Darmkrebs

Beim Darmkrebs (kolorektales Karzinom) handelt es sich um bösartige Tumore im Dickdarm (Kolonkarzinom) oder im Enddarm (Rektumkarzinom). Bösartige Tumore in anderen Bereichen des Darms wie Dünndarm oder Blinddarm sind deutlich seltener. Vorstufen des Darmkrebses sind Polypen und Adenome, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und endoskopische Entfernung der Polypen sind daher wichtig zur Vorbeugung von Darmkrebs.

Der Verlauf einer Darmkrebserkrankung ist schleichend. Der Tumor entwickelt sich langsam über Monate bis Jahre aus Vorstufen wie Polypen und Adenomen heraus und macht längere Zeit keine Beschwerden. Bei deutlich bemerkbaren Symptomen wie erkennbarem Blut im Stuhl und Bauchschmerzen kann die Erkrankung bereits weit fortgeschritten sein. Darmkrebs kann zwar in jedem Alter bei Männern und Frauen in Erscheinung treten, das Risiko steigt aber mit zunehmendem Alter erheblich an. Männer sind vor allem beim Rektumkarzinom häufiger betroffen als Frauen. Ab dem 55. Lebensjahr (bei Risikofamilien ab dem 35. Lebensjahr) haben Krankenversicherte Anspruch auf eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung auf Darmkrebs.

Möglicherweise auf Darmkrebs hindeutende Symptome

Häufig macht Darmkrebs über einen längeren Zeitraum keine Beschwerden. Bei folgenden Symptomen, die mit und ohne Schmerzen auftreten können, sollten Betroffene unverzüglich einen Facharzt aufsuchen, wenn sie länger anhalten oder öfter auftreten:

  • starke, anhaltende Durchfälle
  • anhaltende, hartnäckige Verstopfung
  • Durchfälle und Verstopfung im Wechsel
  • Blut im Stuhl und/oder auf dem Toilettenpapier
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • bleistiftdünner und/oder farblich veränderter Stuhl
  • starke Bauchschmerzen
  • starker Gewichtsverlust

Zwingend weisen diese Symptome nicht auf Darmkrebs hin, es können auch andere Erkrankungen vorliegen. Eine rasche Abklärung durch den Arzt ist daher wichtig.

Schematische Darstellung von Darmkrebs
© psdesign1 / Fotolia

Gesunde Lebensweise als sinnvolle Vorbeugung gegen Darmkrebs

Eine sinnvoll durchgeführte Vorsorge umfasst bei Darmkrebs neben der Vorsorgeuntersuchung auch eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung. Förderlich für einen gesunden Darm sind

  • reichlich Ballaststoffe aus Getreide, Obst und Gemüse
  • wenig Fleisch und Wurst
  • mäßiger Alkoholgenuss
  • rauchfreies Leben
  • Vermeidung von Übergewicht
  • viel Bewegung

Eine gesunde Lebensweise kann Darmkrebs zwar nicht sicher verhindern, trägt aber laut zahlreichen wissenschaftlichen Studien zur Vorbeugung bei.

Von der Untersuchung über den Verdacht bis zur Behandlung

Erhärtet sich nach der Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese), ärztlicher körperlicher Untersuchung und Testung einer Stuhlprobe auf Blut der Verdacht auf Darmkrebs, ist eine Endoskopie (Darmspiegelung) angezeigt. Dabei entfernt der Arzt, soweit wie technisch möglich, alle erkennbaren Polypen und Adenome und entnimmt aus tumorverdächtigen Schleimhautregionen eine kleine Menge Gewebe (Biopsie). Zeigt der feingewebliche histologische Befund eine Darmkrebserkrankung, werden Umgebungsuntersuchungen wie Sonographie, Computertomographie (CT) und / oder Magnetresonanztomographie (MRT) und Blutteste auf Tumor-Marker wie Carcinoembryonales Antigen (CEA) durchgeführt, um die Ausbreitung des Tumors festzustellen, mögliche Metastasen (Absiedelungen vom Ursprungstumor z.B. in Leber, Lunge oder Knochen) auszuschließen und somit das Stadium der Erkrankung festzulegen.

Therapieablauf abhängig vom Stadium des Darmkrebs

Über den Gesamttherapieplan eines Patienten mit Kolon- oder Rektumkarzinom entscheidet heutzutage eine Tumorkonferenz in der Ärzte aller Fachrichtungen vertreten sind, die den Patienten behandeln, also Chirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Röntgendiagnostiker, Strahlentherapeuten und Pathologen. Abhängig vom vermuteten Tumorstadium und vom Alter und Gesundheitszustand des Patienten empfiehlt die Konferenz für jeden Patienten eine individuelle optimale Reihenfolge der zur Verfügung stehenden Therapiemodule: Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie.

