Lungenentzündung

Die auch als Pneumonie bezeichnete Lungenentzündung ist eine Infektionskrankheit des Lungengewebes durch unterschiedliche Erreger. Viren können ebenso die Ursache einer Lungenentzündung sein wie bestimmte Bakterien wie zum Beispiel Pneumokokken (besonders aggressive Kugelbakterien), aber auch Pilze und Parasiten. Andererseits kommen Gas, Staub und Strahlen sowie allergische Reaktionen als chemische oder mechanische Auslöser einer Pneumonie ohne Infektion in Frage.

Übertragung der ursächlichen Erreger einer Lungenentzündung

Am häufigsten wird eine Lungenentzündung durch Tröpfcheninfektion im täglichen Leben übertragen. Eine so erworbene Lungenentzündung bezeichnet die Fachmedizin auch als ambulant erworbene Pneumonie. Die durch Übertragung entwickelte Lungenentzündung zählt mittlerweile in Deutschland zu den Volkskrankheiten und mehr als 500.000 Menschen erkranken jährlich daran. Daneben gibt es noch die zum Beispiel durch eine länger dauernde Beatmung oder langes Liegen nosokomiale (im Krankenhaus erworbene) Lungenentzündung.

Prinzipiell ist eine ambulante erworbene Lungenentzündung ansteckend, es kommt allerdings nach der Übertragung nicht zwingend zu einem Ausbruch der Krankheit. Eine Impfung ist nur gegen Pneumokokken als Erreger möglich und wird für Säuglinge ab zwei Monaten, Senioren über 60 Jahren und Personen mit geschwächtem Immunsystem empfohlen. Die Impfung muss nach sechs Jahren wiederholt werden.

Unterschiedliche Symptome einer typischen oder atypischen Lungenentzündung

Bei einem typischen Verlauf einer Lungenentzündung zeigen sich charakteristische Symptome wie

  • hohes Fieber,
  • heftiger Schüttelfrost,
  • eitriger Auswurf und
  • starker, schmerzhafter Husten.

Es gibt allerdings auch die schwerer zu erkennende kalte oder atypische Lungenentzündung ohne oder mit nur geringem Fieber, dafür kaltem Schweiß, trockenem Husten ohne Auswurf sowie Engegefühl in der Brust und Atemnot.

Die typische Lungenentzündung mit hohem Fieber und schleimigem Auswurf wird meist von Bakterien übertragen, die atypisch schleichende oder kalte häufig durch Viren. Es gibt allerdings auch atypisch bis kalt verlaufende Lungenentzündungen, die durch Bakterien wie Mykoplasmen ausgelöst werden und nicht durch Viren verursacht sind. Bei einer atypischen Lungenentzündung ist vor allem das Gewebe zwischen Blutgefäßen und Lungenbläschen betroffen. Bei einer typischen oder klassischen Pneumonie greift die Infektion mit Bakterien die Lungenlappen an.

Nicht zu verwechseln ist eine Lungenentzündung mit einer die Schleimhäute und Luftröhre und nicht das Lungengewebe angreifenden Bronchitis. Bei einer Bronchitis ist der Krankheitsverlauf in der Regel weniger schwer, auch die Atembeschwerden sind geringer. Da die Symptome im Anfangsstadium denen einer kalten Lungenentzündung ähnlich sind, ist für eine klare Diagnose und Heilung bringende Therapie eine Untersuchung durch den Arzt unabdingbar.

Vielfältige Auslöser: Lungenentzündung durch Bakterien oder Viren, Pilze oder Parasiten

Sowohl bei der bakteriellen als auch bei der viralen oder durch Pilze und Parasiten ausgelösten Lungenentzündung dringen die Erreger mehrheitlich über die Atemluft in die Lunge ein. Dennoch kommt es bei einer Ansteckung mit Viren oder Bakterien nicht zwingend zu einem Ausbruch der Krankheit. Neben der Aggressivität der Erreger und ihrer Menge spielen auch verschiedene Faktoren bei der Person des betroffenen Patienten eine Rolle. Eine allgemeine Abwehrschwäche sowie eine Vorschädigung der Lunge oder ein schwach ausgeprägter Hustenreflex können den Ausbruch der Krankheit beschleunigen. Daher sind infizierte Babys und Kleinkinder, ältere Menschen sowie bettlägerige und anderweitig kranke Menschen stärker gefährdet als gesunde.

Bei der Diagnose ist es für den Behandlungserfolg wichtig, eine bakterielle von einer viralen Infektion zu unterscheiden. Denn wirksam mit Antibiotika bekämpfen lassen sich nur die mit Stoffwechsel und Zellwand ausgestatteten Bakterien, gegen Viren kommen solche auf bakterielle Infektionen ausgerichteten Arzneimittel nicht an. Die Ärzte setzen bei atypischen viralen Lungenentzündungen sogenannte Virostatika ein, um die Vermehrung der Viren zu stoppen und zu beeinflussen. Medikamentös zerstören wie Bakterien lassen sich die für eine virale Lungenentzündung verantwortlichen Viren allerdings nicht. Hier ist vor allem durch eine medikamentös unterstützte Stärkung der Selbstheilungskräfte der Genesungsverlauf erheblich zu stärken.

