Darmkrebs

Bei Darmkrebs (kolorektales Karzinom) handelt es sich um bösartige Tumore im Darm als wesentlichen Teil des Verdauungstraktes. 90 Prozent aller Fälle von Darmkrebs beziehen sich auf den Dickdarm (Kolonkarzinom) einschließlich Enddarm mit Mastdarm (Rektumkarzinom), seltener sind bösartige Tumore in anderen Bereichen des Darms wie Dünndarm oder Blinddarm. Vorstufen des Darmkrebses sind gutartige Polypen, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Entfernung der Polypen sind daher wichtig zur Vorbeugung.

Der Verlauf einer Darmkrebserkrankung ist schleichend und macht längere Zeit keine Beschwerden. Bei deutlich bemerkbaren Symptomen wie Blut im Stuhl und Bauchschmerzen ist die Erkrankung bereits weit fortgeschritten. Darmkrebs kann in jedem Alter bei Männern und Frauen in Erscheinung treten, das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Männer sind vor allem beim Rektumkarzinom häufiger betroffen als Frauen. Ab dem 55. Lebensjahr (bei Risikofamilien ab dem 35. Lebensjahr) haben Krankenversicherte Anspruch auf eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung auf Darmkrebs.

Möglicherweise auf Darmkrebs hindeutende Symptome

Häufig macht Darmkrebs über einen längeren Zeitraum keine Beschwerden. Bei folgenden Symptomen, die mit und ohne Schmerzen auftreten können, sollten Betroffene unverzüglich einen Facharzt aufsuchen:

  • starke, anhaltende Durchfälle
  • anhaltende, hartnäckige Verstopfung
  • Durchfälle und Verstopfung im Wechsel
  • Blut im Stuhl und/oder auf dem Toilettenpapier
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • häufige, übelriechende Winde
  • bleistiftdünner und/oder farblich veränderter Stuhl
  • starke Bauchschmerzen
  • Fieber und Nachtschweiß
  • plötzlicher starker Gewichtsverlust

Zwingend weisen diese Symptome nicht auf Darmkrebs hin, es können auch andere Erkrankungen vorliegen. Eine rasche Abklärung durch den Arzt ist daher wichtig.

Schematische Darstellung von Darmkrebs
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Gesunde Lebensweise als sinnvolle Vorbeugung gegen Darmkrebs

Eine sinnvoll durchgeführte Vorsorge umfasst bei Darmkrebs neben der Vorsorgeuntersuchung auch eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung. Förderlich für einen gesunden Darm sind

  • reichlich Ballaststoffe aus Getreide, Hülsenfrüchten und Gemüse
  • wenig Fleisch und Wurst
  • mäßiger bis kein Alkoholgenuss
  • Verzicht auf Nikotin
  • Vermeidung von Übergewicht
  • viel Bewegung

Eine gesunde Lebensweise kann Darmkrebs zwar nicht zu einhundert Prozent verhindern, allerdings laut zahlreichen wissenschaftlichen Studien zur Vorbeugung beitragen.

Von der Untersuchung über den Verdacht bis zur Behandlung

Verhärtet sich nach Anamnese, Erstuntersuchung und Untersuchung einer Stuhlprobe nach Blut der Verdacht auf Darmkrebs, ist eine Endoskopie (Darmspiegelung) angezeigt. Dabei entnimmt der Arzt auch eine kleine Menge an Gewebe aus dem Darm (Biopsie). Ist der feingewebliche Befund positiv und liegt eine Darmkrebserkrankung vor, sind das Stadium der Tumoren sowie mögliche Metastasen (Absiedelungen vom Ursprungstumor) festzustellen. Verschiedene Röntgenuntersuchungen einschließlich Computertomographie kommen ebenso zum Einsatz wie Verlaufskontrollen mit Tumor-Markern wie Carcinoembryonales Antigen (CEA).

Chirurgische Eingriffe bei den verschiedenen Stadien von Darmkrebs

Der erste Therapieschritt bei einer Darmkrebserkrankung ist die operative Entfernung der Tumoren. Gerade in einem frühen Stadium ist ein solcher Eingriff häufig erfolgreich. Die OP nehmen die Ärzte klassisch chirurgisch oder minimalinvasiv per Lapraskopie durch die Bauchdecke vor. Wie umfassend und detailliert sich der chirurgische Eingriff konkret gestaltet, hängt von vielerlei Faktoren wie Lage, Ausmaß und Art des Tumors ab. Dabei werden neben dem Tumor auch mehr oder weniger große Teile des Darms entfernt.

