Stent

Ein Stent ist eine Gefäßstütze aus Kunstfasern oder Metall. Der Einsatz dieser Stütze erfolgt, um Gefäße oder Hohlorgane offen zu halten.

Worum handelt es sich bei einem Stent?

Als Stent (Gefäßstütze) bezeichnen Mediziner ein Instrument, das zum Offenhalten von Gefäßen oder Hohlorganen dient. In den meisten Fällen kommt dazu eine Spiraldrahtprothese in Form eines Röhrchens zur Anwendung. Sie besteht aus Kunstfasern oder Metall.

Mithilfe eines Stents lassen sich verengte Gefäße stabilisieren, nachdem sie erweitert wurden. Die Gefäßstütze sorgt dafür, dass es nicht erneut zum Verschluss oder zur Verengung des Gefäßes kommt. Darüber hinaus wird die Oberfläche des Innenraums des Gefäßes geglättet und Gefäßablagerungen vorbeugt. Dabei presst der Stent sie gegen die Gefäßwand, was eine Verbesserung des Blutflusses innerhalb des Gefäßes bewirkt.

Kommt ein Stent zum Einsatz, sprechen die Ärzte von „einen Stent setzen“ oder einer Stentimplantation. Die Stentimplantation zählt zu den wichtigsten Behandlungsmethoden von Herzerkrankungen. So gelangt sie häufiger zum Einsatz als aufwendige Herz-Operationen wie das Legen eines Bypass.

Modelldarstellung von einem Stent, welcher ein verengtes Blutgefäß weitet.
Stent in einem Blutgefäß © hywards / Fotolia

Anwendungsgebiete

Eingesetzt wird ein Stent, um eine Aufdehnung von verschlossenen Gefäßen oder Hohlorganen zu erzielen, die sich durch eine herkömmliche PTA (perkutane transluminale Angioplastie) nicht erreichen lässt. Dies ist in erster Linie der Fall bei:

  • Durchblutungsstörungen an Arm- und Beinarterien im Rahmen der pAVK (peripherer arterieller Verschlusskrankheit, auch als Schaufensterkrankheit bekannt)
  • Verengungen an den Herzkranzgefäßen aufgrund der koronaren Herzkrankheit (KHK)
  • Verengungen der Halsschlagadern, die zu einem Schlaganfall führen können
  • einem Aortenaneurysma (erweiterte Hauptschlagader)
  • einer Gallengangsstenose
  • einer Nierenarterienstenose

Häufigste Ursache für eine Verengung von Gefäßen ist die Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Bei dieser kommt es zum Ablagern von Kalk, Blutfetten und Bindegewebe an den Gefäßwänden, was wiederum zur Entstehung von Plaques führt. Zu den Hauptgründen für eine Artenverkalkung gehört u. a. das Rauchen. Durch die Plaques wird das betroffene Gefäß zunehmend eingeengt. Zudem besteht das Risiko einer Pfropfbildung aus Blutplättchen, wodurch sich das Gefäß letztlich verschließt.

An welchen Körperstellen werden Stents gesetzt?

In den meisten Fällen finden Stents Verwendung, um Abschnitte der Herzkranzgefäße (Koronararterien) zu stabilisieren. So gilt der Stent als gute Alternative zur PTCA, in deren Rahmen das betroffene Gefäß mit einem Ballon aufgedehnt wird.

Die Verwendung von Stents ist aber ebenso in anderen Blutgefäßen durchführbar. Dazu gehören

  • die Halsschlagadern,
  • die hirnversorgenden Arterien,
  • die Hauptschlagader (Aorta) sowie
  • weitere periphere arterielle Blutgefäße.

Ein anderes Tätigkeitsfeld stellt die Tumortherapie dar. Durch dieses Verfahren lassen sich Hohlorgane wie die Gallenwege, die Luftröhre oder die Speiseröhre offen halten, wenn eine Einengung durch einen Tumor besteht.

Arten von Stents

Stents stehen in verschiedenen Größen zur Verfügung und bestehen aus unterschiedlichen Metallen. Ein Nachteil von Metallstents ist allerdings, dass es bei etwa 25 Prozent aller Patienten zum Einwachsen von Narbengewebe in den Stent kommt. Infolgedessen droht eine erneute Verengung des Gefäßlumens. In der Medizin ist dann von einer In-Stent-Restenose die Rede, die eine erneute Gefäßaufweitung erfordert.

