Hautkrebs

Die Bezeichnung Hautkrebs ist ein Sammelbegriff für bösartige Hautveränderungen. Mit dem Weißen Hautkrebs und dem Schwarzen Hautkrebs werden hierbei grundsätzlich zwei Arten unterschieden. Allein in Deutschland gibt es jedes Jahr knapp 300.000 Neuerkrankungen, wobei der Weiße Hautkrebs deutlich häufiger auftritt. Männer und Frauen sind von der Erkrankung gleichermaßen betroffen, wobei die Häufigkeit ab dem 60. Lebensjahr zunimmt.

Welche Formen von Hautkrebs gibt es?

Hautkrebs (ICD-Code C43) ist eine bösartige Hauterkrankung, die unter anderem durch eine zu intensive Sonneneinstrahlung hervorgerufen wird. Grundsätzlich werden zwei Arten unterschieden:

  • der Weiße Hautkrebs und
  • der deutlich aggressivere Schwarze Hautkrebs.

Letztgenannter wird auch als malignes Melanom bezeichnet. Beides sind bösartige Hauterkrankungen. Beim Weißen Hautkrebs gibt es zwei Unterformen:

  • das Basalzellkarzinom, die häufigste Form von Hautkrebs, die in 70 bis 80 Prozent der Fälle im Kopf-Hals-Bereich auftritt und bei Frauen und Männer gleichermaßen häufig vorkommt, meist im sechsten Lebensjahrzehnt, und
  • das Stachelzellkarzinom, auch Plattenepithelkarzinom genannt, das häufiger bei Männern vorkommt, meist ab dem 50. Lebensjahr.

Darüber hinaus gibt es noch einige seltene Sonderformen des Hautkrebs. Welche Therapie zum Einsatz kommt, hängt davon ab, um welche Form der Erkrankung es sich handelt und wie weit sie fortgeschritten ist.

Ein Finger zeigt auf ein Muttermal. Es könnte Hautkrebs sein.
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Welche typischen Symptome treten bei Hautkrebs auf?

Die Symptome beim Hautkrebs können recht unterschiedlich sein und sind vom Laien meist nur schwer zu erkennen. Aus diesem Grund sollten Sie unverzüglich einen Hautarzt aufsuchen, wenn Sie neue Leberflecken, Knötchen, Geschwüre oder andere Hautveränderungen entdecken. Auch wenn sich Ihre Leberflecken in Größe und Aussehen stark verändern, ist Vorsicht geboten. Vielfach wird die sogenannte ABCD-Regel angewandt. Diese Buchstaben stehen für:

  • Asymmetrie: der Hautfleck ist ungleichmäßig geformt
  • Begrenzung: der Hautfleck hat unebene Ränder
  • Color: Das Muttermal hat seine Farbe geändert
  • Durchmesser: Der Leberfleck ist deutlich größer geworden

Trifft mindestens eines dieser Merkmale auf eines Ihrer Muttermale zu, sollten Sie sich von einem Hautarzt untersuchen lassen. Die Haut verändert sich ständig und mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich nicht gleich um Hautkrebs. Dennoch ist Vorsicht geboten und eine Untersuchung auf jeden Fall ratsam.

Schwarzer Hautkrebs lässt sich leichter erkennen als Weißer Hautkrebs. Charakteristisch sind hier dunkel gefärbte Hautveränderungen. Deren Erscheinungsformen können allerdings auch recht unterschiedlich ausfallen. Im frühen Stadium sind die Symptome des Hautkrebs ausschließlich auf die Haut begrenzt und verursachen keine Schmerzen. In einem fortgeschrittenen Stadium breiten sich die Krebszellen im Körper aus und haben vielleicht schon Metastasen gebildet. Die Stadieneinteilung erfolgt dabei nach der sogenannten TNM-Klassifikation. Als Kriterien werden hierbei

  • die Ausdehnung des Tumors (T),
  • die Zahl und Lage der befallenen Lymphknoten (N) und
  • das Vorhandensein oder Fehlen von entfernten Metastasen (M)

herangezogen.

Die für den Weißen Hautkrebs typischen Hautveränderungen betreffen meist Körperregionen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, also Gesicht, Kopfhaut, Arme und Beine. Der Schwarze Hautkrebs dagegen kann auch an anderen Körperstellen, sogar im Genitalbereich, auftreten.