Der erste Therapieschritt bei einem Kolonkarzinom ist in der Regel die operative Entfernung des Tumors. Gerade in einem frühen Stadium ist ein solcher Eingriff häufig erfolgreich. Die OP nehmen die Ärzte klassisch chirurgisch oder minimalinvasiv per Laparoskopie durch die Bauchdecke vor. Wie umfassend und detailliert sich der chirurgische Eingriff konkret gestaltet, hängt von vielerlei Faktoren wie Lage, Ausmaß und Art des Tumors ab. Dabei werden neben dem Tumor auch mehr oder weniger große Teile des dem Tumor benachbarten Darms inclusive Lymphknoten entfernt.

Bei Kolonkarzinomen und Rektumkarzinomen wird manchmal eine Colostomie oder Ileostomie (künstliche Ausleitung des Dickdarms oder des Dünndarms durch die Hautoberfläche) notwendig. Ob bei der Entfernung von Tumoren im Dickdarm oder Enddarm ein Stoma (künstlicher Darmausgang) zu legen ist, entscheiden im Einzelfall die behandelnden Ärzte. Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung von Tumoren ist auch im fortgeschrittenen Stadium von Darmkrebs hilfreich, um zum Beispiel die drohende Gefahr eines schmerzhaften Ileus (Darmverschluss) zu verhindern.

Bei lokal fortgeschrittenen oder in Lymphknoten metastasierten Kolonkarzinomen wird in der Regel eine adjuvante, der Operation nachgeschaltete Chemotherapie empfohlen. Ziel ist es, etwaige nach der Operation noch im Körper verbliebene Tumorzellen abzutöten. Beim Rektumkarzinom kann die Empfehlung auch lauten zunächst eine lokale Strahlentherapie kombiniert mit Chemotherapie zu geben, um den Tumor zu verkleinern und erst danach die Operation des Rektumkarzinoms durchzuführen. Je nach histologischem Befund kann danach zusätzlich nochmals eine adjuvante der Operation folgende Chemotherapie empfohlen werden.

Prognose bei Darmkrebs abhängig vom Stadium

Die Prognose, wie hoch bei Darmkrebs die Überlebenschancen sind, hängt von vielerlei Faktoren ab. Dazu zählt neben der Größe des Primärtumors, der Infiltration in das Lymphgewebe und die umgebenden Strukturen des Bauchraums, sowie Fernmetastasierung in andere Organe wie Leber und Lunge auch der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Bei Patienten mit einem Darmkrebs im Frühstadium, also einem kleinem Primärtumor, der nur wenige Zentimeter groß ist, keine Lymphknoten befallen hat und keine Fernmetastasen gebildet hat, ist die Überlebensrate nach 5 Jahren sehr hoch (über 90%). Die Überlebensrate sinkt mit steigendem Stadium der Tumorerkrankung. Wichtig ist eine sorgfältige und regelmäßige Nachsorge, denn auch nach Jahren kann ein vermeintlich dauerhaft entfernter Tumor in Form von Metastasen wiederkehren und in einem zweiten Therapieschritt, z.B. der Resektion von Lebermetastasen erfolgreich behandelt werden.

Ziele einer onkologischen Rehabilitation bei Darmkrebs

Die onkologische Reha bei Darmkrebs ist individuell auf den einzelnen Patienten abzustimmen und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. So macht je nach Situation eine Reha direkt nach einer OP und vor der Chemotherapie ebenso Sinn wie erst nach erfolgter Chemotherapie. Hier kann es zu sehr unterschiedlichen Entscheidungen kommen und der behandelnde Arzt wird bei einer Empfehlung für den Zeitpunkt einer Reha gründlich die Argumente abwägen.

So kann nach einer Stoma-OP die direkt anschließende Reha Sinn machen, damit der Patient zeitnah die selbstständige Versorgung des Stomas mit dem Stomabeutel lernt. Außer mit den physischen Folgestörungen der Primärtherapie lässt sich in einer solchen Reha auch durch psychologische Unterstützung die Krankheitsverarbeitung fördern. Vorrangiges Ziel ist dabei die Wiedereingliederung in den Beruf und die Reintegration in den häuslichen Alltag.

Den Reha-Antrag können Sie bei einem ihrer Sozialversicherungsträger stellen, also z.B. der Krankenkasse (gesetzlich oder privat), ihrer Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaft und dabei auch Wünsche äußern. Wichtig für die Genehmigung ist eine onkologische Zulassung der Reha-Klinik für die Versorgung von Krebspatienten. Eine Darmkrebs-Reha ist stationär oder ganztägig ambulant möglich, entweder als Anschlussheilbehandlung maximal 14 Tage nach der Krankenhausentlassung oder als Rehabilitations-Heilverfahren innerhalb eines Jahres nach der Behandlung. Die Reha dauert in der Regel 21 Tag mit Option auf Verlängerung. Beim Antrag unterstützt Sie Ihr Hausarzt oder der Sozialdienst im Krankenhaus gerne.

Zuletzt geändert am: 11.03.2019

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