von selbst abklingen. Der Arzt bietet dafür regelmäßige Gesprächstermine an, um den Patienten zu unterstützen und die Symptome engmaschig zu überwachen.

Bei einer mittelschweren Episode setzt die Medizin überwiegend auf psychotherapeutische Angebote. Möglicherweise rät der behandelnde Arzt zu einer stationären Behandlung in einer psychosomatischen Klinik.

Eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie wirkt bei schweren Depressionen am besten. Einige Patienten benötigen zuerst Antidepressiva, ehe sie die Kraft für eine Psychotherapie aufbringen.

Zurück ins Leben: Ziele der Rehabilitation

Depressionen sind heilbar. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, nehmen viele Menschen nach der Krankheit ihr bisheriges Leben wieder auf. Schwere Depressionen oder ungünstige Lebensumstände können den Weg zurück ins (Arbeits-) Leben nachhaltig beeinträchtigen. Auch in solchen Situationen verfügt das Gesundheitswesen über Angebote für die Betroffenen. So unterhält die Deutsche Rentenversicherung einige Rehakliniken für Psychosomatik und Psychotherapie im gesamten Bundesgebiet.

Nach einer depressiven Episode kann eine Reha angezeigt sein, um die Krankheitsphase zu verarbeiten und Perspektiven für das weitere Leben zu erarbeiten. Darüber hinaus ist es manchmal notwendig, die Arbeitsfähigkeit eines Betroffenen nach der Erkrankung auszutesten. Dies gilt insbesondere, wenn die Person nicht mehr aus eigener Kraft in ihr Leben zurückfindet, oder die Erkrankung die Leistungsfähigkeit des Patienten dauerhaft mindert.

Eine Reha-Maßnahme können Sie nur antreten, wenn Sie einen Antrag bei der Rentenversicherung stellen oder die Rentenversicherung eine Reha empfiehlt.

Eine Frau sitzt in sich zusammengefallen auf dem Boden und hält sich eine Hand vor die Stirn. Sie scheint in einer depressiven Stimmungslage zu sein.
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Antrag auf Reha: hierauf sollten Sie achten

Wenn Sie einen Antrag auf Rehabilitation stellen, sollten Sie Ihr Vorhaben mit Ihrem behandelnden Arzt – idealerweise ein Facharzt für Psychiatrie oder Psychosomatik – abstimmen. Er wird Sie in der Regel bei Ihrem Vorhaben unterstützen. Für den Antrag benötigen Sie Kopien aller vorhandene Arztbriefe und Behandlungsunterlagen. Diese reichen Sie zusammen mit Ihrem Antrag und einer Stellungnahme des behandelnden Arztes bei der Rentenversicherung ein. Die Formulare erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse oder der Rentenversicherung.

Ein Gutachter entscheidet anhand der Unterlagen, ob die Rehabilitationsmaßnahme in Ihrem Fall sinnvoll und notwendig ist. Eine wichtige Rolle spielen Entlassungspapiere nach stationären Behandlungen. Wenn eine Klinik Sie arbeitsunfähig entlässt, steigen die Chancen, dass die Rentenversicherung die Kosten übernimmt. Eine stationäre Rehabilitation genehmigt die Rentenversicherung nur, wenn ambulante Maßnahmen nicht ausreichen.

Sollte der Antrag abgelehnt werden, können Sie Widerspruch gegen die Entscheidung einlegen. Der Verein VDK unterstützt seine Mitglieder dabei.

Artikel vom Expertengremium Reha lektoriert, 18.06.2018

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