Welche Ursachen kommen für Hautkrebs in Frage?

UV-Strahlung, sei es durch Sonnenstrahlung, etwa in der prallen Mittagssonne, oder durch die schädliche UV-Strahlung im Solarium, gilt als eine der Hauptursachen sowohl für den Schwarzen als auch den Weißen Hautkrebs. Ein besonders hohes Risiko haben hierbei Menschen, die einen hellen Hauttyp und blonde oder rote Haare haben, schnell einen Sonnenbrand bekommen und zur Bildung von Sommersprossen neigen. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Risikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs:

  • eine genetische Veranlagung
  • der Kontakt mit bestimmten Chemikalien
  • erblich bedingte Erkrankungen, z.B. Xeroderma pigmentosum
  • ein geschwächtes Immunsystem, z.B. nach Organtransplantationen
  • Virusinfekte mit Hepatitisviren bei seltenen Hautkrebs-Formen wie dem Kaposi-Sarkom

Wie erfolgt die Diagnose von Hautkrebs?

Der Arzt wird zunächst im Rahmen eines Anamnesegesprächs die Krankengeschichte erfragen. Hierbei stellt er unter anderem Fragen zu bestehenden Vorerkrankungen, den auftretenden Beschwerden, etwa ob die verdächtige Hautstelle juckt, und wann die Hautstelle zum ersten Mal als verdächtig aufgefallen ist.

Im nächsten Schritt wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen, bei der er die verdächtigen Hautstellen gründlich begutachtet. Hierfür verwendet er ein sogenanntes Auflichtmikroskop.

Erhärtet sich dabei der Verdacht auf Hautkrebs, wird der Arzt unter lokaler Betäubung mittels Biopsie eine Gewebeprobe der Hautstelle entnehmen, die er anschließend im Labor von einem Pathologen histologisch untersuchen lässt.

Bestätigt sich dadurch der Verdacht auf Hautkrebs, wird der Arzt ggf. weitere Untersuchungen veranlassen, um das Stadium der Erkrankung bestimmen und dann die weitere Behandlung festlegen zu können. Hierzu gehören etwa bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen und die Computertomographie sowie Blutuntersuchungen.

Eine Ärztin mit Mundschutz untersucht ein Muttermal auf dem Rücken eines Patienten. Zur Diagnose von Hautkrebs nutzen Ärzte oft das Auflichtmikroskop.
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Wie erfolgt die Behandlung von Hautkrebs?

Für welche Therapie sich der Arzt entscheidet, ist davon abhängig, ob es sich um Weißen oder Schwarzen Hautkrebs handelt. Auch spielt das Stadium eine entscheidende Rolle: In einem fortgeschrittenen Stadium sind die Chancen auf eine vollständige Genesung deutlich geringer. Schwarzer Hautkrebs hat eine deutlich schlechtere Prognose.

Weißer Hautkrebs wird in der Regel operiert; eine Strahlen- oder Chemotherapie kann ergänzend zum Einsatz kommen. Metastasen bilden sich beim Weißen Hautkrebs nur selten; in den meisten Fällen lässt er sich im Rahmen einer Operation vollständig entfernen. Während dieser wird der Tumor großflächig entfernt. Dabei wird auch umliegendes gesundes Gewebe mit entnommen. Das entnommene Gewebe wird unter dem Mikroskop untersucht. In seltenen Fällen kann eine Folgeoperation nötig sein. 

Beim Schwarzen Hautkrebs ist die Operation die wichtigste und effektivste Behandlungsmethode. Ziel ist es, das Tumorgewebe mit einem Sicherheitsabstand komplett zu entfernen. Unter Umständen werden auch die Lymphknoten im betroffenen Bereich mit entfernt. Im Anschluss an die Operation erfolgt insbesondere bei einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Metastasen eine unterstützende, sogenannte adjuvante Strahlen- und/oder Chemotherapie.