Schematischer und vergrößerter Ausschnitt einer Lunge. Eine durch Bakterien hervorgerufene Entzündung ist zu erkennen.
© Kateryna_Kon / Fotolia

Andere Ursachen: Kleinepidemien durch Mykoplasmen und Übertragung durch Wasser oder Vögel

Die Möglichkeiten sich mit den Erregern einer bakteriellen oder viralen Lungenentzündung anzustecken sind vielfältig. So lösen Mykoplasmen, winzige, an Pilze erinnernde Bakterien, sogenannte Kleinepidemien zum Beispiel in Schulen, Heimen und Massenunterkünften aus. Legionellen (stäbchenförmige, im Wasser lebende Bakterien und Auslöser der Legionärskrankheit) werden zum Beispiel in Duschkabinen oder infizierten Wasserboilern zur Gefahr und Chlamydien (sehr kleine, als Parasiten lebende Bakterien) werden sogar durch Vögel wie Wellensittiche und Papageien auf den Menschen übertragen. Die Vielzahl der viralen, bakteriellen oder anderen Erreger wie Pilze macht die Symptome bei einer Lungenentzündung sehr vielfältig und der Krankheitsverlauf gestaltet sich sehr unterschiedlich.

Eine sorgfältige Diagnose durch den Arzt ist daher bei einer Pneumonie Grundvoraussetzung, um eine Behandlung wirksam in Gang zu setzen. Bei einem Verdacht auf Lungenentzündung bezieht der behandelnde Arzt idealerweise die Krankengeschichte in die Diagnose und Therapie mit ein. So kann eine vorgeschädigte Lunge den Krankheitsverlauf verstärken und zu starker Atemnot in Folge von Sauerstoffmangel führen. Ein Symptom dafür sind z.B. blaugefärbte Lippen und Schleimhäute. Auch ein Leberschaden zum Beispiel durch Alkoholismus oder ein geschwächtes Immunsystem wie bei einer HIV-Infektion verstärken je nach Einzelfall den Krankheitsverlauf.

Diagnose: Von Abhören und Röntgen bis zu Thorax-CT und Bronchoskopie

Nach dem Erstgespräch mit dem Patienten und der Anamnese (Erfassen der Krankheitsgeschichte) belässt es ein verantwortungsbewusster Arzt in der Regel nicht bei einer Untersuchung mit dem Stethoskop. Gerade bei einer atypischen Lungenentzündung fehlen häufig die für eine klassische Pneumonie typischen Rasselgeräusche durch Schleim und verdichtetes Gewebe in der Lunge. Auch bei einer typischen Lungenentzündung fehlen diese Symptome oder sind schwach ausgebildet, wenn die betroffene Stelle nicht direkt hinter der abgehörten Wand des Brustkorbs liegt.

Mehr Informationen bringt in einem nächsten Schritt die Röntgenuntersuchung. Auch hier kann bei einer kalten Lungenentzündung der Befund unklar sein und eine Thorax-CT (Computertomographie des Brustkorbs) erforderlich machen. Dabei wird die Lunge im Brustkorb bildlich in mehreren Schichten präzise dargestellt. Um den Erreger genauer einzukreisen und die folgende Therapie darauf abzustimmen, empfiehlt sich im Einzelfall eine Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege). Einige Erreger lassen sich auch in Urin oder Blut nachweisen.

Schematische Darstellung der Lungenflügel und Bronchien.
© yodiyim / Fotolia

Behandlung einer Lungenentzündung

Neben einer medikamentösen Behandlung mit einem Antibiotikum oder einem Virostatikum sollte insbesondere bei Fieber in der Regel auf eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Ob Sie bei einer Lungenentzündung ins Krankenhaus müssen, entscheidet der behandelnde Arzt. Senken des Fiebers, maschinelle Unterstützung bei der Atmung und bei Bedarf Absaugen des Aspirats (Hustenschleim) sind weitere mögliche Maßnahmen.

Der Heilungsverlauf und die Dauer einer Lungenentzündung gestalten sich unterschiedlich und kann zwei bis drei Wochen oder bei einer schweren chronischen Lungenentzündung bis zu drei Monate umfassen. Wichtig ist in jedem Fall die sorgfältige Diagnose und Behandlung, um eine Lungenentzündung nicht zu verschleppen, das heißt die Infektion nicht richtig auszukurieren. Dann sind Herz und Lunge in Gefahr, was im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Auch verschleppte Grippeerkrankungen können in einer Lungenentzündung münden.

Antrag auf Reha nach einer schweren Lungenentzündung bei RV oder Krankenkasse einreichen

Wenn Sie eine sehr schwere und langwierige Lungenentzündung mit Komplikationen und langer Bettlägerigkeit oder maschineller Beatmung durchmachen mussten, können Sie eine Reha beantragen. Das Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität sowie die Wiederherstellung von Leistungs- und Arbeitsfähigkeit, bei Kindern der Schulfähigkeit.

Die Maßnahme ist in einer auf Lungenerkrankungen spezialisierten Reha-Klinik durchzuführen und beinhaltet unter anderem

  • Atemtherapie,
  • Steigerung der körperlichen Belastbarkeit sowie
  • Anregung des Sekretflusses zum Abtransport von Schleim.

Eine Reha nach einer schweren Lungenentzündung dauert in der Regel drei Wochen.

Für den Antrag reichen Sie das ausgefüllte Formular der RV (Rentenversicherung) oder Ihrer Krankenkasse zusammen mit dem Bericht des Hausarztes und des behandelnden Lungenfacharztes ein. Möglich ist eine stationäre oder ganztägig ambulante pneumologische Reha in einer qualifizierten Reha-Einrichtung.

Zuletzt geändert am: 02.11.2018

Autor

Unsere Partner