Teilhabeverfahrensbericht 2022 veröffentlicht

Zum Start des neuen Jahres wurde der Teilhabeverfahrensbericht 2022 der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) für das Berichtsjahr 2021 veröffentlicht. Über 1.000 Träger haben Daten zu ihren Verfahrensabläufen übermittelt und somit Auskunft über 16 Sachverhalte vorgelegt.

Im Jahr 2021 wurden insgesamt 2,8 Mio. Anträge bei den Rehabilitationsträgern gestellt, davon 2,3 Mio. für eine medizinische Reha. Ähnliche Zahlen ergaben auch die Vorjahre. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) brauchten durchschnittlich 13 Tage, um einen Antrag auf Rehabilitation zu bearbeiten. Bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) vergingen von Antragseingang bis zum Versand des Rehabescheids durchschnittlich rund 19 Tage. Dabei wurde die Mehrzahl der Anträge bewilligt: Rund 82 % (GKV) beziehungsweise rund 71 % (DRV) der Leistungsberechtigen konnten ihre Rehabilitation wie beantragt antreten.

 

Grafik Teilhabeverfahrensbericht Widersprüche gegen Leistungsentscheider

Es wurden insgesamt über 115.973 Widersprüche gegen einen abgelehnten Rehaantrag eingereicht, wobei rund 24.000 an die GKV und rund 85.000 an die DRV gerichtet waren. Etwas mehr als die Hälfte dieser Widersprüche wurden zugunsten der beantragenden Patient:innen entschieden. Im Vergleich zum Vorjahr 2020 ist die Anzahl der Widersprüche insgesamt gesunken (-35 %).

Auszug aus dem Teilhabebericht 2022

  • Anzahl gestellter Anträge auf Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe 2,8 Mio.
    • davon zur medizinischen Reha: 2,3 Mio.
  • Anteil weitergeleiteter Anträge an andere Kostenträger (§ 14 Abs. 1 Satz 2 SGB IX): 7,6 %
    • davon GKV 3,0 % und DRV 10,5 %
    • Veränderung im Vergleich zum Vorjahr: -1,2 %
      • davon GKV +13,9 % und DRV -3,2 %
  • Tage zwischen Beauftragung und Vorlage eines Gutachten: 10,7
    • GKV: 6,9 Tage (255.180 Gutachten)
    • DRV: 36,7 Tage (14.666 Gutachten)
  • Bearbeitungsdauer von Anträgen: 22,1 Tage
    • GKV: 13,1 Tage
    • DRV: 18,8 Tage
  • Bewilligte und abgelehnte Anträge
    • GKV
      • Vollständige Bewilligung: 81,5 %
      • Vollständige Ablehnung: 12,9 %
    • DRV
      • Vollständige Bewilligung: 71,2 %
      • Teilweise bewilligt: 9,1 %
      • Vollständige Ablehnung: 16,3 %
      • Sonstige Erledigung: 3,4%
  • Widersprüche und Klagen
    • Widersprüche gegen Leistungsentscheider: 115.973 (-20 % im Vorjahresvergleich)
      • GKV: 24.468 (-37,8 % im Vorjahresvergleich)
        • erfolgreich: 60,1 %
        • nicht erfolgreich: 39,9 %
      • DRV: 84.784 (-32,3 % im Vorjahresvergleich)
        • erfolgreich: 51,3 %
        • nicht erfolgreich: 48,7 %
    • Klagen gegen Leistungsentscheider: 3.820 (-18 % im Vorjahresvergleich)
      • GKV: 335 (-5,9 % im Vorjahresvergleich)
        • erfolgreich: 30,4 %
        • nicht erfolgreich: 69,6 %
      • DRV: 2.472 (-56 % im Vorjahresvergleich)
        • erfolgreich: 30,1 %
        • nicht erfolgreich: 69,9 %
  • Dauerhafte Integration in Arbeit nach einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA)
    • GKV
      • In Beschäftigung: 70.500
      • Keine Beschäftigung: 17.837

In den Teilhabebericht 2022 sind Daten der Kostenträger medizinischer Rehabilitation eingeflossen:

  • Gesetzliche Krankenkassen (GKV)
  • Bundesagentur für Arbeit (BA)
  • Gesetzliche Unfallversicherung (UV)
  • Gesetzliche Rentenversicherung (RV)
  • Kriegsopferversorgung (KOV) und -fürsorge (KOF) im Rahmen des Rechts der sozialen Entschädigung (SER),
  • Öffentliche Jugendhilfe (JH)
  • Eingliederungshilfe (EGH)

Weitere Ergebnisse sind im Teilhabebericht 2022 der BAR abrufbar.

11.01.2023

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