Welche Art der Therapie gewählt wird, hängt vielfach auch vom Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Liegt der Tumor sehr ungünstig oder würde eine Operation für den Patienten zu anstrengend sein, kommt eine Strahlentherapie als Alternative zur Operation in Frage. In leichten Fällen genügt sogar das Abschaben oder Vereisen des Tumors. Bei der sogenannten Kürettage wird das kranke Gewebe mit einem speziellen Instrument abgeschabt. Das ist aber nur dann möglich, wenn es sich um einen oberflächlichen Tumor handelt. Werden die veränderten Hautzellen mit flüssigem Stickstoff behandelt, spricht man von der Kältetherapie oder Kyrotherapie.

Wie sieht die Prognose bei Hautkrebs aus?

Die Prognose hängt unter anderem davon ab, um welche Art von Hautkrebs es sich handelt und in welchem Stadium die Erkrankung diagnostiziert wurde. Generell gilt, je früher der bösartige Tumor entdeckt und behandelt wurde, umso besser sind die Heilungschancen. Schwarzer Hautkrebs hat in der Regel eine deutlich schlechtere Prognose als Weißer Hautkrebs, da er sich schneller ausbreitet und Metastasen bildet.

Wie lange dauert die Reha?

Sobald die Diagnose Tumor beziehungsweise Hautkrebs vorliegt, haben Patienten Anspruch auf eine Rehabilitation nach der Therapie. Wichtig ist, dass diese innerhalb eines Jahres nach der Erstbehandlung beantragt wird. Zudem muss Ihr Arzt Ihnen eine positive Reha-Fähigkeit bestätigen. Sie müssen also körperlich und auch seelisch dazu in der Lage sein, den Belastungen standzuhalten. Während der Rehabilitation geht es nicht nur darum, die körperlichen Folgen der Erkrankung zu lindern. Was viele nicht bedenken: Die Diagnose Krebs ist für die meisten Patienten ein Schock und lässt sie in ein tiefes Loch fallen. Auch die seelischen Folgen gilt es also bei der Rehabilitation zu behandeln.

Die Rehabilitation nach einer Hautkrebserkrankung wird als Onkologische Reha oder auch Dermatologische Reha bezeichnet. Sie soll Betroffenen vor allem dabei helfen, in ihren gewohnten Alltag zurückzufinden. Auch soll sie den Erfolg der Behandlung sichern und mögliche Spätfolgen ausschließen. Die Teilnahme an einer Reha ist selbstverständlich keine Pflicht, jedoch sollten Sie die Vorteile einer solchen Maßnahme bedenken.

Die Kosten für die Rehabilitation werden je nach persönlicher Situation von der gesetzlichen Kranken- oder der Rentenversicherung übernommen. Es kann sein, dass ein geringer Eigenanteil als Zusatzleistung vom Patienten selbst getragen werden muss.

Die meisten Patienten entscheiden sich für die sogenannte Anschlussheilbehandlung. Sie folgt direkt oder mit nur wenigen Tagen Verzögerung an die eigentliche Krebsbehandlung. Dabei steht es dem Patienten frei, ob er sich stationär in eine Rehabilitationsklinik begibt oder die Behandlung ambulant erfolgt. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel drei Wochen, kann bei Bedarf aber auch verlängert werden.

Wie kann man Hautkrebs vorbeugen?

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist der Schutz vor Sonnenstrahlen. Begeben Sie sich in die Sonne, cremen Sie sich mindestens 30 Minuten vorher mit einer Schutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor ein. Lichtempfindliche Stellen wie die Schulter oder den Kopf schützen Sie am besten zusätzlich mit lichtundurchlässiger Kleidung und einer Kopfbedeckung.

Die pralle Mittagssonne sollten Sie wenn möglich meiden. Das gilt besonders, wenn Sie in südlichen Ländern unterwegs sind. Je näher Sie sich am Äquator befinden, desto gefährlicher ist die Sonnenstrahlung. Gleiches gilt auch für das Solarium. Auch im Licht des Sonnenstudios ist schädliche UV-Strahlung enthalten.

Zudem sollten Sie das sogenannte Hautkrebsscreening nutzen. Diese Untersuchung können alle Personen ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre kostenfrei in Anspruch nehmen. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Während des Hautkrebsscreenings werden nicht nur alle Muttermale am Körper, sondern auch die Schleimhäute untersucht. Das Hautkrebsscreening gilt als eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gegen den Hautkrebs.

Artikel vom Expertengremium Reha lektoriert, 09.11.2020

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