Patientenseitige Ergebnismessung – Auf die Plätze, fertig, PROMS!

Während anderenorts bereits fundierte Vorhersagen über den Nutzen einer möglichen Operation für Patienten anhand eines kurzen Patientenfragebogens getroffen werden können, gewinnt die Nutzung und Veröffentlichung von PROMs in Deutschland bisher nur langsam an Bedeutung für die Bewertung und Verbesserung des Behandlungserfolg. Ein echter Qualitätswettbewerb wäre jedoch dringend erforderlich. Die ersten Initiativen stehen in den Startlöchern.

Behandlungsleistungen werden in den USA, England und anderen Ländern bereits seit Jahren aus der Patientenperspektive gemessen und öffentlich vergleichbar gemacht. Die gefühlte Verbesserung der Lebensqualität von Patienten wird dabei nicht nur als Differenzierungsmerkmal zwischen verschiedenen Versorgern gesehen, sondern stellt mittlerweile eines der wichtigsten Qualitäts-merkmale zur Beurteilung des Behandlungserfolgs dar. Die Datenerhebung erfolgt mit Hilfe von validen Patient Reported Outcome Measures (PROMs). Patienten werden vor und zu einem adäquaten Zeitpunkt nach einem Eingriff befragt und die Differenz, die Gesundheitsverbesserung, so ersichtlich. Bei einheitlichen Messverfahren sind nationale und internationale Vergleiche möglich. Auch können PROMs wesentlich zu einem Qualitätswettbewerb in einem bisher fast ausschließlich kostengetriebenen Gesundheitssystem beitragen und die Patientenzufriedenheit erhöhen.

Ein Beispiel von der University of Rochester verdeutlicht, dass sogar Entscheidung im konkreten Klinikalltag über eine geeignete Behandlungsform bereits auf PROMs gestützt werden können. So zeigen Ergebnisse aus präoperativen Befragungen zu Sprunggelenksoperationen mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 %, ob eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bei bestimmten Patientengruppen eintreten wird oder nicht.

Nicht nur für Krankenhäuser stellt die Berücksichtigung von Patienteneinschätzungen ein großes Potential dar. Die Ergebnisqualität in der rehabilitationsmedizinischen Versorgung wird durch die Deutsche Rentenversicherung (Reha-QS) sowie die gesetzlichen Krankenversicherungen (QS-Reha) bisher durch unterschiedliche generische Messinstrumente erhoben. Darin wird die patientenseitige Ergebnisbewertung bereits seit Jahren einbezogen – ein direkter Vergleich ist jedoch nur innerhalb der Systeme möglich und steht keiner breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Transparenzinitiative Qualitätskliniken.de erhebt nun erstmals Kennzahlen zur indikationsspezifischen Behandlungsqualität in der medizinischen Rehabilitation durch PROMs. Interessierte Rehakliniken können sich unter info@qualitaetskliniken.de für eine Teilnahme melden. Lesen Sie einen Auzug aus diesem Beitrag in der Dezemberausgabe des Fachmagazins f&w.

04.12.2018

In der Rehaklinik wieder Laufen lernen.
Tyler Olson – stock.adobe.com

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