Hirnblutung

Unter einer Hirnblutung verstehen Ärzte verschiedene Blutungen des menschlichen Gehirns. Es handelt sich also um einen Oberbegriff. In der humanmedizinischen Literatur wird dabei zwischen intrakraniellen Blutungen (Hirnblutung im Schädelinnern), intrazerebralen Blutungen (Blutungen, die unmittelbar im Bereich des Gehirns auftreten) und extrazerebralen Blutungen (Hirnhautblutungen) unterschieden.

Definition: Was ist eigentlich eine Hirnblutung?

Mediziner unterscheiden zwischen drei verschiedenen Hirnblutungen:

Von einer intrazerebralen Hirnblutung wird gesprochen, wenn die Blutung unmittelbar im Bereich des Gehirns auftritt. In der Regel werden intrazerebrale Blutungen nicht durch traumatische Umstände wie etwa Unfälle verursacht, sondern treten plötzlich auf. Das charakteristische Merkmal dieser Blutung ist ihre Lage im Hirngewebe, dem sogenannten Parenchym. Je nach Ursache, Intensität und Lokalisation der Blutung ist eine weitere Einteilung möglich.

Im Gegensatz zu intrazerebralen Blutungen treten intrakranielle Blutungen im Schädelinnern auf. Sofern die Blutung auf ein Schädel-Hirn-Trauma zurückgeführt werden kann, liegt ein arterielles Epiduralhämatom vor. Hier reißen die Gefäße auf, die sich auf dem Schädelknochen des Patienten befinden. Wenn das Blut durch den Bruchspalt einer Schädelfraktur sickert und sich im sogenannten Epiduralraum ansammelt, sprechen Ärzte von einem venösen Frakturhämatom.

Extrazerebrale Hirnblutungen bilden den dritten Blutungstyp. Die Literatur teilt diese wiederum in zwei Untergruppen ein. Entsteht bei dem Betroffenen ein Bluterguss unterhalb der Hirnhaut, wird von einer Subduralblutung gesprochen, die auch als Subduralhämatom bezeichnet wird. Im Gegensatz dazu liegt die Subarachnoidalblutung unterhalb der Spinngewebshaut (Arachnoidea). Bei dieser Blutung ist Gehirnwasser (Liquor) nachweisbar.

Darstellung einer Blutung im Gehirn
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Symptome: Woran Sie eine Hirnblutung erkennen

Hirnblutungen führen zu einer massiven Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit. Die Mehrzahl der Betroffenen klagt über Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen.

Hirnblutungen können mit einem Schlaganfall einhergehen, weswegen die typischen Symptome eines Hirnschlags auch auf eine Hirnblutung hinweisen können. Diese sind:

  • Lähmungen
  • allgemeines Unwohlbefinden und Schwäche
  • Schwindel
  • Sprach- und Empfindungsstörungen
  • Bewusstlosigkeit und Störungen des Bewusstseins

Diagnose einer Hirnblutung

Hirnblutungen können nicht ausschließlich durch die Zuordnung objektiver Symptome diagnostiziert werden, da Sie äußerlich nicht sichtbar sind. Eine belastbare Diagnose erfordert deshalb stets die Durchführung bildgebender Verfahren wie Computertomographien (CT), Magnetresonanztomographien (MRT) oder Röntgen.

Die standardisierte Erstversorgung greift in der Regel auf eine CT zurück, da diese Ergebnisse schneller als eine MRT liefert. Sowohl CT als auch MRT ermöglichen es den behandelnden Ärzten, Lage und Größe der Hirnblutung zu bestimmen. Größenveränderungen können durch eine Wiederholung des bildgebenden Verfahrens zu einem späteren Zeitpunkt festgestellt werden.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Medizin sind MRT-Untersuchungen vor allem dann indiziert, wenn der Patient stabilisiert wurde. Denn im Gegensatz zu einer CT kann eine MRT auch ältere Blutungen sowie Aneurysmen oder ähnliche Fehlbildungen darstellen.

Krankheitsverlauf und Prognose

Der Verlauf einer Hirnblutung ist stark einzelfallabhängig. Wesentliche Faktoren, welche den Krankheitsverlauf massiv beeinflussen, sind insbesondere

  • das Alter,
  • der Allgemeinzustand,
  • eventuell bestehende Grunderkrankungen sowie
  • die Lage und Art der Hirnblutung.

Medizinische Studien haben gezeigt, dass die Letalitätsrate bei kleineren Hirnblutungen zwischen 30 Prozent und 50 Prozent liegt. Ausgedehnte Hirnblutungen führen noch häufiger zum Tod. Bei der überwältigen Mehrheit der Patienten, die eine Hirnblutung überleben, kommt es zu dauerhaften Folgeschädigungen wie

  • Lähmungen,
  • Sprachstörungen sowie
  • geistigen oder körperlichen Behinderungen.

Behandlung einer Hirnblutung

Hirnblutungen sind medizinische Notfälle. Folglich spielt der Faktor Zeit bei der Behandlung eine wesentliche Rolle. Je länger die Einleitung einer adäquaten Behandlung dauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit des Todes. Beim konkreten Verdacht einer Hirnblutung ist deshalb sofort das nächste Krankenhaus aufzusuchen bzw. der Notarzt zu rufen.

Im Zuge der am Anfang stehenden Akutbehandlung versuchen die Ärzte zunächst, den Patienten zu stabilisieren. Da die Gehirnfunktionen der Betroffenen beeinträchtigt sind, müssen sie häufig künstlich beatmet werden. Kommt es wegen der Hirnblutung zu einer Erhöhung des Schädeldrucks, muss zwingend eine Operation eingeleitet werden. Im Rahmen dieser OP öffnen die Chirurgen einen Teil des Schädelknochens, um die Blutung zu stillen und Blutergüsse zu entfernen. Um massive Blutverluste auszugleichen, kann die Vergabe von Blutkonserven angezeigt sein.

Reha nach der Behandlung

Wenn der Patient die kritische Phase überstanden hat, beginnt die Langzeitbehandlung. Hier werden verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um das Ausmaß der Folgeschäden zu begrenzen und eine weitere Blutung zu verhindern. Durch umfassende Rehabilitationsmaßnahmen versuchen die Ärzte, neurologische und körperliche Funktionsstörungen zu beseitigen. Je nachdem wie stark die Hirnblutung war, kann es mehrere Jahre dauern, bis der Betroffene sich wieder eigenständig versorgen kann. In einigen Fällen bleibt es jedoch bei irreversiblen Restsymptomen.

Sofern die Hirnblutung auf einen erhöhten Blutdruck zurückzuführen ist, können blutdrucksenkende Medikamente verschrieben werden, um weitere Blutungen zu vermeiden. Zu den gängigsten Wirkstoffen gehören unter anderem:

  • Ambrisentan
  • Amlodipin
  • Atenolol
  • Azilsartan
  • Benazepril
  • Bisoprolol
  • Bunazosin
  • Candesartan
  • Dihydroergotoxin
  • Enalapril
  • Felodipin
  • Gallopamil
  • Irbesartan
  • Isradipin
  • Lacidipin

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