Bei Dickdarmkrebs wird häufig eine Colostomie (künstliche Ausleitung des Dickdarms durch die Hautoberfläche) notwendig. Ob bei der Entfernung von Tumoren im Dickdarm ein Stoma (künstlicher Darmausgang) zu legen ist, entscheiden im Einzelfall die behandelnden Ärzte. Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung von Tumoren ist auch im fortgeschrittenen Stadium von Darmkrebs hilfreich, um zum Beispiel die drohende Gefahr eines schmerzhaften Ileus (Darmverschluss) zu verhindern.

Rezeptpflichtige Medikamente sowie Chemo- und Strahlentherapie

Operative Maßnahmen ergänzen sich bei Darmkrebs im Rahmen des Therapieplans mit der Gabe rezeptpflichtiger Medikamente wie 5-Fluorouracil und Capecitabin im Rahmen der Chemotherapie, je nach Befund teilweise in Kombination mit Strahlentherapie. Ziel ist dabei die Verkleinerung von Tumoren oder die Abtötung eventuell verbliebener einzelner Zellen. In welcher Reihenfolge, Ausmaß und Häufigkeit die verschiedenen Komponenten einer Therapie bei Darmkrebs erfolgen, hängt stark vom jeweiligen Einzelfall und dem Behandlungskonzept der behandelnden Ärzte ab.

Prognose bei Darmkrebs abhängig vom Stadium

Die Prognose, wie hoch bei Darmkrebs die Überlebenschancen sind, hängt von vielerlei Faktoren ab. Dazu zählt neben dem Fortschreiten des Tumors, dem Übergreifen auf das Lymphgewebe sowie andere Organe wie Leber und Lunge auch der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Als Faustregel hat sich dabei in der Fachmedizin die 5-Jahre-Regel durchgesetzt: Wie hoch ist der Prozentsatz an überlebenden Betroffenen eines bestimmten Stadiums nach fünf Jahren? Die Rate sinkt dabei mit steigendem Grad der Tumorerkrankung. So leben von 100 Patienten mit Darmkrebs Stufe im UICC Stadium 3 nach fünf Jahren noch 50 bis 80. Diese Zahlen sind allerdings Durchschnittswerte und die Fakten können im Einzelfall davon abweichen. Wichtig ist eine sorgfältige und regelmäßige Nachsorge, denn auch nach Jahren kann ein vermeintlich dauerhaft entfernter Tumor wiederkommen.

Mögliche Varianten einer Reha bei Darmkrebs

Die onkologische Reha bei Darmkrebs ist individuell auf den einzelnen Patienten abzustimmen und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. So macht je nach Situation eine Reha direkt nach einer OP und vor der Chemotherapie ebenso Sinn wie erst nach erfolgter Chemotherapie. Hier kann es zu sehr unterschiedlichen Entscheidungen kommen und der behandelnde Arzt wird bei einer Empfehlung für eine Reha gründlich die Argumente abwägen. So kann nach einer Stoma-OP die direkt anschließende Reha Sinn machen, damit der Patient zeitnah den Umgang mit dem Stomabeutel lernt. Außer mit den physischen lässt sich in einer solchen Reha auch der Umgang mit den psychischen Folgen einüben. Im Vordergrund steht dabei die Wiedereingliederung in den Beruf und in den sonstigen Alltag.

Den Reha-Antrag können Sie bei Ihrem Träger stellen wie Krankenkasse (gesetzlich oder privat), Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaft und dabei auch Wünsche äußern. Wichtig für die Genehmigung ist eine onkologische Zulassung der Reha-Klinik für die Versorgung von Krebspatienten. Eine Darmkrebs-Reha ist stationär, teilstationär oder ambulant möglich, entweder als Anschlussheilbehandlung maximal 14 Tage nach der Krankenhausentlassung oder als Nach- oder Festigungskur innerhalb eines Jahres nach der Behandlung. Die Reha dauert in der Regel 21 Tag mit Option auf Verlängerung. Beim Antrag unterstützt Sie Ihr Hausarzt oder der Sozialdienst im Krankenhaus gerne.

Artikel vom Expertengremium Reha lektoriert, 18.06.2018

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