Parkinson

Morbus Parkinson ist die bekannteste Erkrankung des Nervensystems und stark verbreitet. Die Krankheit befällt eine bestimmte Region des Gehirns (Substantia nigra) und Nervensystems und schreitet langsam voran. Sie zeigt sich durch Störungen im Bewegungsablauf und der Beweglichkeit und heißt im Volksmund daher Schüttelkrankheit. Etwa 1,2 bis 1,5 Prozent der über 60-Jährigen sind von Morbus Parkinson betroffen. Auch wenn eine Heilung nach wie vor nicht möglich ist, lassen sich die Symptome der Krankheit dank neuer, wirksamer Medikamente relativ gut behandeln. Damit kann der Patient länger ein selbstbestimmtes Leben führen.

Was sind die Ursachen für Morbus Parkinson?

Die Krankheit entwickelt sich infolge eines Dopaminmangels im Gehirn. Der wiederum ist auf einen Abbau von Hirngewebe in bestimmten Regionen zurückzuführen. Der Patient verliert permanent dopaminhaltige Nervenzellen. Das führt zu diversen Wechselwirkungen mit anderen Botenstoffen und zu Krankheitssymptomen.

Neben dem Mangel an Dopamin kommen auch andere neurologische Erkrankungen als Ursache infrage: So kann zum Beispiel eine Lewy-Körper-Demenz zu Parkinson führen. Ferner gibt es eine seltene genetische Parkinson-Form, die schon junge Menschen ab 40 Jahren befällt. Äußerliche Ursachen können zum Beispiel Giftstoffe sein, die im Gehirn Schaden anrichten. Schwere, immer wiederkehrende Erschütterungen des Gehirns, wie beispielsweise bei Boxern, können ebenfalls Parkinson verursachen. Muhammad Ali ist hierfür ein prominentes Beispiel.

Bei drei Viertel aller Patienten lassen jedoch keine eindeutigen Gründe für das Entstehen der Krankheit finden. Dann spricht man von einem idiopathischen Parkinsonsyndrom.

Symptome bei Morbus Parkinson

Da sich die Krankheit schleichend entwickelt, wird sie oft sehr spät erkannt. Erst beginnende Ungeschicklichkeit wie zum Beispiel Schreibstörungen, depressive Verstimmungen und das typische Zittern führen den Patienten zum Arzt. Das Zittern (Tremor) ist bei Entspannung am stärksten und verringert sich bei Bewegung. Etwa jeder zehnte Patient hat keinerlei Zitter-Symptomatik. Neben Armen und Beinen sind auch die Sprechorgane sowie Darm, Rumpf und Kopf betroffen. Viele Patienten haben eine leichte Harninkontinenz.

Die psychischen Veränderungen können dramatisch sein. Dennoch ist bei Parkinson-Patienten keineswegs die Qualität des Denkens reduziert, man beobachtet lediglich eine Verlangsamung. Selten gibt es auch Veränderungen des Denk- und Konzentrationsvermögens.

Einschränkungen der Motorik sind typisch

Dopamin ist notwendig, damit die Nervenbahnen Impulse übertragen können. Werden die Impulse abgeschwächt, verändert sich der gesamte Bewegungsablauf des Betroffenen. Die schlechtere Gesamtmotorik fällt vor allem beim Gehen auf. Der Patient kann sich nur schwer aufrecht halten. Probleme zeigen sich auch beim Durchqueren einer Tür, denn er kann nicht abrupt stehen bleiben.

Durch die versteifte Muskulatur wird der Gang kleinschrittig und stotternd, man spricht vom Zahnradphänomen. Die Sprache wird leise, oft unverständlich und klingt monoton. Neben einer reduzierten Gesichtsmimik leiden Patienten auch unter Schluck- und Sprechstörungen.

Nervenimpulse im Gehirn
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Therapie von Parkinson

Da sich die Symptome der chronischen Erkrankung Parkinson mit der Zeit ändern, muss die Behandlung immer an die Lebenssituation angepasst werden. Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, den Mangel an Dopamin auszugleichen. Je nach Situation sind auch operative Verfahren wie die Reizung der Gehirnnervenzellen durch Elektroden angezeigt. Die begleitenden Therapien sollen die motorischen und sensorischen Fähigkeiten des Patienten verbessern. Das erreicht man mit Entspannungstechniken, Physiotherapie, Ergotherapie sowie Sprach- und Schlucktraining.

Morbus Parkinson kann man nicht vorbeugen. Es ist nicht erwiesen, ob geistige Fitness das Krankheitsrisiko minimiert, doch generell hat sie einen positiven Einfluss auf andere Alterserkrankungen.

