Demenz

Die Demenzerkrankung unterscheidet weder zwischen Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion noch Status. Sie kann jeden jederzeit heimsuchen. Zu den bekanntesten Menschen, die an der Alzheimer Demenz erkrankten und auch verstarben, gehörten zum Beispiel der ehemalige amerikanische Präsident Ronald Reagan und der berühmte Künstler Carolus Horn.

Was versteht man unter Demenz?

Es handelt sich um eine erworbene Störung verschiedener geistiger, emotionaler und sozialer Fähigkeiten, die über die Altersnorm hinausgeht. Dazu gehören:

  • Gedächtnisstörungen, Orientierungsstörungen und Sprachstörungen
  • verändertes Gefühlserleben
  • Störung der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens

Die Ursache für die meisten Demenzen sind chronische hirnorganische Erkrankungen. Die Demenzen beeinträchtigen in zunehmendem Maße Leistungsfähigkeit und Alltagsaktivitäten, daher spricht man auch von einem progredienten Demenzsyndrom. Wenn diese Symptomatik gegeben ist und länger als sechs Monate anhalten, besteht der Verdacht auf eine differenzielle Erkrankung.

Demenz gehört zu den häufigsten psychischen Störungen in der Altersgruppe der über 60-jährigen. Derzeit sind zwischen 900.000 und 1,2 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Pro Jahr kommen ca. 200.000 Neuerkrankungen in Deutschland hinzu. Im höheren Lebensalter ist Demenz die häufigste Ursache von Pflegebedürftigkeit.

Symptome und Krankheitsverlauf

Demenzielle Erkrankungen beeinträchtigen die Erkenntnis, Beurteilung und Bewertung, sie verändern das Verhalten, sie können unterschiedliche psychische Erkrankungen verursachen und sich in körperlichen Symptomen sichtbar machen. Die Grundlage für die Diagnose ist eine genaue Symptombeschreibung im richtigen zeitlichen Zusammenhang und des Weiteren eine möglichst genaue biografische Erfassung psychischer und sozialer Veränderungen.

Folgende Symptome sind für eine Diagnose relevant:

  • Kognitive Symptome sind bereits im Frühstadium erkennbar und bei allen Demenzerkrankungen fortschreitend. Sie treten zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf. So kann es zum Beispiel initial zu Störungen von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Orientierung kommen. Im Verlauf können Sprachstörungen auftreten sowie Störungen der Handlungsfähigkeit (Apraxie) und eine Störung des Wiedererkennens (Agnosie).
  • Psychische Symptome treten regelmäßig bei Demenzerkrankungen auf. Allerdings sind sie nicht zwingend fortschreitend, d. h. sie nehmen nicht zwangsläufig mit fortschreitender Krankheit zu. Zu den unspezifischen psychischen Störungen im Rahmen einer Demenzerkrankung gehören beispielsweise diffuse Angstgefühle, depressive Verstimmungen sowie Fehlerkennungen und Halluzinationen.
  • Sehr häufig treten bei Patienten mit Demenzerkrankungen akute Verwirrtheitszustände insbesondere im Stadium einer mittelschweren Demenzerkrankung auf. Wichtig ist es, erklärbare Auslösesituationen von plötzlichen Verhaltensänderungen ohne äußere Ursache zu trennen. Zu den Verhaltensveränderungen bei Demenzerkrankungen gehören zum Beispiel Unruhe und Rastlosigkeit, Aggressivität sowie das Sammeln und Verstecken von Gegenständen (Hamstern).
  • Körperliche Symptome treten je nach Art der Demenz im Früh- oder Spätstadium auf, in den meisten Fällen leiten sie die schwere Krankheitsphase ein. Das Ziel der Pflege in diesem Stadium ist die Stabilisierung des Ist-Zustandes. Neben Aggressivität und Unruhe sind körperliche Symptome häufigster Grund für eine Übersiedlung in ein Pflegeheim. Zu den körperlichen Symptomen gehören Schluckstörungen und Essbeschwerden, schwere Schlafstörungen, Störung des Tagnachtrhythmus und ausgeprägte Mobilitätseinschränkungen.

Was sind frühe Warnhinweise auf Demenz?

