Covid-19

Die Lungenerkrankung Covid-19 (Corona Virus Disease 19) wird durch das Coronavirus, den Erreger SARS-CoV-2, ausgelöst. Die Coronaviren gehören zu einer großen Virenfamilie, die verschiedene Krankheiten hervorrufen können. Je nach Ausprägung reichen diese von einer normalen Erkältung bis hin zu schweren Infektionen, die zu einer Lungenentzündung führen können.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Auswirkungen des Covid-19-Virus sind vielschichtig. Die meisten Betroffenen entwickeln leichte bis mittelschwere Symptome. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Geruchs- und Geschmacksstörungen
  • Fieber
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Allgemeine Schwäche
  • Schmerzen (vordergründig Kopf-, Glieder-, Bauchschmerzen)
  • Laufende Nase
  • Durchfall

Wie schwer die Symptome ausfallen, kann sich stark unterscheiden. Die Krankheitsverläufe variieren von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen und Tod.

Ansteckungsgefahr und Inkubationszeit

Die größte Ansteckungsgefahr besteht bei der Tröpfcheninfektion. Die Tröpfchen, die beim Niesen und Husten entstehen und anschließend über die Schleimhäute der Nase, des Mundes oder auch der Augen vom Gegenüber aufgenommen werden, verursachen die Infektion.

Die Zeit zwischen der Ansteckung und des Ausbruchs der Erkrankung wird Inkubationszeit genannt. Durchschnittlich beträgt diese 5 bis 6 Tage, jedoch ist auch eine Spanne von 1 bis 14 Tagen möglich. Während der Inkubationszeit kann das Virus übertragen werden, noch bevor die ersten Symptome auftreten. Unklar ist jedoch, wann und wie lange Infizierte ansteckend sind.

Eine pneumologische Reha kann nach einer COVID-19 Infektion sinnvoll sein.

Risikofaktoren und Diagnose

Die Population der Patienten mit einem schweren COVID-19-Krankheitsverlauf ist in vielen Fällen durch das Vorliegen von persönlichen Risikofaktoren charakterisiert. Hierzu zählen ein Alter über 50 Jahre, das Vorliegen von verschiedenen Grunderkrankungen, z. B.

Auch bei Patienten mit supprimiertem Immunsystem (Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems) besteht ein erhöhtes Risiko für einen schweren Erkrankungsverlauf. Bei einer Vielzahl von Patienten liegen mehrere individuelle Risikofaktoren vor.

Erschwerend kommt hinzu, dass die unspezifischen Krankheitssymptome (wie z. B. Fieber) bei Patienten in höherem Lebensalter schwächer ausgeprägt sein können, wodurch die Diagnosestellung komplexer und zeitlich verzögert werden kann. Aufgrund der individuellen Begleiterkrankungen ist die zeitliche Rekonvaleszenz (Genesung) nach einer schweren COVID-19-Erkrankung mit Lungenentzündung und häufig stattgehabter Langzeitbeatmung oder Lungenversagen (CARDS) verzögert.

Behandlung

Bisher gibt es keine Medikamente bzw. Behandlungen, die speziell gegen das Coronavirus entwickelt worden sind. Es gibt allerdings zusätzliche unterstützende Maßnahmen, die die Auswirkungen der Infektion wirkungsvoll bekämpfen. Je nach Schwere der Erkrankung gehören dazu:

  • Sauerstoffgabe
  • Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes
  • Antibiotika in Einzelfällen
  • Behandlung der bestehenden Grunderkrankung

Post-Corona-Rehabilitation im Rahmen einer Anschlussheilbehandlung

Nach einer Covid-19-Erkrankung empfiehlt sich die Durchführung einer pneumologischen Rehabilitation, also in einer Klinik mit dem Schwerpunkt Lungenheilkunde. In entsprechenden Fachkliniken besteht in der Regel eine langjährige Erfahrung in der Behandlung multimorbider pneumologischer Patienten. Im Rahmen des Aufenthaltes kann eine Langzeitsauerstofftherapie und nichtinvasive Beatmung (mit Maske, ohne Einführen eines Beatmungsschlauchs) unterstützend erfolgen.

Reha nach einer Corona-Erkrankung

Im Mittelpunkt der individuellen rehabilitativen Therapien steht die Verbesserung der deutlich eingeschränkten Lungenfunktion im Rahmen der stattgehabten COVID-19-Pneumonie. Aufgrund der patientenindividuellen Einschränkungen setzt dies jedoch eine auf den einzelnen Patienten abgestimmte Therapie und nicht nur entsprechende fachärztliche, sondern ebenfalls pflegerische und physiotherapeutische Expertise voraus. Diesbezüglich bieten sich objektive Scoringsysteme zur Einschätzung der Leistungsfähigkeit an.

Zunehmend wird die Infektion mit SARS-CoV-2 jedoch auch als generalisierte Multisystemerkrankung verstanden. Damit ist gemeint, dass nicht nur ein einzelnes Organ (also z. B. die Lunge), sondern viele Bereiche des Körpers durch das Virus betroffen sind. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist bereits deutlich geworden, dass es häufig zu einer Beeinträchtigung des Herzens und der Nieren kommt. Daher profitieren Patienten vom Vorhandensein fachärztlicher kardiologischer, hypertensiologischer und allgemeininternistischer Qualifikationen um die Diagnostik zu ergänzen und die Therapien weiter auf den einzelnen Patienten abzustimmen. Auch ist in der Regel im Rahmen des Aufenthaltes die Kontrolle und Anpassung einer eventuell vorbestehenden immunsuppressiven Therapie durch geschulte Internisten gewährleistet. Weiterhin gilt die Beeinträchtigung des Geruchs- und Geschmackssinns im Rahmen der SARS-CoV-2-Infektion nicht nur als Diagnosekriterium. Viele Patienten berichten über einen hohen Leidensdruck bezüglich dieser Beschwerden. Daher ist eine HNO-fachärztliche und ernährungsmedizinische Mitbetreuung zu empfehlen. Die einzuleitenden Maßnahmen können zum Beispiel logopädische, ernährungsmedizinische oder aromatherapeutische Therapiebausteine enthalten.

Die Auswirkungen der psychischen Belastung müssen berücksichtigt werden

Zahlreiche genesene Patienten haben einen langwierigen Krankheitsverlauf hinter sich, mussten lange im Krankenhaus oder sogar auf der Intensivstation verbringen und sind dadurch traumatisiert. Diesbezüglich stellt eine auf den Patienten abgestimmte psychologische Betreuung durch einen Bezugstherapeuten einen wichtigen Therapiebestandteil dar. Die Inhalte sind individuell am Patientenbedarf auszurichten. Ergänzend bieten sich hier Therapien an, die den Heilungsprozess unterstützen, beispielsweise Mind-Body-Verfahren (z. B. progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training oder Yin Yoga).

Die physiotherapeutischen Angebote einer solchen Maßnahme enthalten auf den Patienten adaptierte Angebote, wie beispielsweise Atemgymnastik in verschiedenen Leistungsstufen, ebenfalls ein auf den Patienten angepasstes Atemmuskeltraining und individualisierte Atemphysiotherapie sowie sekretolytische (den Abfluss von Schleim fördernde) Maßnahmen.

Abschließend stehen dem Rehabilitanden im Rahmen des Aufenthaltes geschulte Sozialdienstmitarbeiter zur Verfügung. Die strukturierte sozialdienstliche Beratung dient dem Ziel einer raschen Wiederherstellung der beruflichen Leistungsfähigkeit oder der Bewältigung des gewohnten privaten Alltages.

zuletzt geändert am: 05.06.2020

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