Aufklärung statt Frust

Patienteninformation für Notfälle

Projektbeschreibung:

Für alle drei Krankenhäuser in Wiesbaden, die über eine Notaufnahme verfügen, haben wir in Federführung ein Informationstool entwickelt, das Patienten und Angehörige über die Abläufe in einer Notaufnahme informiert und darüber hinaus erläutert, an wen man sich in welcher Situation am besten wendet. Wo bekommt man die beste medizinische Hilfe? Muss man ins Krankenhaus oder geht man besser zum Haus- oder Facharzt?

Hintergrund:

Die Notaufnahmen in Deutschlands Krankenhäusern sind zunehmend stärker frequentiert. Immer häufiger nehmen Patienten oder deren Angehörige diese auch in leichteren Fällen in Anspruch. Wenn sich diese Patientengruppen mit akuten Notfallpatienten mischen, führt dies häufig zu Unstimmigkeiten. Weniger schwer Betroffene verbringen oft lange Zeit im Wartebereich, während andere vermeintlich einfach „duchgeschleust“ werden. Ursächlich hierfür ist das Unwissen darüber, wie eine Notaufnahme funktioniert und für welche Fälle sie gedacht ist. Dies betrifft auch häufig Menschen mit Migrationshintergrund, die andere Strukturen aus ihren Herkunftsländern gewohnt sind, da es dort nur ein Krankenhaus oder eine Krankenstation gibt und das deutsche Haus- und Facharztsystem oder der ärztliche Bereitschaftsdienst gänzlich unbekannt sind.

Ziele:

Ankommende Patienten und Angehörige sowie die Bevölkerung im Allgemeinen soll darüber informiert werden, wann man eigentlich als „Notfall-Patient“ gilt und welche Ansprechpartner es in dieser Situation gibt. Außerdem soll erklärt werden, was Patienten und Angehörige in der Notaufnahme eines Krankenhauses erwartet und wie die Abläufe funktionieren, um so möglichen Ängsten und Unsicherheiten vorzubeugen.

Maßnahme:

In enger Abstimmung mit Ärzten und Pflegekräften in der Notaufnahme sowie mit weiteren Partnern in der Notfallversorgung haben wir eine Broschüre entwickelt: „Im Notfall … sind wir 24 Stunden für Sie da.“

Da die enthaltenen Informationen alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener betreffen und alle drei Kliniken an der Notfallversorgung teilnehmen, beteiligten sich auch die anderen beiden Kliniken an der Aktion. In der Broschüre beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um einen medizinischen Notfall. An wen soll man sich wenden? Was passiert eigentlich in einer Notaufnahme? Wie funktioniert das Notfallmanagement, welche Unterlagen und Dokumente können wichtig sein?

Der internationale Standard des Manchester Triage Systems, nach dem die Notaufnahmen in Wiesbaden arbeiten, wird mittels einer eigens entwickelten Patientenampel anschaulich und niedrigschwellig erklärt und macht die Dringlichkeitseinstufung transparent. Neben lebensrettenden Rufnummern, den wichtigen „W“-Fragen für die Kommunikation mit der Rettungsleitstelle, enthält die Notfallbroschüre auch lokale Ansprechpartner, wie die Nummer des örtlichen ärztlichen Bereitschaftsdienstes und weitere Notdienste.

Resonanz:

Seit Erscheinen im April 2016 erfährt die Notfallbroschüre große Resonanz. Die ersten Auflagen waren bereits in kurzer Zeit vergriffen. Mithilfe unseres fremdsprachigen Fachpersonals aus ärztlichem Dienst und Pflegedienst sowie einem Fachübersetzungsbüro wurde die Broschüre auch in Englisch, Türkisch, Arabisch und Russisch aufgelegt.

Sich in medizinischen Notfällen in der Muttersprache informieren zu können, erleichtert die Auseinandersetzung mit der Situation. Die Broschüren werden nicht nur in den Notaufnahmen und bei den weiteren Partnern in der Gesundheitsversorgung, sondern auch bei ambulanten Pflegediensten, im Gesundheitsamt, in der Aus- und Weiterbildung, in Schulen und bei Integrationskursen eingesetzt.

Die durchweg positive Resonanz auf das Informationstool zeigt, dass Aufklärung und Transparenz über medizinische Abläufe gewinnbringend für alle Beteiligten ist.

Susanne Schiring-Rosch, Leiterin Unternehmenskommunikation, St. Josefs-Hospital Wiesbaden GmbH, 08.03.2018

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