Typisch für Demenzerkrankungen ist eine schleichend oder teilweise akut auftretende Vergesslichkeit. Des Weiteren gibt es Schwierigkeiten mit gewohnten Handlungen. So kann es durchaus vorkommen, dass Zwischenfälle im Haushalt auftreten wie zum Beispiel Essen anbrennen lassen. Im weiteren Verlauf treten Sprachprobleme auf, zum Beispiel Wortfindungsprobleme, unkorrekter Satzbau und Verwendung einfacher Füllwörter. Im weiteren Verlauf kommt es zu räumlicher und zeitlicher Desorientierung (Verwirrung) auf. Es bestehen ferner Probleme im abstrakten Denken und die Betroffenen zeigen Veränderungen von Stimmung und Verhalten. Diese können sich in Form von Aggressivität oder Apathie äußern. Auch Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild, d.h. wenn Menschen plötzlich ihre Kleidung verkehrt herum anziehen oder sich nicht mehr pflegen, können auf eine beginnende Demenzerkrankung hinweisen.

Älterer Mann mit Demenz, der Notizen betrachtet
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Wie erfolgt die Diagnose einer Demenz?

Die Diagnose einer Demenz wird in drei Schritten durchgeführt.

  1. Erkennen des typischen Symptommusters
  2. Identifizieren des spezifischen Krankheitsbildes und Ausschluss anderer Erkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen
  3. Erfassen von individuellen Problemen und erhaltenen Fähigkeiten

 

Die Demenz-Diagnostik umfasst:

  • Fremd- und Eigenanamnese
  • internistische und neurologische Untersuchungen
  • Laboruntersuchungen, Biomarker
  • Psychologische Leistungstests (z.B. Fragebögen, Mini mental Status Test, DemTect, Uhrentest)
  • Bildgebung des Gehirns (CT, MRT, PET, SPECT)
  • Lumbalpunktion

 

Warum ist eine frühzeitige Diagnose wichtig?

Eine frühzeitige Demenz-Diagnose ist von Vorteil, weil möglicherweise andere, behandelbare Ursachen für die Beschwerden verantwortlich sind und entsprechend medizinisch behoben werden können. Ein weiterer Punkt ist, dass die Betroffenen und Angehörigen Zeit gewinnen, um sich auf Veränderungen einzustellen, Unterstützung und Hilfe anzunehmen, an Entscheidungsprozessen aktiv mitzuwirken, um somit die Lebensqualität stabil halten bzw. einer raschen Pflegebedürftigkeit vorbeugen zu können.

Welche Formen einer Demenz gibt es?

Zunächst unterscheiden wir in sogenannte primäre und sekundäre Formen.

Zu den primären Formen gehören degenerative Formen (80%) und nicht degenerative Formen (20%).
Degenerative Formen umfassen

  • die Demenz vom Alzheimertyp,
  • die vaskuläre Demenz,
  • die frontotemporale Demenz,
  • und die Lewy-Körperchen-Demenz.

Zu den nicht-degenerativen Formen gehören Demenzen, die durch

 

Sekundäre Demenzformen:

Sekundäre Demenzen entstehen durch außerhalb des Gehirns liegenden Erkrankungen oder Schädigungen. Wenn sie früh erkannt werden, sind sie in den meisten Fällen gut behandelbar.

Ursachen sekundärer Demenzen:

  • Vergiftungen durch Medikamente und Alkohol
  • Stoffwechselstörungen
  • Entzündungen

 

Einteilung degenerative Demenzformen nach der Häufigkeit

Am häufigsten tritt die Demenz vom Alzheimertyp auf (70%). Die vaskuläre Demenz ist die zweithäufigste Form (20%). Die restlichen Demenzen, unter anderem die frontotemporale Demenz, machen ca. 10% aus.

Alzheimer-Demenz

  • häufigste Form der Demenz
  • 1906 erstmals von Alois Alzheimer beschrieben
  • Es existieren zwei Typen: Alzheimer-Demenz vom frühem Beginn (unter 65 Jahren) und Alzheimer-Demenz vom späteren Typ (über 65 Jahre).
  • Typisch ist ein langsam schleichender Krankheitsverlauf.
  • Sie beginnt mit Merkfähigkeitsstörungen, Wortfindungsstörungen, später psychische und körperliche Beeinträchtigungen.

Der wichtigste Risikofaktor ist das Alter. Typisch für die Alzheimer-Demenz ist aber auch, dass die Symptome erst im letzten Drittel der Erkrankung auftreten.