Damit eine In-Stent-Restenose gar nicht erst auftritt, gibt es mittlerweile auch Stents, von denen Arzneimittel freigesetzt werden. Die wachstumshemmenden Wirkstoffe wirken einem weiteren Gefäßverschluss durch Narbengewebe entgegen.

Ablauf einer Stentimplantation

Die Durchführung einer Stentimplantation ähnelt der einer PTCA oder Untersuchung mit einem Herzkatheter. Weil sie zu den minimal-invasiven Eingriffen zählt, sind nur kleine Schritte nötig. Vor dem Setzen des Stents finden einige Routineuntersuchungen statt wie eine Blutanalyse oder ein EKG (Elektrokardiogramm). Im Falle eines verschlossenen Herzkranzgefäßes werden zudem ein Belastungs-EKG, ein Myokard-Szintigramm sowie Röntgenuntersuchungen von Herz und Lunge vorgenommen. Vor dem Eingriff erhält der Patient ein lokales Betäubungsmittel am Katheterzugangsbereich.

Erster Schritt der Stentimplantation ist das Anlegen eines äußeren Zugangs. Zu diesem Zweck bringt der Arzt eine Kanüle in ein Gefäß ein, das sich dicht an der Oberfläche befindet. Unter Röntgenkontrolle wird anschließend ein Führungskatheter in Richtung Engstelle des betroffenen Gefäßes vorgeschoben. An dieser Stelle platziert der Arzt dann den Stent.

Im Rahmen einer PTA ist an der Vorderspitze des Katheters ein zusammengefalteter Ballon angebracht. Nach der Ankunft an der Engstelle wird der Ballon aufgedehnt, wodurch die Verkalkungen an die Gefäßwand gedrückt werden, sodass sich das Gefäß öffnen lässt. Zur selben Zeit erfolgt das Aufdehnen des ballon-expandierenden Stents. Auf diese Weise lässt sich ein weiterer Gefäßverschluss verhindern. Im Anschluss an die Entleerung des Ballons zieht der Arzt den Katheter wieder aus dem Körper heraus. Dagegen verbleibt der Stent in dem Gefäß und hält es weiterhin offen.

Nach dem Eingriff

In der Regel wird der Patient bereits am Tag der Stentimplantation wieder entlassen. Vorher führt der Arzt jedoch noch einige Kontrolluntersuchungen durch. Damit kein Blutgerinnsel auftritt, nimmt der Patient blutverdünnende Medikamente wie Clopidogrel oder Acetylsalicylsäure ein.

Hat der Patient im Vorfeld einen Herzinfarkt erlitten, muss er jedoch für einen längeren Zeitraum im Krankenhaus bleiben. Wie lange, hängt von den Schädigungen ab, die durch den Infarkt entstanden sind. Handelt es sich um einen leichten Herzinfarkt, darf der Patient zumeist nach einer Woche wieder nach Hause. Liegt jedoch ein schwerer Infarkt vor, dauert der Aufenthalt im Krankenhaus zumeist drei Wochen.

Ist der Patient wieder genesen, kann er auch wieder Sport treiben, da der Stent keine Einschränkungen erfordert. Bei einer koronaren Herzerkrankung ist es jedoch wichtig, Sportarten auszuüben, die sich mit geringfügiger Intensität ausführen lassen wie zum Beispiel Radfahren, Joggen, Schwimmen, Wandern oder Skilanglauf.

Reha nach der Behandlung

Eine Rehabilitation ist nach einer Stentimplantation zumeist nicht nötig. So reicht es aus, wenn sich der Patient fünf Tage lang schont. Anschließend nimmt er seine gewohnte Arbeitstätigkeit wieder auf. Letztlich hängt dies jedoch vom allgemeinen Gesundheitszustand sowie dem Beruf des Betroffenen ab.

Als sinnvoll gilt das Durchführen einer kardiologischen Reha im Anschluss an eine Stentimplantation, wenn der Patient einen Herzinfarkt erlitten hat. So erfordert die Heilung nach einem Infarkt mehr Aufwand.

Fazit

Eine Stentimplantation gilt als sinnvolle Alternative zu einer riskanten Bypass-Operation. Falls erforderlich, lässt sich der Eingriff mehrfach wiederholen.

Artikel vom Expertengremium Reha lektoriert, 18.06.2018

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