Die Prognose bei Parkinson

Die Entwicklung der unheilbaren Krankheit ist nicht vorhersagbar. Mit Medikamenten und Bewegungstherapie haben Parkinson-Patienten eine durchschnittliche Lebenserwartung von 70 Jahren, sterben also nicht viel früher als gesunde Menschen. Seit Einführung der L-Dopa-Therapie hat sich ihre Sterblichkeitsrate fast um zwei Drittel verringert. Auch die Beschwerden können deutlich abgemildert werden. Da die medizinische Entwicklung rasant voranschreitet, verspricht man sich von künftigen Behandlungsformen wie Stammzellentherapie oder neuen Medikamenten eine baldige, erhebliche Verbesserung der Lebensqualität.

Stationäre Reha in einer neurologischen Klinik

Alle medizinischen Reha-Maßnahmen sollen die Lebensqualität der Patienten erhalten und, wenn möglich, verbessern. Sie können ambulant, in einer Tagesklinik oder stationär wahrgenommen werden. Eine stationäre Reha dauert drei bis vier Wochen und findet idealerweise in einer Reha-Klinik statt, die auf neurologische Krankheiten spezialisiert ist.

Da Parkinson viele Gesichter und jeder Patient seine eigene Geschichte hat, sind die Therapien sehr individuell. Meist ist eine Komplexbehandlung angezeigt, da diverse Symptome behandelt werden müssen. In der Klinik wird der Patient medikamentös neu eingestellt oder umgestellt. Beispielsweise wendet man Dopamin-Pumpen zur kontinuierlichen Stimulation der Botenstoffproduktion an. In der Fachklinik können auch tiefe Hirnstimulationen vorgenommen werden. Auch ambulante, videounterstützte Therapien sind möglich.

Nachsorge nach einem stationären Aufenthalt

Regelmäßige Kontrollen sind notwendig, um Medikamente auf die aktuellen Bedürfnisse einzustellen. Auch der Umgang mit der Medikamentenpumpe muss erlernt werden. Die Familienangehörigen sollten immer ins Behandlungskonzept einbezogen werden, da auch sie unter der Veränderung leiden. Oft kommen sie mit den begleitenden Formen von Demenz schlecht zurecht und brauchen ebenfalls Unterstützung.

Patientin mit Parkinson in Therapie
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Voraussetzungen für eine Reha bei Parkinson

Die Reha dient dazu, Beschwerden zu lindern und eine Verschlechterung der Symptomatik zu vermeiden. Medizinische Rehabilitationsleistungen können sich aus ambulanten und stationären Leistungen zusammensetzen. Ziel einer Kur (stationäre Reha) sind die Stärkung der Gesundheit und die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit. Sie ist auch sinnvoll, wenn eine Erwerbsfähigkeitsminderung abgewendet oder der Arbeitsplatz durch die Maßnahme erhalten werden kann. Die Maßnahme muss aus medizinischer Sicht erforderlich sein und vom behandelnden Arzt verordnet werden.

Fast alle Sozialleistungsträger übernehmen die Kosten für eine medizinische Reha, wenn sich diese zur Wiederherstellung oder Verbesserung der Gesundheit eignet. Eine ausführliche Begründung durch den Arzt ist ratsam. In der akuten Phase der Behandlungsbedürftigkeit übernimmt der Sozialversicherungsträger die Kosten für eine Reha nicht. Erhält der Betroffene bereits Vorruhestandsleistungen, werden stationäre Reha-Maßnahmen auch nicht bewilligt.

So wird ein Antrag auf eine stationäre Kur gestellt

Den Antrag auf eine medizinische Reha füllt der Arzt idealerweise mit dem Patienten gemeinsam aus. Eine Verordnung des Arztes muss dem Antrag beigefügt werden. Äußerst sinnvoll ist ein ausführlicher Arztbericht über die Notwendigkeit der Reha-Maßnahme. Hierin werden die Einschränkungen des Patienten im Alltag möglichst genau beschrieben.

Der Antrag wird zusammen mit Verordnung und Begleitschreiben an den zuständigen Rentenversicherungsträger, in manchen Fällen auch an die Krankenkasse, gerichtet. Der bewilligt die Maßnahme nach individuellem Bedarf. Bei einer Ablehnung kann Widerspruch eingelegt werden (Ausführliche Beschreibung: §§ 14-24 SGB IX).

Artikel vom Expertengremium Reha lektoriert, 01.10.2018

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