Ursachen der Alzheimer-Demenz
Exakte Ursachen sind noch nicht genau erforscht, es zeigen sich jedoch typische strukturelle Veränderungen im Gehirn, dazu gehören:

  • Eiweißablagerungen (Betaamyloide Plaques)
  • Bildung fibrillärer Nervenbündel (TauProtein)
  • gestörtes Gleichgewicht bestimmte Botenstoffe im Gehirn (Acetylcholin, Glutamat)

Insgesamt zeigt sich bei der Alzheimer-Demenz ein fortschreitender Nervenzellentod, der sich bei der bildlichen äußerlichen Betrachtung in Form von Gehirnschwund (Hirnatrophien) darstellt.

Beeinträchtigungen werden nur im intensiven Gespräch deutlich, daher ziehen sich Betroffene im Anfangsstadium sehr häufig emotional zurück um nicht entblößt bzw. enttarnt zu werden. Man spricht im Volksmund von einer guten Fassade. Die leichte Alzheimer-Demenz (kognitive Phase) ist gekennzeichnet durch:

  • Störungen der Merkfähigkeit
  • Verlegen vertrauter Dinge
  • Wortfindungsstörungen
  • Vergessen von Terminen
  • Stimmungsschwankungen

Mittelschwere Verhaltensveränderungen bei Alzheimer-Demenz zeigen sich in:

  • psychischen Symptome wie Wahnvorstellungen und Angstzuständen
  • der Vernachlässigung der Körperpflege
  • einer falschen Wortwahl
  • ersten Verhaltensstörungen, zum Beispiel Unruhe und Umherwandern
  • Alltägliche Aufgaben können nicht mehr allein bewältigt werden

Schwere Beeinträchtigungen bei Alzheimer-Demenz (körperliche Phase) zeigen:

  • starke Störungen der Denkfähigkeit
  • zunehmenden Sprachverlust
  • Harn- und Stuhlinkontinenz
  • schwere Gangstörung bis hin zur Bettlägrigkeit
  • Der Demenzerkrankte kann nicht mehr alleine essen, sich waschen oder ankleiden.

Behandlung Alzheimer-Demenz

Acetylcholinesterase-Hemmer sind wirksam in Hinsicht auf die Fähigkeit zur Verrichtung von Alltagsaktivitäten, die Besserung kognitiver Funktionen bei der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz. Es sollte die Höchstdosis angestrebt werden. Die Auswahl der Acetylchilinesterase-Hemmer sollte sich nach Wirkung und Nebenwirkung richten. Sie können bei guter Verträglichkeit im leichten bis mittleren Stadium fortlaufend gegeben werden. Bei Langzeitbehandlung und klinischer Progredienz ins mittlere bis schwere Krankheitsstadium besteht bei Absetzen von Acetylcholinesterase-Hemmern ein Risiko für klinische Verschlechterung, daher kann das Absetzen nur dann erfolgen, wenn Nebenwirkungen auftreten. Das Umstellen auf einen anderen Acetylcholinesterase-Hemmer ist zulässig.

Es zeigt sich eine Wirksamkeit von Donepezil bei Alzheimer-Demenz im schweren Krankheitsstadium auf Kognition, Alltagsfunktionen und klinischen Gesamteindruck und für Galantamin auf die Kognition.

Memantin ist wirksam bzgl. der Kognition, Alltagsfunktionen und den klinischen Gesamteindruck bei Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz und ist zu empfehlen. Es sollte jedoch nicht bei leichtgradiger Alzheimer-Demenz angewendet werden.

Kombination aus Acetylcholinesterase-Hemmer und Memantin: Für eine Add-on-Behandlung mit Memantin bei Patienten mit einer Alzheimer-Demenz im leichten bis oberen mittelschweren Bereich (MMST: 15-22 Punkte), die bereits einen Acetylcholinesterase-Hemmer erhalten, wurde keine Überlegenheit gegenüber einer Monotherapie mit einem Acetylcholinesterase-Hemmer gezeigt. Sie wird daher nicht empfohlen. Das gilt auch für Patienten mit mittelschwerer Alzheimer Demenz.

EIne Behandlung mit Ginkgo Biloba sollte in Betracht gezogen werden. Es gibt Hinweise auf die  Wirksamkeit  von  Ginkgo  Biloba  EGb  761  auf  Kognition  bei  leichter  bis  mittelgradiger  Alzheimer-Demenz  oder  vaskulärer  Demenz, ohne dass psychotische Symptomatiken auftreten.

