Medizinische Ergebnisse zur Verbesserung nutzen

Formen der Fallanalyse

Die Sana Kliniken haben sich mit der Durchführung von Fallanalysen im Rahmen des klinischen Risikomanagements auf die vom Gesetzgeber vorgegebene Verpflichtung zur Einführung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements nach §135a und die Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) über grundsätzliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement systematisch vorbereitet.

Auffällige Ergebnis-Indikatoren, unerwartete Heilverläufe und Anspruchsstellungen bedürfen einer adäquaten sicheren Analyse, um anschließend sinnvolle Maßnahmen ableiten zu können. Seit 2013 werden in den Sana Krankenhäusern verschiedene Fallanalysemethoden eingeführt.

Die Auswahl der Methodik erfolgt durch das Team Fallanalyse der Sana Holding und basiert auf einem definierten Auslöse- und Entscheidungsalgorithmus. Die Auffälligkeit des Behandlungsergebnisses bzw. Hinweise auf ablauforganisatorische Mängel geben dabei das weitere Vorgehen vor. Kernteams der medizinischen Fachgruppen der Sana haben Qualitätsindikatoren aus der externen Qualitätssicherung und aus den von Abrechnungsdaten abgeleiteten §21-Daten festgelegt, die bei Auffälligkeit als Aufgreifkriterien für Ärztliche Peer Reviews dienen. In Abhängigkeit von der Ergebnisausprägung legen die Kernteams mit der Leiterin Qualitätsvergleiche fest, in welchen Kliniken ein Ärztliches Peer Review erfolgen wird. Jedem Ärztlichen Peer Review geht eine Selbstbewertung der Klinik voraus.

Analysemethoden und ihre Auswahlkriterien

Bei Anspruchsstellungen hängt die Entscheidung über eine Analyse zunächst von der Bewertung der rechtlichen Situation ab. Bestehen keine Einwände, werden Unterlagen unter Berücksichtigung definierter Fragestellungen analysiert. Sie beziehen sich auf die Nichtnachvollziehbarkeit eines leitlinien- oder fachgerechten bzw. fachlich begründeten Vorgehens, auf ablauforganisatorische Fehler. In Abhängigkeit der ersten Prüfungsergebnisse wird entweder ein Ärztliches Peer Review eingeleitet oder situationsabhängig eine moderierte M&M-Konferenz oder eine Fallanalyse auf der Basis des London-Protokolls (Ereignis-, Risiko- und Kommunikationsanalyse) veranlasst.

Alle Fallanalysen erfolgen möglichst in zeitlicher Nähe zum Ereignis. Die einzelnen Methoden können zusätzlich auch kombiniert werden, z.B. Ärztliche Peer Reviews mit ERiKAFallanalysen, wenn ein detaillierterer Erkenntnisgewinn erwartet wird. Die kriteriengestützte Auswahl der Analyseform zeigt obige Abbildung.

Alle Analysen werden von Mitarbeitern und Führungskräften durchgeführt, die zuvor freiwillig in einer ein- bis zweitägigen Schulung für die Aufgabe als Fallanalytiker oder Peer qualifiziert wurden. Die Auswahl des Ärztlichen Peer Review-Teams bzw. der Fallanalytiker erfolgt durch die Sana Holding. Der Erfolg der Analyse hängt wesentlich von den abgeleiteten Konsequenzen und dem Nachhalten der Maßnahmen ab.

Deshalb folgt allen Analysemethoden die Ableitung von Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen, die zu definierten Zeitpunkten umgesetzt sein müssen. Die Nachweise werden von den Kliniken zeitgerecht in das zentrale, IT-gestützte Auditmanagement- und Maßnahmenportal (sana.zamm) hochgeladen und damit dem Monitoring der Sana Holding zugeführt. Allgemeingültige Erkenntnisse werden in medizinischen Fachgruppen präsentiert, um darüber die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens ähnlicher Vorkommnisse zu minimieren.

Zuletzt geändert am: 26.11.2018

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