Pflegestärkungs­gesetz und Reha

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz für Krankenhäuser und die Angst der Rehakliniken, kein Personal mehr zu finden

Die Journalistin Michaela Schwinn veröffentlichte einen Beitrag mit dem Titel "Pflegenotstand - Bis zum Hals" in der Süddeutschen Zeitung vom 28. August 2018. Thematisiert wird die Auswirkung des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes auf die über 1.200 Rehakliniken in Deutschland. Auch Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken sowie von Qualitätskliniken.de, äußert seine Meinung in dem Artikel.

Aus seiner Sicht besteht momentan die Gefahr, dass die Rehakliniken aufgrund der künftigen Bezahlung von Pflegpersonal direkt durch die Krankenkasse personell ausbluten könnten. Krankenhäuser benötigten durch die gesetzlich geplanten Personal-Untergrenzen eine Vielzahl von Mitarbeitern, um alle Fachabteilungen weiter betreiben zu können. Dieser hohe Druck in Verbindung mit der direkten Übernahme der Personalkosten durch die Krankenkassen werde zu deutlich steigenden Gehältern bei Pflegekräften in Krankenhäusern führen, so Thomas Bublitz. Der Bereich Rehabilitation müsse daher bei der Gesetzgebung unbedingt berücksichtigt werden.

Höhere Gehälter von Personal in Akutkliniken sind grundsätzlich keine negative Entwicklung - eine angemessene Bezahlung von Pflegekräften ist dringend notwendig, um den Beruf attraktiver zu machen und Mitarbeiter zu halten sowie die Ausbildungszahlen zu steigern. Trotzdem darf hierbei der Bereich der Rehabilitation nicht vergessen werden. Das Pflegestärkungs­gesetz birgt die Gefahr der Abwanderung von Pflegekräften weg von Rehakliniken hin zu Krankenhäusern. Die Bezahlung der Pflegekräfte kann nicht nur für einen Bereich neu geregelt werden; ein daraus resultierendes Ungleichgewicht hat direkte Auswirkungen auf den Betrieb von Rehakliniken und somit auch auf jährlich fast 2 Millionen Patienten.

Vorsorge- oder Rehabilitations­einrichtungen sorgen dafür, dass Patienten nach schweren Krankheiten oder Unfällen wieder ein selbstbestimmtes Leben führen und ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen können. Im Bereich der geriatrischen Versorgung können Patienten wieder mobilisiert und ein längerer Verbleib der älteren Menschen im häuslichen Umfeld anstatt von Pflegeheimen erreicht werden. Somit generieren Rehakliniken, neben der direkten Versorgung von Patienten, einen außerordentlichen volkswirtschaftlichen Nutzen in Deutschland.

von Alexander Mühlhause, 29.08.2018

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