Umfrageergebnis zur wirtschaftlichen Situation der Reha-Kliniken

Im letzten Sommer hatten die Landesverbände der Privatkliniken Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland eine Umfrage zur wirtschaftlichen Situation der Rehabilitationskliniken im zweiten Quartal 2020 durchgeführt. Die Umfrage wurde für das gesamte Jahr 2020 fortgeführt und um das erste Quartal 2021 ergänzt. Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) hatte zuletzt alle Rehabilitationseinrichtungen gebeten an der Umfrage teilzunehmen, um ein möglichst breites Bild zur Situation zu erhalten. An der Umfrage haben 75 Einrichtungen teilgenommen. Die Ergebnisse werden in die politische Kommunikation des BDPK eingebunden.

Die Belegung der Kliniken ist 2021 im Vergleich zu 2019 von gut 88% auf im Schnitt 69,5% gesunken. Die stärksten Einbrüche sind im April, Mai und Dezember 2020 zu verzeichnen. Im Frühjahr 2020 ist dies vor allem darauf zurückzuführen, dass bundesweit elektive Eingriffe und Behandlungen ausgesetzt wurden, um Kapazitäten für die COVID-19 Versorgung freizuhalten. Im vierten Quartal 2020 brechen die Belegungszahlen erneut ein. Grund hierfür ist die erneut hohe Hospitalisierungsrate von COVID-19 Patienten und das Wiederaussetzen von elektiven Eingriffen in den Krankenhäusern. Hinzu kommt die Zurückhaltung der Patient:innen, stationäre Behandlungen durchzuführen.

Weitere Informationen sind der vollständigen Präsentation zu entnehmen.

Durch die Corona Pandemie kommt es in den Rehakliniken zu drastischen Belegungseinbrüchen
Quelle: VDPK e.V.

Die Befragten schätzen das Jahr 2021 in Bezug auf die Belegung sehr gemischt ein. Ein Drittel erwartet Belegungszahlen bis maximal 70%, ein weiteres Drittel schätzt eine Belegung von 70-80%. 36% der Befragten sind optimistisch, dass eine Belegung zwischen 81 und 90% erzielt werden kann.

Das mag auf den ersten Blick ganz ordentlich aussehen. Um die Situation besser einschätzen zu können ist es wichtig zu wissen, dass die meisten Rehakliniken erst aber einer Belegungsquote von 90% wirtschaftlich arbeiten.

Die anhaltenden niedrigen Belegungszahlen drohen die Reha-Kliniken in eine wirtschaftliche Schieflage zu bringen. Niedrige Belegungszahlen führen zu Kurzarbeit in den Reha-Kliniken. Noch ist nicht absehbar, wann die Krankenhäuser wieder den CORONA-Krisenmodus verlassen können, d.h. auch elektive Eingriffe vornehmen können. Entsprechend drohen lange Verhandlungen mit den Kostenträgern und der Politik, einen Corona-Zuschlag für die Rehakliniken zu erlangen.

23.03.2020

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