Nicht wirksam und somit nicht zu empfehlen sind:

  • Piracetam
  • Nicergolin
  • Hydergin
  • Phosphatidylcholin (Lecithin)
  • Nimodipin
  • Cerebrolysin und Selegilin Rofecoxib
  • Naproxen
  • Diclofenac
  • Indomethacin

Vaskuläre Demenz

Hierbei handelt es sich um die zweithäufigste Form der Demenz (15-20%) mit gefäßbedingten Gehirnschädigungen.

Kennzeichen der vaskulären Demenz:

Häufig treten Mischformen aus Alzheimer-und vaskulärer Demenz auf (10-20 %).

Behandlung Vaskulärer Demenz

Eine Behandlung der typischen Risikofaktoren wie Diabetes mellitis, Adipositias, arterielle Hypertonie, Nikotinabusus ist zu empfehlen. Eine medikamentöse Therapie, die explizit gegen die vaskuläre Demenz eingesetzt werden könnte, ist aktuell nicht verfügbar. Thrombozytenaggregationshemmer sind am ehesten als Sekundärprophylaxe bei Koronarer Herzkrankheit oder Schlaganfällen zu sehen. Sie können jedoch eine zerebelläre Ischämie ( Verminderung oder Unterbrechung der Durchblutung des Kleinhirns) und somit eine Verschlechterung der bereits bestehenden vaskulären Demenz verhindern, bzw. bei bekannten Risikofaktoren die Entstehung vaskulärer Demenzen im Rahmen von Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen.

Frontotemporale Demenz

Es findet ein Abbau von Nervenzellen im Vorderhirnbereich (frontotemporaler Lappen: Stirn, Schläfen) aus unterschiedlichen Ursachen statt.

Kennzeichen der frontotemporalen Demenz sind:

  • schleichender Beginn zwischen dem 50. 50. und 60. Lebensjahr
  • starke Verhaltensveränderungen, wie Beispiel Aggressivität, Maßlosigkeit, Enthemmung noch vor Beginn der kognitiven Störungen

Oft werden diese Verhaltensstörungen mit anderen psychischen Erkrankungen verwechselt. Die Pflege der Betroffenen gestaltet sich sehr schwierig, insbesondere wenn die Aggressivität überwiegt.

Behandlung Frontotemporaler Demenz

Für diese Demenzform existiert leider keine wirksame medikamentöse Behandlung.

Lewy-Körperchen-Demenz

Es finden spezifische strukturelle Veränderungen im Gehirn statt (Ablagerungen von Alpha-synuclein-Körperchen, sogenannte Lewy-Körperchen), ähnlich wie bei der Alzheimer-Demenz.

Kennzeichen der Lewy-Körperchen-Demenz sind:

  • Schwankungen der geistigen Leistungen
  • detailreiche optische Halluzinationen
  • leichte Parkinsonsymptomatik (Zittern der Hände, Stürze unklarer Ursache, steife Gelenke)
  • Unverträglichkeit von Antipsychotika (Neuroleptika)

Behandlung Lewy-Körperchen-Demenz

Für die antidementive Behandlung der Lewy-Körperchen-Demenz existiert keine zugelassene oder ausreichend belegte Medikation. Versuche mit Rivastigmin und Donepezil können in Betracht gezogen werden.

Welche Risikofaktoren spielen eine Rolle?

Folgende Risikofaktoren werden angenommen:

  • Alter, insbesondere für die Alzheimer-Demenz
  • genetische Ursachen, Vorerkrankungen in der Familie
  • Auftreten von leichten kognitiven Störungen (MCI)
  • Rauchen, hoher Alkoholkonsum
  • fettreiche Ernährung, hoher Blutdruck
  • Vorerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus

Welche Folgen hat eine Demenzerkrankung?

Der Umgang mit der Diagnose Demenz ist für alle Betroffenen sehr schwierig. Eine sensible Vermittlung durch den Arzt und die Angehörigen ist daher sehr sinnvoll und wünschenswert. Der Betroffene selbst kann sein Recht auf Wissen einfordern oder auch ablehnen. Diesbezüglich ist die Autonomie des Patienten unantastbar.

