Magnetkrankenhäuser

Qualitätsentwicklung in der Pflege in den RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm gGmbH

Magnetkrankenhäuser zeichnen sich durch exzellente Patientenergebnisse sowie eine hohe Zufriedenheit der Pflegefachpersonen aus. Die RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm gGmbH haben sich auf den Weg gemacht, die Qualitätsentwicklung nach dem Magnetkrankenhausmodell aus den USA durchzuführen. Die ersten Schritte stimmen optimistisch und sind ein klares Ja zur Patientenorientierung.

Die RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm sind Kliniken der Maximalversorgung mit den Schwerpunkten Orthopädie und Neurologie. Die Orthopädische Universitätsklinik mit Querschnitt gelähmtenzentrum sowie die Neurologische Universitätsklinik mit Stroke-Unit bilden den Akutbereich der Klinik und führen den Lehr- und Forschungsauftrag für die Universität Ulm aus. Neben den Akutkliniken existiert als zweite Säule der Patientenversorgung das Zentrum für Integrierte Rehabilitation und eine Neurogeriatrische Akutklinik. Die Gesellschaft er sind zu 50 Prozent die Universitätsklinik Ulm und zu 50 Prozent die Sana Kliniken AG. Die Klinik umfasst im Gesamten 391 Betten, davon 268 im Akutbereich und 123 in der Rehabilitation. Für die Strategieausrichtung hält die Klinik demnach eine optimale Größe vor, um die Entwicklung zu einem Magnetkrankenhaus voranzutreiben.

Akademisierung, Evidenzbasierung in der Pflege mit dem Fokus auf pflegesensitive Outcomes und Pflege auf Augenhöhe sind wesentliche Faktoren, in denen sich die Umsetzung des Magnetkrankenhausmodells in der Qualitätsentwicklung in der Pflege zeigt. In folgender Abbildung werden die wesentlichen Komponenten des Magnetkrankenhausmodells dargestellt. Folgende Entwicklungen auf der Reise zum Magnetkrankenhaus haben sich bereits im RKU ergeben: In 2013 absolvierte Frau Helene Maucher, Pfl egedirektorin im RKU, eine Hospitation im Rahmen des Hospitationsprogramms Pflege der Robert Bosch Stift ung im Magnetkrankenhaus UF Health in Jacksonville, Florida, USA. Motiviert durch diese Erfahrung entwickelte sie mit ihrem Team an den RKU eine klare Strategie zur Qualitätsentwicklung in der Pflege. Das Ziel: den Magnetstatus nach den Anerkennungskriterien der American Nurse Credentialing Center (ANCC 2014) zu erreichen. Der darauffolgende 1. Ulmer Pflegemanagementkongress am RKU im Juli 2015 war ein weiterer wichtiger Schritt zur klaren Strategieentscheidung.

Schlüsselkomponenten des Magnetmodells

"Wir machen uns auf den Weg zum Magnetkrankenhaus."

Der Besuch der Magnetkonferenz in Orlando mit mehreren deutschen Pflegemanagern sowie Führungskräften aus dem RKU bestärkte die Beteiligten in ihrer Vision., Oktober 2016

Die Begeisterung der Pflegedirektion, der Bereichs- und Stationsleitungen für das Thema war sicherlich ein großer Motivator und eine wichtige Voraussetzung für das strategische Ziel. Die Entscheidung zur Umsetzung des Magnetkrankenhausmodells an den RKU wurde in der Betriebsleitung mit dem Commitment der Pflege getroffen, unterstützt durch die Befürwortung des Projektantrags durch den Vorstand der Sana Kliniken AG. Nach der finalen Entscheidung durch die Geschäftsführung erfolgte als nächster Schritt eine SWOTAnalyse.

Neben Neustrukturierungen in der Pflegedirektion startete zur Akademisierung der Pflegenden im März 2017 mit 15 Studierenden ein RKU-spezifischer Bachelorstudiengang „Management für Gesundheits- und Pflegeberufe“ in Kooperation mit der Hochschule Neu-Ulm mit Fokus auf den Einsatz der Bachelorabsolventen in der Pflegepraxis. Ein weiteres wichtiges Ziel ist, Führungskräfte für ökonomische Prozesse in der Klinik mittels eines Stationscockpits zu sensibilisieren. Zur Weiterentwicklung der Pflegepraxis werden Projekte durch Pflegende initiiert. Derzeit wird die (Weiter-)Entwicklung von den von ANCC geforderten Qualitätszahlen stark fokussiert und vorangetrieben. Die Abbildung folgender Kennzahlen ist dabei obligat: im Krankenhaus erworbene Dekubitalulcera ab Grad 2, Stürze mit Verletzungen, Blutstrominfektionen bedingt durch zentrale Katheter und Harnwegsinfektionen bedingt durch Harnwegskatheter. Mit der Entwicklung und Weiterentwicklung der Kennzahlen geht die Auswahl geeigneter Benchmarkpartner einher. Wesentlicher Baustein dabei ist die Implementierung der elektronischen Patientendokumentation ePA_AC. Neben Hospitationen in anderen Kliniken fand im April diesen Jahres im RKU die von der ANCC empfohlene GAP-Analyse statt. Derzeit werden die Ergebnisse ausgewertet und weitere Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Pflege geplant. Am 06. und 07. Juli 2017 fand der 2. Ulmer Pflegemanagementkongress im RKU statt, unter anderem mit Referenten aus den USA.

Dieser Weg bedeutet eine Transformation des Systems und ein Kulturwandel, dennoch sind wir überzeugt, dass durch das Magnetkrankenhausmodell ein evidenzbasiertes ganzheitliches Konzept vorliegt, das  konkrete Qualitätsentwicklungen in der Pflege mit einer Nachhaltigkeit vorantreibt und damit eine bestmögliche patientenzentrierte Pflege ermöglicht sowie Ökonomie und Qualität miteinander verbindet (Drenkard 2010: The business case for Magnet).

Zuletzt geändert am: 26.11.2018

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