Für den Patienten bedeutet solch eine Erkrankung eine erhebliche Beeinträchtigung der psychischen und körperlichen Leistungsfähigkeit sowie eine Veränderung im Sozialverhalten mit entsprechenden Konsequenzen für den Betroffenen wie auch für Angehörige und andere Beteiligte. Für die Angehörigen bedeutet die Erkrankung eines Familienmitgliedes an einer Demenz eine enorme Umstellung der eigenen Lebensweise, einhergehend mit Angst und Unsicherheit, objektiver und subjektiver Überlastung. Für die Pflegenden bedeutet das eine enorme Überlastung einerseits, andererseits befinden sie sich in der Auseinandersetzung zwischen Beziehungspflege und rechtlichen Anforderungen.

Auch für die Gesellschaft haben Demenzerkrankungen schwerwiegende Folgen. Für jede Gesellschaft ist es eine Herausforderung mit diesen Erkrankungen umgehen zu können, insbesondere den Betroffenen gerecht zu werden und ihnen eine Möglichkeit anzubieten am Leben teilzuhaben. Schwer betroffene Demenzerkrankte bedürfen einer sehr intensiven Pflege, diese geht natürlich mit enormen finanziellen Ausgaben einher.

Häufige Fragen zu Demenz

Kann man der Demenz vorbeugen?

Dazu gibt es verschiedene Hypothesen. Zweifelsohne ist eine gesunde Ernährung bestehend aus Obst und Gemüse, Fisch (mediterrane Küche) als gesund anzusehen und könnte somit insbesondere der Demenz vom vaskulären Typ entgegenwirken, weil sie das Risiko eines Schlaganfalls minimiert. Beweglichkeit in verschiedener Hinsicht, wie zum Beispiel Tanzen, kognitives Training, positive Lebenseinstellung und das Pflegen von Freundschaften kann kognitiven Abbauprozessen entgegenwirken und diese verlangsamen.

Gibt es Medikamente, die gegen Demenz helfen?

Es existieren verschiedene Medikamente, die insbesondere im Anfangsstadium der Alzheimer-Demenz verordnet werden. Diese führen zu einer Verzögerung der Progredienz, aber können den Verlauf an sich nicht aufhalten. Bei Wahnvorstellungen, Halluzinationen, aggressivem Verhalten werden nicht selten verhaltensmodifizierende Medikamente wie Risperdal, Quetiapin oder andere Neuroleptika in niedriger Dosierung eingesetzt.

Bei solchen Symptomen ist die Behandlung individuell und richtet sich nach den Ausprägungen der jeweiligen Symptomatik. Die Behandlung von Patienten mit solchen Symptomen sollten in jedem Fall von Spezialisten übernommen werden.

Rehabilitation bei Demenz

Der Anspruch auf Rehabilitation setzt Behandlungsbedürftigkeit, Rehabilitationsfähigkeit und eine positive Rehabilitationsprognose voraus.

Auch bei fortgeschrittener Demenz ist bei bestehender Rehabilitationsfähigkeit eine positive Prognose für eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme nicht ausgeschlossen. Mit der stationären Behandlung könnte der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst werden.

Die Rehabilitationsziele sind hier:

  • körperliche und geistige Aktivierung
  • soweit möglich Hilfe zur Selbsthilfe
  • Förderung einer ausreichenden physischen und psychischen Belastbarkeit
  • Verbesserung der Mobilität
  • Behandlung von Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angstzuständen, Gangstörungen, psychotischer Symptomatik und Schlafstörungen
  • Verbesserung der Flüssigkeit und Nahrungsaufnahme
  • Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit im Rahmen der Erinnerungstherapie

Die Behandlung der Demenz innerhalb der Rehabilitation zielt zum einen auf die Förderung der Alltagsstrukturierung und allgemeinen Beschäftigung, sowie die Kompensation verloren gegangener kognitiver Fähigkeiten im Rahmen der Möglichkeiten der Patienten.

Auch die Förderung körperlichen Aktivitäten wird angestrebt, ferner eine Verbesserung der Schlafhygiene und der emotionalen Befindlichkeit. Dies kann im Rahmen von Ergotherapie, Physio- und Sporttherapie, Neuropsychologie sowie Musik- und Maltherapie geschehen.

Darüber hinaus spielt die Beratung und Begleitung der Angehörigen durch die Sozial- und Rehaberatung sowie die psychologische Abteilung eine wichtige Rolle und kann zur Entlastung der Angehörigen beitragen. Hier geht es um die Vermittlung praktischer und finanzieller Hilfen, die Vermittlung von Kontakten zu Selbsthilfegruppen und eine psychologische Beratung und Begleitung.

Zuletzt geändert am: 03.09.2020

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